Rechte-Demo: Polizei hält sich bedeckt

Nach der harschen Kritik der Unterstützer des Bündnisses gegen Rassismus und Rechtsradikalismus an den Aussagen des Polizeipräsidenten Frank Richter hält sich die Behörde bedeckt: So wollte die Polizei gestern keine Details aus dem ersten Kooperationsgespräch mit den Vertretern von „Die Rechte“ bekannt geben, die am 1. Mai in Kray aufmarschieren will. Polizeisprecher Ulrich Faßbender bestätigte nur, dass das Treffen wie geplant stattgefunden habe. Man wolle das Gesprächsklima vor dem ersten Treffen des Behördenleiters mit Vertretern des Bündnisses „Essen stellt sich quer“ und anderer Organisationen am Mittwoch nicht weiter aufheizen, hieß es zur Begründung. Die Einzelheiten sollen im Gespräch mit Frank Richter erörtert werden. Wie die NRZ berichtete, hatten mehrere Bündnisse in einer gemeinsamen Mitteilung aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl gemacht, dass der neue Polizeipräsident den geplanten Aufmarsch der Neonazis nicht verboten hat. Man sei geradezu „entsetzt“ darüber, hieß es. Das Bündnis fordert nun Polizei und Stadtverwaltung auf, „sicherzustellen, dass wir unseren Widerstand gemeinsam in einem großen öffentlichen Rahmen präsentieren können“ – in Hör- und Sichtweite der Nazis, damit die mitbekommen, was die Menschen in Essen und Gelsenkirchen von ihnen halten: „nämlich nichts“.