Reparaturarbeiten an der U11 in Essen dauern noch Tage

Eine zähe Angelegenheit: Bitumen verschmierte Gleise auf der Nordstrecke der U 11 – wie hier an der Haltestelle Fischerstraße. Es wird noch Tage dauern, bis der betroffene, insgesamt drei Kilomete lange Abschnitt, wieder gereinigt.ist. Auf der gesperrten Strecke werden so lange Ersatzbusse eingesetzt.
Eine zähe Angelegenheit: Bitumen verschmierte Gleise auf der Nordstrecke der U 11 – wie hier an der Haltestelle Fischerstraße. Es wird noch Tage dauern, bis der betroffene, insgesamt drei Kilomete lange Abschnitt, wieder gereinigt.ist. Auf der gesperrten Strecke werden so lange Ersatzbusse eingesetzt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Reparatur der durch aufgeweichtes Bitumen beschädigten Stadtbahn-Strecke U11 in Essen wird noch Tage dauern. Bis auf Weiteres bleiben Teile der Linie gesperrt.

Essen.. Rätselraten bei der Essener Evag – wie konnte das nur passieren? Da legt durch die Hitze verflüssigtes Bitumen seit Donnerstag Teile des Essener Stadtbahnnetzes lahm, verschmiert die drei Kilometer lange Nordstrecke der U11 zwischen der II. Schichtstraße in Altenessen und dem U-Bahnhof Fischerstraße an der Gelsenkirchener Stadtgrenze und setzt auf unbestimmte Zeit auch elf der 45 U-Bahnen außer Betrieb, deren Räder und bei einigen auch die Drehgestelle verklebt sind.

Die Verkehrsgesellschaft Evag kann sich nicht erklären, warum ein bundesweit anerkanntes Gleisbauverfahren ausgerechnet in Essen zu solch drastischen Problemen führt.

Und das nicht nur auf der Strecke der Linie U11. Nach den Vorfällen auf der Altenessener Straße ging am Samstag die Order an die Leitstellen in Essen, Mülheim und Duisburg, sofort alle Strab-Strecken zu inspizieren und gegebenenfalls die Züge zu stoppen. Tatsächlich hatte sich auf der Verbindung der Linien 103/105 zwischen den Haltestellen Helenenstraße und Fliegenbusch sowie der Linie 108 zwischen Am Freistein und Bahnhof Altenessen ebenfalls Bitumen herausgelöst, so dass es zu ein- bis zu über zweistündigen Sperrungen kam.

Bitumen wird zwischen Gleisbett und dem Straßenasphalt als Dehnungsfuge eingesetzt. So auch vor 15 Jahren auf der Nordstrecke. „Seitdem war dort so etwas nicht passiert“, betont Evag-Sprecher Olaf Frei. „Allerdings hatten wir auch keine solche Hitze wie jetzt.“ Die Evag will bald der Sache auf den Grund gehen, aber das wird „erst der zweite Schritt sein“. Zuerst müssen die Schäden im Stadtbahn-Netz und an den U-Bahnen beseitigt werden. Das ist auch zeitlich gesehen eine mehr als zähe Angelegenheit.

Drehgestelle müssen demontiert werden

Auf dem U11- Abschnitt zwischen Altenessen und Karnap muss jedes Meter Gleis vom Baustoff gereinigt und geschliffen werden. Die Fugenlöcher werden provisorisch mit Teer gefüllt, auch damit Fußgänger und Radfahrer nicht darüber stolpern. Die Evag arbeitet sich mit eigenen Kräften und einem Subunternehmen Stück für Stück durch, derzeit zwischen Fischerstraße und Alte Landstraße. Die U-Bahnlinie U11 zwischen II. Schichtstraße und Gelsenkirchen-Buerer Straße bleibt gesperrt und wird mit Ersatzbussen bedient. Wann dort wieder U-Bahnen wieder fahren können, „das wissen wir noch nicht“, so Olaf Frei. Einige Tage wird das bestimmt noch dauern.

Und die elf verklebten U-Bahnen? Die kann man nicht einfach durch die Waschstraße fahren, damit alles wieder rund läuft. Das Bitumen haftet nicht nur an den Rädern, sondern ist auch in Drehgestelle geraten. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir das ein oder andere Drehgestell demontieren müssen“, so der Evag-Sprecher, der einen längeren Ausfall der U-Bahnzüge nicht ausschließen kann. „Die Reinigung ist sehr aufwendig und langwierig.“

Und selbst der beherzte Versuch der Werkstatt im Betriebshof Stadtmitte, Bitumen mit Trockeneis zu behandeln, damit sich die Reste ablösen lassen, scheiterte.

Der Ausfall der elf U-Bahnen führt derzeit zu keinen Engpässen im Liniennetz. „Noch kriegen wir es hin, alle Kurse zu besetzen“, erklärt Frei. Zum einen durch den Zugriff in die Reserve, zum anderen fahren auf einigen Linien zeitweise nur Kurzzüge. Sollten aber die Bahnen noch nicht repariert sein, wenn die Linie U 11 wieder vollständig in Betrieb geht, dann wird es eng.