Ruhrallee: Schlimmer wird’s nicht
07.10.2010 | 20:43 Uhr 2010-10-07T20:43:00+0200
Essen.Eine ausgebaute A44 belastet die Ruhrallee nicht zusätzlich mit Verkehr, besagt ein neues Gutachten. Damit liefert es Zündstoff für die Diskussion um den Tunnelbau - er könnte Entlastung bringen.
Die politische Meinungsfindung über Sinn und Unsinn eines Ruhralleetunnels erinnert an den täglichen Stau an der Oberfläche: Es geht nur im Schritttempo voran. Nun liefert eine neues Verkehrsprognose Zündstoff für die Debatte. Das Ergebnis liest sich im Kern so: Ja, ein Tunnel würde die Ruhrallee entlasten. Doch der Verkehr würde auch ohne Tunnel nicht zunehmen, obwohl die A44 in absehbarer Zeit von Düsseldorf nach Essen führt.
Das von der Stadt beauftragte Ingenieurbüro Helmert hat diese Prognose für das Jahr 2020 auf Grundlage einer Verkehrsuntersuchung gestern dem Stadtplanungsausschuss vorgelegt. Das Ergebnis überrascht. Stellt es doch die Argumentation des Landesbetrieb Straßen NRW quasi auf den Kopf. Dieser hatte die Notwendigkeit eines Tunnelbaus stets auch damit begründet, dass durch den Ausbau der A44 zusätzlicher Verkehr nach Essen und damit auf die Ruhrallee fließt. Ja, spätestens im Jahr 2017, wenn die Lücke zwischen Velbert und Ratingen geschlossen wird, drohe auf der Ruhrallee der Verkehrskollaps.
Eine Milliarde Euro für die Autobahnprojekte
Und nun? Alles Panikmache? Alles halb so wild? Eine erste Reaktion von Seiten der SPD lautete im Planungsausschuss sinngemäß so: Dann können wir uns den teuren Spaß ja sparen! Straßen NRW kalkuliert für beide Autobahnprojekte schließlich vorsichtig mit Kosten von etwa eine Milliarde Euro. 265 Millionen Euro soll allein der Ruhralleetunnel kosten - im günstigsten Fall. Das ist viel Geld, weshalb hinter dem Projekt ein dickes Fragezeichen steht.
Mit der nun vorliegenden Prognose dürfte das Fragezeichen aus Sicht der Kritiker noch etwas dicker gezeichnet werden. Errechnet Helmert für die Ruhrallee doch trotz der A44 sogar einen leichten Rückgang der Verkehrsbelastung um 900 Fahrzeuge pro Tag auf 56.500 Kfz. Denn das Ingenieurbüro erwartet dass Verkehrsteilnehmer aus Heisingen, Byfang und Überruhr künftig auf direktem Weg Richtung Düsseldorf fahren und nicht mehr wie heute den Umweg über die Ruhrallee und die A52 nehmen müssen. Für die Ruhrallee bedeutete dies nach wie vor Stillstand. Da gibt es kein Vertun.
Entlastung von Stau, Lärm und Abgasen
Einig sind sich Helmert und Straßen NRW darin, dass ein Tunnel die Ruhrallee und deren Anwohner erheblich von Stau, Lärm und Abgasen entlasten würde - in Zahlen um 25.000 Fahrzeuge pro Tag und damit fast um die Hälfte des heutigen Verkehrsaufkommens. 45.000 Fahrzeuge würden laut Prognose im Ruhralleetunnel verschwinden, weitere 13.000, sollte auch die Westfalenstraße an die Röhre angeschlossen werden. Eine Variante, die Straßen NRW aufgrund höhere Kosten in Höhe von 57 Millionen Euro allerdings nicht favorisiert. Der Anschluss zur A40 bliebe in jedem Fall ein Engpass.
„Lokale Effekte“ durch den Tunnel, also weniger Verkehr, prognostiziert Helmert auch für andere innerstädtische Straßen, allerdings nur im Süden. Anders beim Ausbau der A52 im Norden, auch da sind sich die Gutachter einig. 65 Prozent des Autobahnverkehrs würden laut Helmert das innerstädtische Straßennetz entlasten.
21:27
Ist ja nur unser Steuergeld, was hier verbaut werden soll. Im Ruhrgebiet werden die Menschen weniger, in Essen sogar pro Tag 7 Menschen. Wer brauch da noch so viel Autobahn, die, wenn es gut läuft, erst in 25 Jahren fertig ist? Da ist das Geld woanders besser aufgehoben.
10:54
Jeder, der den täglichen Kollaps auf der B 224 erleben darf oder muss, wird sich über eine vernünftige Entlastung einer Ampelfreien Autobahn mit Anschluss an die A 42 freuen. Wenn die Anwohner in Essen nicht mehr 2 mal täglich den Kollaps vor und in der Nase haben, sollten sie sich doch auch freuen, m. E. steigt auch deren Wohn- und Lebensqualität daduch deutlich. Die Gladbecker sind von so einer Lösung doch gar nicht betroffen, daher ist der Zwergenaufstand dort auch gar nicht zu verstehen und gerechtfertigt.
08:22
@13
Die sogenannten Kleingeister machen hier jetzt und als BI den Zwergenaufstand und wenn in 15 Jahren die Prognosen anders ausfallen, dann heisst es entweder das konnte doch keine ahnen oder man hört nie wieder was von ihnen.
Dann besteht leider nicht die Courage zuzugeben dass man Unrecht hatte.
Es ist jedesmal dasselbe.
11:17
Ich findes es super. Baut die A52 bis zur A42 fertig.
Das ist diese Großstadt unwürdige Thema in Essen endlich zu Ende.
Danach lasst den Gladbeckern Ihre Meinung. Ich habe kein Problem damit, wenn die Autos bei denen rumsticken. Danach werden sie ihre Meinung schon ändern.
Das gleiche machen wir in Sachen Ruhrallee. Wenn die Leute nich über den Tellerrand hinaus denken wollen - ok. Mal sehen, was sie in 15 jahren schreiben.
Leider ist Politik so kompliziert, das die meisten Kleingeister das nicht verstehen.
16:56
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00:36
Das Ing. Büro Helmert hat schon mehrfach zu Verkehrsfragen in Essen Analysen erstellt. Bei den Planungen zu Regionalen Flächennutzungsplan in 2008 wurde pro und contra eines Ruhralleetunnes untersucht. Damals wurde auf die zu erwartende Autobahnverbindung Ratingen - Velbert hingewiesen, sie wurde aber nicht mit berechnet. Ich bin froh dass jetzt eine aktuelle Analyse erstellt wurde und dies von jemandem der nicht direkt an den Bauvorhaben beteiligt ist.
Sie finden das Gutachten aus 2008 wenn sie auf www.essen.de Dort im Ratsinformationssystem nach Helmert suchen und von dem Datensatz Vorlage 0280/2008/6B die Anlage Bericht RFNP 2015 Verkehr öffnen. Schon damals wurde dargelegt, dass auch bei einem Tunnel OHNE Anschluß der Westfalenstraße der Verkehr auf der Westfalenstraße um 4.300 Fahrzeuge pro Tag steigt. Ich stimme also #7 amo voll zu.
Die internen Planungen des Bundesverkehrsministeriums sehen für die Autobahnverbindung A 44 - A 52 Verkehrszahlen von 140.700 PKW und 18.650 LKW pro Tag vor. Sie finden diese Zahlen auf dem in Teilen veröffentlichten Dokument hier: http://www.stoppt-a52.de/bewertung.pdf Diese Zahlen entsprechen dem Ruhrschleichweg (A 40). Wie soll dieser Verkehr denn fliessen? Die A 40 ist schon sechsspurig ausgebaut und der Stau am Ende der A 52 ist noch da.
Nicht Thema ist bisher die katastrophale Bewertung der neuen Transitautobahn durch das Bundesamt für Naturschutz mit der Bewertung 1,1 wobei 1,0 die schlechteste mögliche Bewertung wäre. Diese ist begründet in der Schädigung des europäischen Naturschutzgebiets Heisinger Aue. Den Essener Bürgern scheint nicht bewusst zu sein dass hier an der Ruhrallee das ausgezeichnetste Filetstück der Stadt verwurstet würde.
Die Lärmzahlen für die Strecke Kupferdreh - Bergehausen sind falsch, auf der Internetseite der Stadt Essen und auch auf der des Landesumweltministeriums. Der Lückenschluß Velbert Rötgen - Kupferdreh Süd hat zumindest in Kupferdreh, Dilldorf und Heisingen zu mehr Lärm geführt. Es wurden aktuell Verkehrszählungen durchgeführt anhand derer wahrere Werte berechnet werden können. Diese Lärmkarten und die zu erwartende Belastung bei einem Vollausbau von der A 3, mit Kreuzen an den Autobahnen A 40 und A 2, bis hin zur A 1 sollten endlich öffentlich gemacht werden.
23:19
stmals waren 560 Luftballons am Revier-Himmel auf einer Strecke von 25 Kilometern geplanter Transit-Autobahn zu sehen. Der Aktionstag 2. Oktober brachte viele interessante Gespräche mit betroffenen Bürgern in Essen, Bottrop und Gladbeck. Die meisten Bürger fanden die Aktion gut und hoffen auf weitere Aktivitäten. Alle Stationen zeigten die direkten an vielen Stellen dramatischen Folgen auf, die eine neue Transit-Autobahn nach sich ziehen würde auf.
Bottroper Bürger fürchten Erörterungstermin des Planfeststellungsverfahrens
In Bottrop erlebte „Stoppt A 52“ viele Bürger, die nicht mit den Planungen von Straßen.NRW und der positiven Haltung von Stadt-Verwaltung und Stadt-Rat gegenüber der neu geplanten Transit-Autobahn einverstanden sind.
Die Bürger nutzten die Gelegenheit, zu erfragen, wann denn der Erörterungstermin sei für die Einwendungen im Planfeststellungsverfahren. Viele haben Angst diesen wichtigen Termin zu verpassen. Die Bürgerinitiative „Stoppt A 52“ ist der einzige neutrale Ansprechpartner für die Bürger.
Neues Autobahnkreuz an Fußgängerbrücke über die A 40 im Essener Norden?
An 13 Punkten der geplanten Trasse der A 52 demonstrierte die Bürgerinitiative „Stoppt A 52, Essen“. Insgesamt beteiligten sich etwa 200 Menschen an den Stationen vom Vogelheimer Tor bis zur Fußgängerbrücke über die A 40. Dort soll ein neues Autobahnkreuz entstehen, wenn die politischen Mehrheiten von CDU und SPD daran festhalten.
Als attraktive Aktion hat sich das Engagement der Malerin Ewa Kwasniewska herausgestellt. Die Mahnwache an der Zeche Königin Elisabeth wurde durch eine Ausstellung von Kwasniewska bereichert. Viele konstruktive Gespräche und Kontakte haben uns in unserem Willen, diese neue Transit-Autobahn mitten durch unsere Stadt zu verhindern, bestärkt.
Essener Bürger wehren sich gegen Transit-Autobahn
Weit sichtbar schwebten 150 orange Ballons am 2. Oktober am Himmel über Essen-Bergerhausen. Etwa 200 besorgte Anwohner nahmen an der „Trassen-Wanderung“ über dem geplanten Ruhrallee-Tunnel teil. Viele Menschen, die sich lediglich informieren wollten, wanderten mit.
Schnell wurde klar: Auch weitere 300 Ballons hätten engagierte Abnehmer gefunden. Die Ballons markierten zu befürchtende Standorte von Beton-Verfüllungsanlagen. Sie wären nötig, um den vom alten Bergbau unterhöhlten Untergrund zu verfüllen. Die oberirdisch erkennbare Tunnelstrecke bot ein Eindrucksvolles Bild.
Ein wachsendes Bewusstsein für die im gesamten Ruhrgebiet umstrittene Transit-Autobahn hat viele Bürger in Bergerhausen und Rellinghausen beflügelt, sich weiter zu engagieren. Beim Spaziergang durch den Stadtteil wurden friedliche Bürger zu Demonstranten für ein neues Mobilitätskonzept.
„Stoppt A 52“ trägt Stadt Gladbeck zu Grabe
Mit einem mahnenden Trauerzug trug „Stoppt A 52“ die Stadt Gladbeck zu Grabe. Der Demonstrationszug zog durch Gladbeck-Ost und zur Lambertikirche in der Stadtmitte. Über den Marktplatz ging es zum Informationsstand des Bürgerforums A 52 auf der Brücke der Horsterstraße über die B 224. Anschließend durch den jungen, lebendigen Stadtteil Butendorf und zurück zum Jugendzentrum Maxus in Gladbeck-Ost.
Offensichtlich ist: Die meisten Gladbecker sind sehr interessiert, informiert und gegen die Autobahn durch ihre Stadt..
19:45
Das was in dem Planungsausschuß laut Artikel beschrieben wurde ist das, was das städtische Planungsamt gern hören wollte. Die A 52 soll gebaut werden, den Ruhralleetunnel braucht man nicht wirklich. Es ist wohl einschränkend festzuhalten, dass das Gutachte ndes Ingenieurbüros Helmert wohl noch nicht vollständig vorzuliegen scheint. Es bleibt die Frage jetzt für den Bürger und den Politiker auf welchen Daten beruht denn welches Gutachten. Wie kann man zu anscheinend entgegengesetzten Aussagen, was den Verkehrszustrom angeht, kommen? Wem oder was soll man als Normalbürger und auch als Politiker denn glauben? Anscheinend kann man je nach Arbeitsauftrag für den Gutachter das Ergebnis mit beeinflussen. Leider wurde durch das Gutachten nicht betrachtet, ob nicht mit alternativen Verkehrskonzepten eine nachhaltige Verringerung des Verkehrs auf der Ruhrallee bzw. auch im Essener Norden erzielt werden kann. Somit bringt das Gutachten die gesamte Diskussion keinen Schritt voran, sondern scheint nur bereits gefasstse Meinungen in der Verwaltung zu unterstützen.
19:02
Halleluja, 25.000 tausend Autos verschwinden da, wo eine Gewerbegebiet nördlich der Ruhrallee ist unter der Erde und kommen, da wo Menschen rechts und links der Ruhrallee wohnen wieder aus der Erde vor der A52 raus. Insgesamt wird es dort und auf der a% bis zur A40 mehr Verkehr. Und wenn die A44 bis Velbert und die A52 im Norden gebaut ist, dann stehen die Transit-LKW´s irgendwann an der Frankenstraße und dann geht es in Salamitaktik weiter. Warum gibt es keine flexible Fahrspurregelung die auf der Gladbecker morgens 3-Spurig reinführt und abends 3-Spurig raus? Warum werden nur Verkehrsflussmengen als Kriterium angesetzt. Lebensqualität am Helenpark ist wohl nur ein Nebenaspekt. Und nchmal, es wird eine Transitautobahn geplant mit mehr Verkehr. Da hilft es nix, wenn ein Gutachten nur die innerstädtischen Verkehrsmengen berücksichtigt.
16:41
@#4
Jetzt haben es die Gegner schwarz auf weiss
Eben, dass Gutachten sagt eindeutig, dass das Verkehrsaufkommen ohne Tunnel sinken wird.
Stellt es doch die Argumentation des Landesbetrieb Straßen NRW quasi auf den Kopf. Dieser hatte die Notwendigkeit eines Tunnelbaus stets auch damit begründet, dass durch den Ausbau der A44 zusätzlicher Verkehr nach Essen und damit auf die Ruhrallee fließt.
Bei einem Tunnel gehen nur noch 30000 über die Ruhrallee, aber 45000 durch den Tunnel.
Das macht eben für alle anderen Straßen 20000 mehr. War doch von Anfang an klar, dass der Tunnel keine vernünftige Lösung ist.
Wann kapieren endlich alle Betonköpfe, dass Autobahnen und Autotunnel gebaut werden, um Verkehre abzuwickeln und nicht um Anwohner (an der Ruhrallee) zu entlasten.