Revierpark will sein Bad retten
30.04.2008 | 15:50 Uhr 2008-04-30T15:50:00+0200Gutachter empfiehlt Schließung des Freibades. Geschäftsführer wehren sich: Wir haben stabile Besucherzahlen.Investitionen sollen Energie sparen und Gesundheitsangebote mehr Besucher in Bewegung bringen
Kostensenkung und Energieeinsparung hat sich der Revierpark Nienhausen für die nächsten drei Jahre verordnet. Das fast eine Million Euro schwere Investitionsprogramm soll aber auch die Attraktivität steigern. Eine Schließung des Freibades, die das vom Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) bestellte Bädergutachten empfiehlt, kommt für die Geschäftsführer des Parks "nicht in Betracht".
So hatte sich Geschäftsführer Bernd Schmidt-Knop den Saisonstart nicht vorgestellt. Wegen des erwarteten An-drangs macht heute das Activarium von 9 bis 20 Uhr auf, nächste Woche eröffnet das Freibad. Doch statt Vorfreude auf die Saison registrieren die Park-Macher Verunsicherung bei den Besuchern. "Wir werden schon gefragt, wann der ganze Laden zumacht", sagt Park-Sprecher Hans-Joachim Siebel. Das passiert natürlich nicht. Aber der Vorschlag zur Bad-Schließung hat bei den Besuchern das Gefühl geweckt: Das ist womöglich erst der Anfang. Schließlich haben die Park-Macher auch schon entschieden: Die Kultursparte im Freizeithaus läuft aus.
Schmidt-Knop und Siebel sehen sich bestens gerüstet für die Zukunft und die Bad-Diskussion. 212 000 Besucher kamen letztes Jahr ins Activarium, 400 000 in den Park. Gut, die Bad-Saison war, wie anderswo auch, eine Wetterkatastrophe. "Aber im Mehrjahresschnitt liegen wir bei 60 000 Besuchern im Jahr", sagt Schmidt-Knop. "Wir reden hier von einem Jahresminus um die 200 000 E."
3,3 Mio E setzt der Park jedes Jahr um. Mehr als zwei Drittel erwirtschaftet er aus eigener Kraft, rund 900 000 E schießen die Gesellschafter zu: die Städte Essen und Gelsenkirchen sowie der RVR. Damit dieser Zuschussbedarf sinkt,, soll vor allem der Energieverbrauch gedrückt werden. Neue Pumpen, bessere Wärmedämmung, Wiedernutzung von übergelaufenem Wasser stehen auf dem Programm. Mit der Emschergenossenschaft verhandelt die Parkleitung über Möglichkeiten, das warme Abwasser zur Energiegewinnung zu nutzen. "Wir setzen unsere Politik der kleinen Schritte fort", sagt Schmidt-Knop. "Das, was wir haben, hübschen wir auf", sagt Siebel. Zum Beispiel die Blocksauna im Gesundheitsgarten des Activariums.
Gesundheit wird ein großes Thema werden im Revierpark. Angelehnt an die erfolgreichen Angebote im Activarium und im Blumenhof der Gruga, will Schmidt-Knop mit den Sportbünden beider Städte, aber auch mit privaten Partnern neue Gesundheitsangebote machen. Passend zum Leitbild: "Gute Erholungs- und Gesundheitsqualitäten zu bezahlbaren Preisen und in erreichbarer Nähe". Dazu gehört, dass sie die Radwegeanbindung in den Essener Norden verbessern. Und das Freibad renovieren. Jetzt erst recht.
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