Radar-Marathon in NRW - eine blitzgescheite Maßnahme?
10.02.2012 | 19:46 Uhr 2012-02-10T19:46:00+0100
Essen. Die NRZ befragte Bürger zum NRW-weiten Radarmarathon. Die meisten zweifeln demnach an nachhaltigem Erfolg in Sachen Verkehrserziehung.
Welche Autofahrer haben sich gestern denn ganz besonders aufgehübscht? Natürlich, die in NRW. Die Chancen auf einen polizeilichen Schnappschuss standen ja wahrlich nicht schlecht: 1400 – größtenteils angekündigte – Radargeräte liebäugelten landesweit mit potenziellen Verkehrssündern. Blitzgescheite Erziehungsmaßnahme ? Geldgier? Die NRZ befragte Bürger in der Innenstadt dazu.
„Kontrollen müssen sein“, meint Cevat Bozkurt. Denn nicht jeder fahre grundsätzlich so vor- und nachsichtig, wie er selbst es tue. Dennoch bedürfe es einer dauerhaften, flächendeckenderen Verkehrsüberwachung. „Wenn ich in der 30er-Zone rasend überholt werde, wo sind da die Blitzer?“, bemängelt Bozkurt.
„Selber schuld!“
Da kann Karl-Heinz Ardelmann ihm nur beipflichten: Gerade die 30er-Zonen seien tückisch – für die Fußgänger. Dort hielte er Radargeräte immer für sinnvoll, aber: „Grundsätzlich empfinde ich es als Abzocke. Und Raser wird’s immer geben“, äußert der gebürtige Borbecker seine Zweifel an der Nachhaltigkeit des gestrigen Blitzmarathons.
Andere halten sich da weniger zurück: „Diese Aktion ist Schwachsinn. Was soll das bringen?“, meint Birgit Wehmöller und ist sich sicher: „Das ist Geldmacherei.“ Dabei seien für sie als Gehbehinderte die Raser, die ihr meist nur mit Beschimpfungen begegnen, wenn sie die Straße nur sehr langsam überquert, ein besonderer Dorn im Auge.
Keine Gedanken über Verantwortung
Aber nicht nur als Fußgänger (mit oder ohne Handicap), sondern auch als Radfahrerin lebe man durch diese Art Verkehrssünder gefährlicher, sagt Marion Pollak und bedauert: „Vor allem junge Raser machen sich keinerlei Gedanken über ihre Verantwortung.“ Da sei die detaillierte Ankündigung der Blitzer wenig hilfreich. An einen Lerneffekt glaubt auch Carin Birkenfeld nicht: „Es tut im Portemonnaie weh, aber ändern werden die Fahrer wohl nichts.“ Das Ganze diene nicht der Sache, sondern nur den Kassen der Städte, meint sie.
„Die Politiker müssen halt Geld reinholen“, so sieht es Norbert Hackmann und lacht. Er habe nichts zu befürchten, er fahre immer vorschriftsmäßig und lobt außerdem die Transparenz der Aktion: „Wer dann noch in die Falle tappt, ist selber Schuld!“ Ob das aber Raser diszipliniert, sei fragwürdig, meinen Bärbel Grothaus und Sonja de Günter. „Den Sinn der Aktion erkennen wir nicht, aber das Gefühl der Geldmacherei überwiegt.“
Peter Janczak bekommt diese allerdings ganz anders zu spüren: Als Bestatter bemerke er den Anstieg der Verkehrstoten besonders. Klar, dass er Kontrollen befürwortet. „An Schulen und Kindergärten sollten sie ständig blitzen“, meint der 63-Jährige. Und er hat noch einen Tipp: „Wer vorschriftsmäßig fährt, kommt in Essen immer gut durch alle Ampelphasen.“
14:53
Die findet ja in der Fahrschule statt, und dort gehört sie auch hin. Sicherlich macht es Sinn, die körperliche und geistige Tauglichkeit zur Teilnahme am Strassenverkehr in regelmäßigen Abständen, z.B. alle 10 Jahre zu überprüfen.
Verkehrserzieher, ob selbsternannt oder rechtlich legitimiert gehören in die gute Stube, aber nicht auf die Strasse.
16:49
na, ob der bestatter die kontrollen wirklich so befürwortet, bezweifle ich. bestatter leben ja nicht von laufkundschaft. aber immer schön locker bleiben, die kundschaft ist schon steif genug. apropos: wer vorschriftsmäßig fährt, kommt in essen immer gut durch alle ampelphasen. der gute mann hat wohl noch nie in den rückspiegel geschaut und die Schlange hinter sich gesehen. ach ich vergaß, der mann fährt ja einen bestatterwagen, der hat ja gar keinen rückspiegel, sondern nur aussenspiegel
es grüßt der schwule synchronschwimmer curney, formentera