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Kommunalpolitik

Rathaus schnallt den Gürtel enger

29.08.2012 | 21:07 Uhr
Rathaus schnallt den Gürtel enger
Foto: Reiner Kruse

Essen.   Mit einem ganzen Katalog von Maßnahmen will die Stadt bis Ende 2015 den Personalabbau auf 690 Stellen ausweiten. Mit spürbaren Auswirkungen auf den Bürgerservice. Dabei geht es, wortwörtlich, auch um das Ende der Fahnenstange.

Im Rathaus ist das Ende der Fahnenstange erreicht, so viel steht mal fest: Zwei Stellen lassen sich einsparen, indem die Stadt die Flaggen für Dritte einholt, Masten abbaut und das signalträchtig flatternde Tuch im Bedarfsfall einfach anderen Trägern anheftet.

Ja, so weit ist gekommen in der Stadt, die einst „jedes Jahr ein Bad im Bau“ hatte und heute die letzten Ecken im höchsten Rathaus der Republik auskehrt, um ihre Finanzen wieder ins Lot zu bringen. Der Personal-Etat gilt dabei als Dreh- und Angelpunkt, um die laufenden Kosten einer schrumpfenden Stadt an die Einnahmen anzupassen.

Und weil Jobabbau ein heikles Unterfangen ist und man sich auch schon mal auf vermintes Gelände begibt, wenn liebgewonnene städtische Leistungen in Frage gestellt werden, wollte Oberbürgermeister Reinhard Paß demonstrativ Flagge zeigen – und bot den kompletten Verwaltungsvorstand auf, um einen 55-seitigen Maßnahmen-Katalog vorzustellen.

CDU-Reaktion
„Gute und weniger gute Vorschläge“

In einer ersten Stellungnahme nannte die CDU den Sparkatalog der Stadt eine „gute Grundlage für die anstehende Haushaltsberatung“, die „gute und weniger gute Vorschläge“ enthalte. Man werde, so Fraktionschef Thomas Kufen, alle Vorschläge sorgsam prüfen: „Wasserstandsmeldungen unserer Beratung wird es nicht geben.“

55 Seiten, um aufzuzeigen, wo und wie man aus einer städtischen Belegschaft von 9149 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund 690 Stellen streicht. Weniger als acht Prozent, mag mancher abwinken, doch die Rechnung fällt komplizierter aus. Denn die 9149 Personen belegen rechnerisch 8263 Vollzeitstellen. Zieht man alle beurlaubten Mitarbeiter und dazu jene ab, deren Kosten der Stadt erstattet werden (Beispiel Job-Center ), sinkt die Zahl auf 6884. Und da einige Bereiche von Kürzungen verschont bleiben – die Feuerwehr etwa, Erziehungs- und Sozialdienst, bleibt am Ende nur ein Stamm von 5244 Stellen, von denen 690 abzubauen sind. Gut 13 Prozent also, jede achte Stelle. Das klingt schon anders.

Der OB hofft auf Verständnis

Der Abbau von 507 Stellen ist schon beschlossene Sache, wenn auch noch nicht komplett umgesetzt, jetzt kommen noch einmal 183 Stellen hinzu, die bis Ende 2015 gestrichen werden – ohne einen einzigen Mitarbeiter betriebsbedingt zu kündigen.

Und diesmal kommen weit mehr noch als in Stufe 1 auch auf die Bürger Einschränkungen im städtischen Service zu, daraus macht Personaldezernent Christian Kromberg gar keinen Hehl: „Wir können nicht alles intern auffangen.“ Gestutzte Kursangebote, geschrumpfte Öffnungszeiten, längere Wartefristen und das Aus für Amts-Nebenstellen bis hin zur eingedampften Doppelstreife – OB Paß setzt auf das Verständnis der Bürger, die um die Notlage der öffentlichen Hand wissen: „Ich glaube, dass man unser Bemühen am Ende eher honoriert als kritisiert.“

Kommentare
21.11.2012
13:41
Rathaus schnallt den Gürtel enger
von stoffel747 | #21

So schlecht kann es der Stadt Essen nicht gehen, solange sich die in den "oberen Etagen" sich die Taschen vollstopfen. Berichte gibt es genug....
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/rathaus-schnallt-den-guertel-enger-id7039474.html
2012-08-29 21:07
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