Reiten lernen einmal anders

Kray..  Reitunterricht, das bedeutet Disziplin und vor allem Training, bis die Waden bluten – so zumindest das gängige Bild. Dass dies ganz bestimmt nicht so sein muss, beweist Reitlehrerin Mandy Berntzen mit ihrem Kurs „Hippolini“, der schon von Kindern ab drei Jahren besucht werden kann. Seit Dezember ist sie auf dem Mechtenberghof mit dem Konzept „Hippolini“ erfolgreich – und hat zahlreichen Kindern das Reiten auf spielerische Art und Weise nähergebracht.

Ob sie wahre Pferdenärrinen sind, braucht man Lana (6) und Luna (9) eigentlich gar nicht zu fragen – ihre Augen leuchten, wenn sie die beiden gutmütigen Ponys von Mandy Berntzen endlich satteln und striegeln dürfen. Und dazu haben sie häufig Gelegenheit – bietet doch das Programm „Hippolini“ mehr als nur reinen Reitunterricht. „Eine Grundkompetenz, die es zu erlernen gilt, ist der verantwortungsvolle Umgang mit den Pferden, zum Teil auch die Angst vor den Tieren zu verlieren.“

Unterricht ist wie ein Spiel

Angst vor den Ponys? Für Lana und Luna unbegreiflich. Am liebsten würden die beiden jede freie Minute bei den kinderlieben Vierbeinern verbringen. So sehr die beiden Mädchen es lieben, mit den Ponys herumzutollen – sobald es auf den Rücken der Tiere geht und das Führen oder das Reiten an der Longe geübt wird, ist volle Konzentration angesagt. Lana gibt sich große Mühe, das Pony, das so groß ist wie sie selbst, zu führen. Und tatsächlich: Alles klappt perfekt. Ein Lächeln spielt über Lanas Gesicht.

Selbstständigkeit sei nur ein Aspekt, der bei „Hippolini“ gezielt geschult werde, so Reitlehrerin Mandy Berntzen. „Die Kinder bestimmen von Anfang an mit, eine Grundlage für erfolgreichen Reitunterricht“, weiß die erfahrene Lehrkraft und Mutter eines fünfjährigen Sohns. Dabei wird das Reiten den Kindern immer auf spielerische Art und Weise näher gebracht. „Wir reiten durch den Dschungel oder sind Ritter und Burgfräuleins.“ Die natürliche Fantasie der Kinder werde hierdurch erheblich gestärkt.

Lana und Luna sind heute zusammen für ein Pony verantwortlich, kümmern sich auch das Bürsten und die Pflege der Hufe. Die sechsjährige Lana „liebt das“, wie sie mit strahlendem Lächeln sagt. Hinter der konsequenten Teamarbeit steckt der Gedanke, den Kindern Zusammenhalt in der Gruppe näherzubringen. Ein Aspekt, der bei klassischem Reitunterricht meist vernachlässigt wird, wie Mandy Berntzen erklärt: „Normalerweise gibt es nur Einzelunterricht, Teamarbeit ist im Reitsport absolut unüblich.“

Viele Reitschulen besucht

„Normalen“ Reitunterricht hat Lana ebenfalls schon kennengelernt – und ist froh, nun bei „Hippolini“ gelandet zu sein. „Ich war schon in mehreren Reitschulen“, sagt sie. „Aber da hat es mir nicht so viel Spaß gemacht wie hier. Da haben wir meistens immer dasselbe gemacht.“

Langeweile, das kennen Lana und Luna bei „Hippolini“ nicht. Wenn sie gerade nicht mit den Ponys beschäftigt sind, können sie den Spielbereich auf dem Reitplatz nutzen und sich dort austoben.

Dass Lana reiten lernen wollte, lag nahe – ihre Großeltern besitzen ein Gestüt, züchten dort Pferde. Dass eine waschechte Reiterfamilie ihr Kind zu ihr schickt, ehrt Mandy Berntzen. „Das ist für mich eine Bestätigung, dass das Konzept ankommt und geschätzt wird.“

Luna ist zwar seit nicht ganz so langer Zeit mit dem Pferdevirus infiziert wie ihre jüngere Freundin, dennoch steht schon jetzt für sie fest: „Irgendwann will ich auch auf großen Pferden reiten.“ Ihr Berufswunsch? „Profi-Reiterin natürlich!“