Rummel um Strich beendet
15.05.2008 | 21:00 Uhr 2008-05-15T21:00:00+0200PROSTITUTION. Der bei Schaustellern unbeliebte Kirmesplatz an der Gladbecker Straße wird von der Stadt als neuer Standort favorisiert.
Mal erinnerte die Diskussion an eine nicht enden wollende Achterbahnfahrt, mal an ein Stück aus dem Gruselkabinett – doch jetzt findet der politische Dauer-Rummel um einen neuen Standort für Essens Straßenstrich offenbar ein Ende ohne Schrecken, und das ausgerechnet auf dem Kirmesplatz. Dorthin soll die ungeliebte Liebesmeile möglichst ein allerletztes Mal umziehen – von der Pferdebahnstraße an die Gladbecker Straße, um dort eine feste Bleibe zu finden. Nach NRZ-Informationen könnte ein geordneter Rückzug vom angestammten Platz, der wohl zu nah dem neuen Thyssen-Krupp-Sitz liegt, in diesem Jahr über die Bühne gehen. Diesen Vorschlag unterbreitete Sozialdezernent Peter Renzel gestern morgen den Spitzenvertretern von CDU, Grünen und FDP/AE. Auch wenn das Vorhaben in den Fraktionen noch beraten werden müsse, signalisierten Franz-Josef Britz (CDU), Hiltrud Schmutzler-Jäger (Grüne) und Hans-Peter Schöneweiß (FDP/AE) gestern auf NRZ-Nachfrage erste Zustimmung unter gewissen Bedingungen. Es seien viele Fragen offen. Werden die jedoch zufriedenstellend beantwortet, kann der Stadtrat über den gestern in dem internen Kreis vorgestellten Vorschlag der Verwaltung noch vor der Sommerpause abstimmen. Dann wird gleichzeitig ein entsprechendes Konzept in Auftrag gegeben, wie sich Frauen und Freier an der Bundesstraße 224 genügend weit entfernt von Wohnquartieren und Jugendeinrichtungen dauerhaft verorten lassen. Für einen unterstützenden Ruck in diese Richtung soll unter anderem ein formalbehördlicher Akt zwischen Stadtspitze und der zuständigen Bezirksregierung in Düsseldorf sorgen: Die Pferdebahnstraße und auch die Bottroper Straße werden mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde zum Sperrbezirk erklärt, in dem Prostitution künftig verboten ist. Wie sehr die Zeit drängt, zeigt der enge Terminplan: Nach den gestrigen Gesprächen sollen heute auf einer Pressekonferenz mit Polizeipräsidentin Stephania Fischer-Weinsziehr und Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger bereits Details des Umzugs bekannt gegeben werden. „Die Polizei ist bereits mit im Boot”, sagte CDU-Fraktionschef Franz-Josef Britz gestern. Für ihn sei der Vorschlag der Verwaltung der „richtige Weg”, und der politische „Richtungswechsel im Umgang mit dem Straßenstrich ist wichtig”, vor allem, um den Schutz der Frauen abseits der Pferdebahnstraße auch künftig gewährleisten zu können.Wie Franz-Josef Britz von der CDU setzt auch die Fraktionschefin der Grünen bei einem möglichen Umzug des Straßenstrichs auf den Kirmesplatz an der Gladbecker Straße auf eine enge Abstimmung mit den Hilfsorganisationen wie Suchthilfe direkt und Sozialdienst katholischer Frauen. Schließlich betreuen die die Prostituierten, darunter viele drogenkranke und verelendete Frauen, seit Jahren und wüssten am ehesten, worauf es ankommt. Für Hiltrud Schmutzler-Jäger ist der neue Standort „auf den ersten Blick nicht schlecht”. Der gestrige Vorschlag der Verwaltung müsse jedoch noch in der Grünen-Fraktion diskutiert, als auch mit den vor Ort arbeitenden Helfern abgestimmt werden. Für einen Straßenstrich auf dem Kirmesplatz spreche sicherlich, dass es sich um einen innenstadtnahen Standort handele, der fern von Wohnbebauung und Jugendtreffs liege. Richtig gestaltet, könne den Frauen dort zudem eine „gewisse Sicherheit” geboten werden. Vor einem Umzug fordert Schmutzler-Jäger allerdings ein klares politisches Bekenntnis. Und das müsse lauten: „Das ist ein Standort, den wir auf Dauer erhalten.”Dass der Straßenstrich nach seiner Verdrängung aus der Innenstadt und von der Münchener Straße wiederum an die Pferdebahnstraße schlussendlich auch dort nicht bleiben konnte, „war absehbar” für Hans-Peter Schöneweiß. Der Vorsitzende der FDP/AE-Ratsfraktion bezeichnete den neuen Standort-Vorschlag der Verwaltung als „eine gute Idee”, an deren Verwirklichung er aber Bedingungen knüpfe. Etwa die, dass für die Schausteller „nun ein Kirmesplatz am Berliner Platz oder anderswo in der Innenstadt” geschaffen werden müsse. Wie zu hören ist, werden entsprechende Pläne in der Stadtverwaltung bereits verfolgt. Nach NRZ-Informationen hat Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger seinen Verwaltungsfachleuten den Auftrag erteilt herauszufinden, was es kosten könnte, den Bus-Parkplatz am Berliner Platz kirmesgerecht herrichten zu lassen – damit der richtige Rummel weitergehen kann.
18:56
Das ist wie immer, wenn es um den Straßenstrich in Essen geht, keine Lösung sondern eine neuerliche Verschiebung und Verschleierung des Problems. Es geht nicht nur um die Anbahnung, sondern auch um die Verrichtung! UND DA IST IST EIN GESAMTKONZEPT GEFRAGT!
23:09
Warum ziehen die Damen und ihr Gefolge nicht in den Essener Süden! Auch dort gibt es Durchgangsstraßen, alles Schlechte ist und bleibt im Essener Norden, so wird es dort nie zu einer Verbesserung des Wohnumfeldes kommen!
22:57
Ich empfinde einen so unformatierten Fließtext als unangenehm... habe ihn bis zu Hälfte gelesen und hatte dann keine Lust mehr.
Und mehr würde ich zu den seltsamen Menschen nicht sagen, eher andere... Ausserdem wird es den geneigten Studenten eventuell ja auch freuen, dass er es nicht mehr so weit hat.
Keiner will die Damen haben, ich warte aber immernoch auf den ersten Aufschrei, dass es jemand doch plötzlich mal zu weit hat, aber scheinbar scheint niemand die Angebote in Anspruch zu nehmen.
22:55
Ja toll -genau diesen Vorschlag habe ich vor ca. 2 Wochen an dieser Stelle gemacht.
Vielleicht lesen Politiker ja doch manchmal Lesermeinungen......
21:46
Na toll.... Und das Studentenwohnheim Auf der Union?
Jetzt schon wird der Parkplatz davor von allerlei seltsamen Menschen bevölkert. Das wird dann bestimmt noch mehr.