Ruhrgebiet ist Region zwischen Erfolg und Understatement

Thema Tacken: (v.l.) Professor Peter Zec, und Richard Röhrhoff und Hans Piechatzek vom Marketing Club Ruhr.
Thema Tacken: (v.l.) Professor Peter Zec, und Richard Röhrhoff und Hans Piechatzek vom Marketing Club Ruhr.
Foto: Essen
Was wir bereits wissen
  • Der Marketing-Preis wird zum fünften Mal verliehen
  • Ein Preisträger 2016 ist Peter Zec, Initiator und Chef des Red Dot Design Awards
  • Zec lobt das Ruhrgebiet und hat auch Kritik parat

Essen..  Er wird zum fünften Mal verliehen, hat damit schon eine kleine Tradition und daneben längst einen Stellenwert in der lokalen Wirtschaftszene: Mit dem Tacken zeichnet der Marketing Club Ruhr besonderes Engagement von Unternehmen, Agenturen und Start-ups aus. „Die, die den sprichwörtlichen Tacken mehr als die Konkurrenz leisten“, erklärt Richard Röhrhoff, Geschäftsführer des Marketing Clubs. Ein weiterer Tacken wird traditionell an eine Wirtschafts-Persönlichkeit aus der Region vergeben. Preisträger 2016 ist Peter Zec, Geschäftsführer des Design Zentrums NRW und Initiator und Chef des Red Dot Design Awards und Museums auf Zollverein.

Dieser „Kopf des Jahres“ geht, so die Vorgabe, „an Menschen, die sich für die Region stark machen, ihr ein Gesicht verleihen und klare Kante zeigen“. Treffer, möchte man sagen, wie Peter Zec gestern bewies. Zec ist seit 25 Jahren im Ruhrgebiet und hat in der Zeit aus dem unbekannten roten Punkt (Red Dot) ein weltweit anerkanntes und begehrtes Gütesiegel für Design gemacht. „Aus dem Nichts sind wir in eine weltweit führende Position gekommen“, sagt er.

Eine Erfolgsgeschichte aus und im Ruhrgebiet. „Wir sind ein starkes Stück Deutschland hier. Die Menschen schaffen eine ganze Menge. Die Region muss erkennen, wie stark sie ist. Sie ist ein Nährboden für qualitativ hochwertige Entwicklungen, nur manchmal zu sehr in ihrem Understatement verhaftet. Woanders wird von 9 bis 5 gearbeitet, auf die Kö gegangen und dort der feine Mann gemacht.“ Einmal in Fahrt, legte Zec nach und kritisierte Fehler der Vergangenheit: „Die Kulturhauptstadt, eine verpasste Chance. Da wurden Menschen aus der ganzen Republik eingekauft. Die sind alle wieder weg. Den Essenern, die die Idee geboren hatten, wurde nichts zugetraut.“ Auch für die Stiftung Zollverein, auf deren Gelände das Red Dot Design Museum des Design-Zentrums sitzt, gab es eine Zec’sche Breitseite: „Hier sind Geschäftsführer durch die Stiftung gelaufen, die nichts bewirkt haben.“ Das sei bedauerlich, weil „die Zeche Zollverein ein weltweit einmaliges Gelände“ sei.

Essener Erfolgsweg als Vorbild

Peter Zec kann mit seinem Essener Erfolgsweg als Vorbild für andere Unternehmen aus den Städten Essen, Mülheim, Oberhausen, Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen verstanden werden, die sich um den Tacken bewerben wollen und sollen. „Wir wollen Marketingleistungen aus de Region entsprechend würdigen und freuen uns deshalb auf Kandidaten, die eine besondere Mehrleistung gezeigt haben“, erklärt Hans Piechatzek, Präsident des auszeichnenden Marketing Club Ruhr.

Partner des Tacken sind die IHK zu Essen, die Funke Mediengruppe, zu der auch diese Zeitung gehört, und die FOM Hochschule für Ökonomie und Management. Eine Fachjury aus Wissenschaftlern und Marketingprofis wird die eingereichten Bewerbungen in den drei Kategorien Unternehmen, Start-Up und Agentur bewerten.