„Rü“-Händler klagen über hohe Mieten
04.01.2012 | 12:02 Uhr 2012-01-04T12:02:00+0100
Essen. Die Rüttenscheider Straße boomt. Die Mieten aber auch. Das macht den Geschäftsleuten Sorgen.
Wo es brummt, wo Menschen gerne leben und einkaufen, da steigen tendenziell die Mieten. Das ist in Rüttenscheid nicht anders als überall sonst. Auch entlang der Rüttenscheider Straße wachsen nun aber die Sorgen, ob die derzeit von den meisten Essenern als sehr gut empfundene Mischung mittelfristig in Gefahr geraten könnte. „Die Hauseigentümer sind die größten Nutznießer der positiven Entwicklung in Rüttenscheid, tun aber selbst am wenigsten“, schimpft Hannes Schmitz, Urgestein der Rüttenscheider Kneipen-Szene und Betreiber mehrerer Gastronomie-Betriebe. „Nur beim Kassieren, da sind sie groß.“
Schmitz selbst ist derzeit in Verhandlungen, um seine Mietbelastung zu reduzieren. „Ich sehe nicht mehr ein, dass ich für den Flur zu einer Gaststätten-Toilette den vollen Preis zahlen soll.“ 16, 17 Prozent vom Umsatz gehe bei ihm für die Miete drauf, „wenn ich da eine kleine Delle beim Umsatz habe, ist es vorbei“.
Gastronomen unterbieten sich
Es gibt weitere Beispiele: Das Reisebüro Glitza, seit 50 Jahren am Rüttenscheider Stern gegenüber dem früheren Hertie-Grundstück ansässig, strich nach einer offenbar recht happigen Mieterhöhung die Segel, berichtet Rolf Krane, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Rüttenscheid (IGR) . Und auch Predrac Milovic, der mit seinem „Café Madrid“ seit einigen Jahre an der oberen „Rü“ ansässig ist, räumt das Feld.
Für ihn war nicht die hohe Miete direkt der entscheidende Grund, sondern eine - wie er es sieht - „Fehlentwicklung in der Rüttenscheider Gastronomie “, die auch mit dem Mieten-Druck zusammenhänge. „Gerichte für fünf Euro mittags - das funktioniert finanziell einfach nicht“, sagt Milovic, der dies allerdings eine ganze Weile selbst mitmachte. Wegen der beinharten Wirte-Konkurrenz in Rüttenscheid, aber eben auch, um in den teuer angemieteten Räumen möglichst ganztägig Umsatz zu erzielen, hätten sich immer mehr Gastronomen auf solche Angebote eingelassen. Das sicher auch, weil Passanten und viele, die in Rüttenscheid arbeiten, sie gerne annehmen.
Es gibt ihn noch, auch in Rüttenscheid, den Hauseigentümer, dessen Herz gleichzeitig am Wohlergehen des gesamten Quartiers liegt. Mehr und mehr kaufen sich nach Ansicht von Marktbeobachtern allerdings große Immobilienfonds ein, die sich nahezu ausschließlich für Rendite interessieren. Makler registrieren zudem für Essener Verhältnisse hohe Preise.
„Gewinn lässt sich damit nicht machen“, sagt der 50-Jährige, der die Rüttenscheider Straße auf dem Weg zum Restaurant-Einheitslook mit den immer gleichen schicken Gastro-Einrichtungen sieht. „Ein interessanter Kiez wird die Rü doch erst wieder vom ,Stern ’ Richtung Ampütte.“ Seiner Ansicht nach feiere sich das Quartier etwas zu selbstgefällig. „Deshalb gehe ich jetzt nach Holsterhausen.“ In den Restaurant-Räumen des früheren „Leibgericht“ gegenüber vom Landgericht macht Milovic einen neuen Anfang.
Warnung vor Pauschalisierung
IGR-Vorsitzender Rolf Krane hält Generalkritik dieser Art für weit übertrieben. Und er nimmt auch die Hausbesitzer gegen Verallgemeinerungen in Schutz: „Es gibt sicher Unvernünftige, die versuchen herauszuholen was geht, aber es gibt auch die anderen, die lieber auf etwas Geld verzichten und sich dafür häufige Mieterwechsel ersparen.“ Zwar findet Krane ebenfalls manches übertrieben, wirbt aber andererseits um Verständnis: „Die Entwicklung ist in gewisser Weise unvermeidlich, man nennt das Marktwirtschaft.“
Krane warnt auch davor, jeden Wandel pauschal zu verteufeln: Wenn es im Rahmen bleibt, sei ein bisschen Kommen und Gehen bei Geschäften und Gastronomien gut. Die Ansiedlung einer inhabergeführten Spitzen-Konditorei dort, wo früher einer der Rüttenscheider Kabel- und Telefon-Läden war, zeige doch, dass zu Pessimismus kein Anlass besteht. Krane will auch nicht den hie und da zu hörenden Vorwurf gelten lassen, Rüttenscheid entwickle sich wegen steigender Mieten und Kaufpreise für Wohnungen zu sehr zum Schickimicki-Viertel. „Ich kann nicht feststellen, dass die Sozialstruktur sich wirklich ändert.“
19:55
Herrn Milovic kann man nur zu seiner Aussage beglückwünschen. Er spricht aus was viele Geschäftsleute schon lange über Rüttenscheid und die Lobbytruppe um Herrn Krane denken. Wie groß die Machenschaften und welch Geistiges Kind Herr Krane ist erkennt man heute an seiner IGR Internetseite, wenn er Werbung für preisgünstiges Mittagsgericht aus dem Mittendrinn macht. Nach dem Artikel und der Aussage von Herrn Milovic sollte man doch als Lobbyist für alle Rüttenscheider doch besser erst einmal ruhig sein. Man könnte fast meinen das Herr Krane nur Werbung für bestimmte Läden macht. Ich kann Ihm gerne mindestens 30 Lokale in Rüttenscheid aufzählen die preisgünstige Mittags Angebote machen die aber auf seiner Seite nie aufgezählt werden.
21:14
dort wird wie in Gelsenkirchen sich bald die neue Klientel der Gerichtsvollzieher eher als die Passanten die Klinke in die Hand geben, der daraus resultierende Verlust von Geschäften wird dann das seinige tun, Innenstadt sterben und 1 Euro Läden sind die folge, aber Sie haben es ja so gewollt.
15:16
Tja, auf der Rü zwischen Gußmannplatz und A 52 sieht es aber sehr nach überteuerten Mieten aus, so oft wie hier die Mieter und ihre Geschäfte wechseln... Da wollen wohl einige Vermieter absahnen, ohne dass die notwendige Publikumsfrequenz vorhanden wäre.