Rätselraten um die Hakenkreuze

Nach den Hakenkreuz-Schmierereien in den Altendorfer Wohnungen zweier türkischstämmiger Familien hatte Muhammet Balaban die Bürger dieser Stadt mit ausländischen Wurzeln zu erhöhter Wachsamkeit ermahnt. Die von den mutmaßlichen Anschlägen Betroffenen versuchte der Vorsitzende des Essener Verbundes der Immigrantenvereine indes zu beruhigen. Sie sollten einfach auf die Polizei vertrauen. Der Staatsschutz werde die Schuldigen schon finden, ließ das Mitglied des Integrationsrats die verängstigten Opfer wissen.

Doch drei Wochen später stehen die Ermittler immer noch mit leeren Händen da und sie sind kurz davor, die Ermittlungen vorerst einzustellen. „Wir haben einfach nichts“, sagt ein Polizeisprecher hörbar zerknirscht.

Ein, zwei mögliche Zeugen sollen wohl noch angehört werden, heißt es. Doch dass deren Aussagen eine entscheidende Wende in den mysteriösen Fall bringen können, bezweifeln selbst die Optimisten unter den Polizisten.

Derweil geht das Rätselraten um die Hakenkreuze weiter. Ausgeschlossen wird nach NRZ-Informationen selbst von den Ermittlern eine nicht nur auf den ersten Blick absurd erscheinende Version des Vorfalls vom 13. März nicht mehr: Dass der oder die mutmaßlichen Täter aus dem unmittelbaren Umfeld der Familien stammen könnte(n).

Keine heiße Spur

Es gebe eben ein alles andere als typisch rechtsradikales Spurenmuster am Tatort: Neben den Hakenkreuzen seien auch Zeichen an Wände und Möbel geschmiert worden, die in keinem erkennbaren Kontext zu den verfassungswidrigen Zeichen stünden, heißt es. Was die Symbole im Detail bedeuten könnten, wollte die Behörde gestern allerdings nicht preisgeben. Nur soviel: Rein gar nichts, so heißt es, deute in Richtung einer bestimmten Tätergruppe.

Neben den Schmierereien gebe es nur ein einziges weiteres sichtbares Indiz: Dass in die Wohnung eingebrochen worden sei, stehe zweifelsfrei fest. Spuren, die auf einen Täter hindeuten könnten, seien aber nicht gefunden worden. Ebensowenig erhielten Ermittler Hinweise, die zur Aufklärung des Falles hätten beitragen können.

Zur Erinnerung: Nach Erkenntnissen der Polizei müssen die Unbekannten zwischen 12.30 und 18 Uhr in die Wohnungen eingebrochen sein. Wie lange sie sich dort aufgehalten haben, ist nicht bekannt. Weitere mögliche Zeugen sollten sich bei der Polizei melden unter 829-0.