Ruhr Games hätten mehr Werbung und Zuschauer verdient

„Da ist bei Nachbarschaftsfesten mehr los“, sagt ein Mann am Infostand nebenan. Die Ruhr Games sind in Essen schleppend gestartet.
„Da ist bei Nachbarschaftsfesten mehr los“, sagt ein Mann am Infostand nebenan. Die Ruhr Games sind in Essen schleppend gestartet.
Was wir bereits wissen
Die Ruhr Games des RVR sind in der breiten Bevölkerung unbekannt – auch weil die Werbung dafür auf der Strecke blieb. Ein Kommentar.

Wenn der Applaus das Brot des Künstlers ist, dürften einige Künstler nach ihren Auftritten bei den Ruhr Games in Essen hungrig nach Hause gegangen sein. Eine tolle Folkwang-Nachwuchsmusikerin trat Fronleichnam am Baldeneysee auf. Drei Zuhörer waren da. Und klatschten. „Da ist bei Nachbarschaftsfesten mehr los“, sagte ein Mann, der fünf Meter weiter den Infostand betreute, an dem niemand Informationen nachfragte. Ein Nachbarschaftsfest wird ehrenamtlich organisiert. Es wird nicht professionell und mit viel Geld monatelang vorbereitet.

Die Ruhr Games sind eine klasse Sport-Jugend-Kultur-Veranstaltung, ein tolles Geschenk des Regionalverbands Ruhr an die Region. 2,5 Millionen Euro kostet das Event etwa.

Nur wurde so viel Geld in Konzepte investiert, dass die Werbung auf der Strecke geblieben ist. Anfang der Woche sagten über 60 Prozent der Bürger in einer nicht-repräsentativen WAZ-Umfrage, dass sie die Veranstaltung nicht mal kennen – trotz der Plakate, die inzwischen in der Stadt hängen.

Ruhr Games Lange Zeit wurden soziale Medien für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt, um die junge Zielgruppe anzusprechen. Bei Twitter folgen, Stand Freitagabend, weniger als 200 Interessierte den Organisatoren. Hobby-Twitterer haben mehr Follower.

Hoffen wir, dass Samstag nicht nur bei Jan Delay auf Zollverein richtig viel los ist. Und, dass die Ruhr Games in den nächsten Jahren besser beworben und besucht werden.