„Route der Hindernisse“ hat bald ein Ende

Kupferdreh..  Das Projekt „Radweg zwischen Nierenhof und Kupferdreh“ befindet sich auf den letzten Metern der Zielgerade: Es fehlen nur noch wenige Unterschriften. Wobei sich im Sprachgebrauch genutzte Wort Radweg nicht richtig ist. Die sechs Kilometer lange Route im herrlichen Deilbachtal ist nicht nur für Radfahrer gedacht, sondern auch für Wanderer, Spaziergänger oder Skater.

Unsere Zeitung hatte Gelegenheit mit Bernd Schmidt-Knop, dem Betriebsleiter bei „Grün und Gruga“, ein ausführliches Gespräch über die derzeitige Entwicklung zu führen. „Als ich vor 30 Jahren meine Arbeit in Essen startete, lag das Projekt schon auf dem Tisch“, erinnert sich Bernd Schmidt-Knop, „und nun sieht alles so aus, dass die Route zwischen beiden Städten 2016 Wirklichkeit wird.“

Tatsächlich waren bis zur Realisierung zahlreiche Probleme zu bewältigen. Etliche Pläne wurden entwickelt, diskutiert und übrig blieb nun die bekannte Route im Rahmen des Gesamtprojektes „Neue Wege zum Wasser“ zwischen den beiden Ortsteilen von Velbert und Essen. Eine Strecke, die den Namen „Route der Hindernisse“ verdient hätte.

Es gab eine Menge von Problemen zu klären, denn entlang der Trasse waren sehr viele private und öffentliche Nutzungsrechte zu berücksichtigen. „Im Vorgriff auf den Bau haben wir auch die Fassade der alten Ziegelei schon instandgesetzt und die Standsicherheit des Schonsteines überprüfen lassen“, erklärt Schmidt-Knop. „Wir möchten, mit dieser Erlebnisroute die Bedeutung der frühindustriellen Stätten im Deilbachtales herausstellen.“

Viele markante Industrieorte

In der Tat liegen an der geplanten Route mit der Ziegelei, dem historischen Deilbachhammer, Kupferhammer und Pingen, in denen Steinkohle abgebaut wurde, zahlreiche bedeutende Zeugen der Industrie im Revier. „Wir sind sehr dankbar, dass der Besitzer der ehemaligen Ziegelei ein wesentlichen Beitrag zur Realisierung beigetragen hat“, hebt der Betriebsleiter von „Grün und Gruga“ hervor, „aber auch diverse Klärungen der Strom-, Wasser- und Versorgungsrechte mussten berücksichtigt werden. Ein strittiger Punkt war auch die Klärung der Erneuerung und der Unterhaltung der Deilbachbrücke mit dem Ruhrverband und der Stadt Essen. „Beide werden sich die Unterhaltungskosten teilen, freute sich Schmidt-Knop über die erfolgreiche Lösung eines weiteren kritischen Punktes innerhalb des Jahrzehnte langen Projektes. Zudem lobt er auch die enge und gute Zusammenarbeit zwischen beiden Städten: „Die Planungen wurden stets abgestimmt.“

Finanziell ist das Projekt auch von Essener Seite gesichert, denn es werden Gelder vom Beschäftigungsprogramm des Bundes, Land und der Stadt gesichert und bereitgestellt. „Momentan durchläuft das Vertragswerk den internen Essener Unterschriftenweg in den einzelnen Ämtern“, weiß Bernd Schmidt-Knop; „Ich bin mir sicher, dass es dabei bleibt. Im Jahr 2016 werden die Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger die Route Süd, Deilbachtal, benutzen können.

Velbert steht in den Startlöchern

Von Velberter Seite wartet man nun auf das grüne Licht aus Essen. „In Velbert liegen alle Voraussetzungen für einen sofortigen Beginn der Maßnahme vor“, attestiert Ralph Güther, der Leiter der Technischen Betriebe Velbert (TBV).

Die schier unendliche Geschichte um die „Route der Hindernisse“ scheint nach Stand der Dinge nun endlich zum guten Abschluss zu kommen.