Raues Klima bei den Klüngelskerlen in Essen
15.10.2012 | 18:24 Uhr 2012-10-15T18:24:00+0200
Essen. Die Bedingungen für Schrotthändler haben sich extrem verschlechtert, Viele kämpfen ums Überleben. Gründe sind neue Auflagen und wachsende Konkurrenz. Auch Klüngels-Kerl Frank Scheuer aus Altenessen macht sich Sorgen: "Ich frage mich, wie lange ich meine Kinder noch ernähren kann“, sagt der dreifache Vater.
Viele Schrotthändler kämpfen ums Überleben. Gründe sind neue Auflagen und wachsende Konkurrenz. Dazu gehören Unternehmer aus Osteuropa und die Kommune, die nun Elektro-Schrott der Bürger erhält.
Als Kind ist Frank Scheuer mit der Flöte vor dem Wagen seines Vaters vorweggelaufen. Der war Klüngels-Kerl, das ist der Sohn bis heute. Der 41-Jährige hat beruflich nie etwas anderes gemacht, denn er schätzt die Freiheit, sein eigener Chef zu sein, so empfindet das der Altenessener: „Ich habe eine abwechslungsreiche Aufgabe und viele Bekanntschaften, die im Laufe der Jahre entstanden sind“.
Doch heute sorgt er sich um seinen Job und um seine Existenz: „Ich frage mich, wie lange ich meine Kinder noch ernähren kann“, sagt der dreifache Vater. Denn die Bedingungen für Schrotthändler haben sich extrem verschlechtert: „Wir kämpfen.“ Dazu beigetragen hat die enorme Konkurrenz und zuletzt, dass sie nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz keinen Elektro-Schrott mehr von privaten Personen sammeln dürfen.
Dauerbeschallung nervt
Brachte bis vor kurzem etwa eine Waschmaschine allein 80 Kilo auf die Waage, fährt er heute vielleicht wegen ein paar Eisenstangen raus. Das macht Frank Scheuer mit seinem Kollegen Markus Metzler ruhrgebietsweit nur nach Anruf und Terminvereinbarung – ohne Flötenmusik. Selbst die beiden sind von der Dauerbeschallung in den Straßen genervt. „Viele Osteuropäer haben den Markt entdeckt. Die hauen sich ‘ne Flöte rein und ballern durch die Städte“, sagt Scheuer.
Auf der einen Seite versteht er zwar, dass auch sie ihre Familie versorgen müssen. Auf der anderen haben sie Sammler erlebt, die alles abgrasen, was am Straßenrand steht oder in den Mülltonnen steckt. Und sie erleben, dass Illegale in ihrer Branche den Ruf ruinieren: Einige schlachten den Schrott aus, entsorgen die Reste im Gebüsch.
Illegale Schrottsammler machen Markus Metzler wütend
„Früher haben sich die Menschen über uns gefreut“, sagt Markus Metzler. Der 44-Jährige hat eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker gemacht, später als Drucker gearbeitet und sammelt nun seit zehn Jahren Schrott: mit der notwendigen Reisegewerbekarte. „Ich zahle meine Steuern“, sagt der Vater von Zwillingen, der sich über illegale Sammler ärgert. Genauso wütend machen ihn ständig neue, verschärfte Auflagen.
Für die Genehmigung, Elektro-Schrott von gewerblichen Kunden zu sammeln, hat er bereits bezahlt. Nun müsse er bald eine Führerschein-Nachschulung machen, um weiterhin 7,5-Tonner zu fahren und einen weiteren Kurs, um zu lernen, wie er gefährliche Güter sicher transportiere. Alles natürlich kostenpflichtig: „Selbst wenn ich alle Schulungen mache, weiß ich nicht, was kommt.“ Die beiden glauben, dass die Neuerungen eine Folge der inzwischen explodierten Zahl der Sammler sind. Die Schrotthändler plädieren daher für mehr Kontrollen, um zumindest illegale Sammlungen zu verhindern. Der Grund für die Sammler-Schwemme: „Die Schrottpreise sind zwar rückläufig, aber immer noch gut.“
Wenn nun die Stadt den Elektro-Schrott des Privatbürgers bekommt, hat das auch für den laut Metzler einen Nachteil: „Die Seniorin muss ihre Waschmaschine an den Straßenrand stellen, die wir aus dem zweiten Stock geschleppt haben.“
-
Seite 1: Raues Klima bei den Klüngelskerlen in Essen -
Seite 2: Ideen für die Zeit danach
|
|
1 | 2 |

00:46
also schon heftige kommentare hier, ich kann dazu nur sagen. Selbst Thyssen Krupp hat eine Demo organisiert weil ja alles quatsch hier ist, was dieser interviewte hier von sich gab. Selbst so große Firmen wie Thyssen hängen an kleine Schrotthändler oder wie manche hier schrieben bettler. Wenn die Städte den Schrott übernehmen würden und über die Schrottpreise entscheiden würde irgendwann Thyssen die Segeln streichen und deshalb die Demo in Berlin am 14.12.2012
18:53
@2
Tatsächlich!
Ich habe die Zustände am Receyclinghof sowohl bei der Stadt als auch bei der Polizei angeprangert.
Das Ordnungsamt wollte den Sachverhalt Prüfen! (vor etwa einem Jahr)
Die Polizei wollte nichts damit zu tun haben, und das obwohl im Einfahrtbereich Schilder mit absoluten Halteverbot angebracht sind.
Auch das Schild "Be und entladen verboten" wird ignoriert.
Eine nachfrage beim Gewerbeaufsichtsamt in D´dorf vor 9 Monaten hatte folgendes Ergebnis:
Angeblich hat das Ordnungsamt die Jungs vor dem R H kontrolliert!
Es sollen mehrere Bußgeder verhängt, und Platzverweise ausgesprochen worden sein.
Ich selber habe davon aber nichts gemerkt!
Täglich werden dort mehrere Busladungen voll Schrott und Elektronik weggefahren!!!!
Der Erlös bei Schrotthandlern und auf Flohmärkten dürfte dabei täglich mehrere 100 € betragen!
Der Stadt dürften somit monatlich wenigstens 10.000,- € (zehntausend) vor der Haustür geklaut werden!
Keiner tut was!!!!!!!!!!
P.S. Bin kein Schrotti
ja und der Witz ich habe die Genehmigung für Elektroschrott Abholung bei Firmen und nach einem Gespräch mit Frau ... vom Rathaus sagte ich ihr ich fühle mich ein wenig verarscht ich brauch ne Erlaubniß und Ihr lasst Euch den Elektroschrott vor der Haustür klauen wo ist der Sinn?
07:35
Der stadt will nur kassieren . Die Menschen hier im lande sollten mal alle auf die straße
gehen in anderen ländern währe das schon bassiert.
18:29
Bei allem Verständnis für die Sorgen:
Ich kann schlecht warten, bis einer der wenigen "seriösen" hier durchkommt, abgesehen davon, dass ich nicht wüsste, wie ich die erkennen könnte.
Es ist ein Glücksfall, wenn ich was abzugeben habe und es gleichzeitig dudelt... dann ist es mir relativ wurscht, ob der mit dem Pritschen- LKW oder einem alten Kastenwagen kommt. Und das sind sicher nicht nur Osteuropäer.
also legale Schrotthändler die durch die Straße fahren müssen eine grüne Reisegewerbekarte haben (kleines grünes Heft) ruhig mal zeigen lassen, Alle die nur ein A4 Zettel haben dürften nur nach telefonischer Vereinbarung zu Ihnen kommen (was die meißten haben) es gibt Telefon oder Internet auf der Internet Seite muß im Impressum die Steuernr stehen) so einfach grins
18:08
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
17:46
Zumindest was Waschmaschinen betrifft, kann ich das Probem nicht verstehen.
Zum einen wiegen die nur deshalb rund 80 Kilo, weil schwere Betongewichte darin hängen, die die Maschine bem schleudern stabilisieren sollen. Übrig bleibt höchstens die Häfte und davon läßt sich auch längst nicht alles verwerten.
Zum anderen nimmt ein seriöser Händler beim Kauf einer neuen Waschmaschine die alte Maschine gegen Gebühr mit. Das hat mich letztens 25 Euro gekostet. Von wegen 59,50 und selbst heruntertragen - vollkommen unnötig...
Das Gleiche beim Umzug. Entweder nimmt man die Waschmschine mit oder kauft sich eine Neue. Also was soll´s?
So hat von mir noch nie ein Klüngelskerl eine Waschmaschine bekommen und ich hatte schon einige. Das kann also weder das große Geschäft gewesen sein, um das der Schotthändler hier jammert - noch sehe ich die angeblichen Nachteile wenn das Ding mal wirklich Schrott ist...
ja aber stellen Sie sich vor es gibt keine Schrotthändler mehr und nur die Stadt allein hätte ein Monopol auf den Schrott, glauben Sie mir es wird dann alles teurer und die Folge bevor ich zahle ab ins Gebüsch diese Situation hatten wir schon einmal vor sehr langer Zeit als sich niemand für Schrott interessierte
Also ich habe noch niemals die Dienste eines Schrotthändlers in Anspruch genommen - denn mein Sperrmüll wurde seit Jahrzehnten immer kostenlos von der Stadt abgeholt - auch der Elektroschrott. Von daher frage ich mich, was ein Schrotthändler da billiger machen sollte.
Nur eben bei der alten Waschmaschine läuft es anders. Ich habe keine Lust das schwere Ding die Treppen herunter zu schleppen und bis an die Straße zu tragen. Das erledigt dann eben der Lieferant den neuen Maschine gegen Gebühr - und das ist mir das auch wert, zumal es wirklich nicht so oft vorkommt...
14:52
... ist man als Klüngelskerl eben ein Teil einer weitverzweigten Bettelbranche.
Schön, dass die Schrottbettelei in der Vergangenheit anscheinend so ertragreich war, dass man davon eine fünfköpfige Familie ernähren konnte. Wenn nun auch in der Branche die Globalisierung zuschlägt, dann ist das zwar bitter, aber sicher kein Fall für eine Beschränkung zugunsten einiger Alteingesessener.
Diese Horden an Sammel-LKW nerven mittlerweili, stimmt schon. Aber dass das alles nur Reste im Wald entsorgende Schlawiner sind, während der anständige deutsche Klüngelskerl natürlich per definition brav nach Recht und Gesetz verfährt, glaubt doch wohl auch keiner.
Im Fall des hier Interviewten ist das Fall wohl klar: weil die Masse der Klüngelskerle die Straßen abklappert, hat er als reiner auf Abruf kommender SchrottABHOLER natürlich schlechte Karten.
Mit anderen Worten: die schönen Zeiten sind vorbei. Jetzt ist wieder Klinkenputzen wie früher angesagt, statt im Büro auf den Anruf zu warten.
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
ich weiß nicht wo das Problem liegen soll, warst du schon mal selbständig und mußtes für deine Ausgaben selber aufkommen? Dann wüßtes du, egal in welchen Bereich wie schwer es ist, ohne Hilfe vom Staat zu überleben. Was passiert den wenn die Stadt den Schrott selber entsorgt und der Schrottpreis auf einmal extrem singt dann zahlst du als Steuerzahler. Und darum hat sogar Thyssen Krupp aus Angst den Schrott irgendwann mal bei der Stadt teuerer einkaufen zu müssen eine Demo in Berlin organisiert.Du weisst doch gar nicht was alles in diesem Bereich verzweigt ist.
dazu kann ich nur sagen, ich bin kein bettelnder Schrotthändler und ich habe bestimmt nicht im Reichtum gelebt aber deiner Meinung nach soll ich jetzt zum Amt rennen oder wie soll ich den Quatsch verstehen. Wie siehts den mit Ärzten aus wollen mehr Geld gibts da auch ein Komentar von Dir????
14:34
Es gibt ja auch viel zu viele von denen.Fast täglich fährt hier so nerviger Flötist durch die Siedlung.
Hat Kumpel Anton früher auch nicht gestört. Einmal am Tag 2 Minuten Flötengedudel stört? Aha.
Ziehen Sie zu uns an die Straße, der Lärm beschleunigender LKWs, die modifizierten Auspuffe Spätpubertierender und grenzdebile Motorradfahrer übertönen alles.
da haste völlig Recht bin selber Schrotthändler den das alles nervt mit der bimmel Musik
und kann auch nicht verstehen warum die Städte immer noch Gewerbe im Schrott Bereich vergeben. Ist echt zum kotzen
12:56
darf ohne Probleme seine Fehleinkäufe an ordentliche Schrotthändler hier oder in Polen weiter verkaufen.
10:14
Ach so , ein Schrotthändler , der ein Gewerbe betreibt und Steuern zahlt darf laut Kreislaufwirtschaftgesetz keinen Elektroschrott von Privatleuten annehmen ,aber die straff organisierten ausländischen Mitbürger dürfen vor den Recyclinghöfen den gesamten Anlieferungsverkehr lahmlegen und jeden anhalten um ihm den Kofferraum zu überprüfen und den Elektroschrott dann in ihre Transporter umzuladen. Da macht die Stadt wieder mal was sie am Besten kann : Wegschauen.
stimmt.
100-tig Richtig ! Ich kann auch über unsere Rathausleute nur staunen und das nicht erstmalig !
#1 hat natürlich auch vollkommen recht !