Punkte sammeln für den Klimaschutz

Damit auch in Essen die Temperaturen nicht zu stark steigen, plädiert der Umweltausschuss für ein neues Klimaschutz-Förderprogramm.
Damit auch in Essen die Temperaturen nicht zu stark steigen, plädiert der Umweltausschuss für ein neues Klimaschutz-Förderprogramm.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Stadt Essen bereitet ein Prämiensystem für Schulen und Kitas vor. So sollen Initiativen, Energie einzusparen, belohnt werden. Umweltausschuss will neues Förderprojekt als Nachfolger für die Klimaagentur

Essen.. Die Uhr tickt. Die Bundesfördermittel für die städtische Klimaagentur in Essen laufen aus. Doch ohne die geht es in Sachen Klimaschutz nur wenig voran.

Da war ein klares Signal nötig – schließlich wollte man beim Wettbewerb für die „grüne Hauptstadt Europas“, der morgen in Bristol entschieden wird, nicht plötzlich mit leeren Händen dastehen. So überraschte es keinen, dass der Umweltausschuss kurz vor der Abfahrt der Delegation nach England einstimmig dem Rat empfahl, sich für das zweite Förderpaket beim Bund zu bewerben. Fast 1,8 Millionen Euro sind aus dem Berliner Topf zu holen. Vorausgesetzt – die Ruhr-Metropole ist mit Eigenmitteln von 268.000 Euro dabei.

Sollte der Rat zustimmen und der Bund den Zuschuss genehmigen (was bundesweit schon in 361 Fällen geschehen ist), dann könnten sich die fünf Mitarbeiter der Klimaagentur auf die fünf neuen Stellen für das von 2016 bis 2019 laufende Förderprojekt mit dem wenig sagenden Titel „Kommunalrichtlinie“ bewerben.

Schwarz auf weiß

Konkret geht es dabei um die Finanzierung von drei Klimaschutz-Managern und zwei weiteren Mitarbeitern, die Essener Schulen und Kitas dabei helfen sollen, Strom und Heizenergie zu sparen.

Im Grunde genommen sollen die künftigen Manager möglichst viel davon umsetzen, was hier bereits schwarz auf weiß formuliert wurde. Die Klimaagentur hat die Vorarbeit dazu geleistet. „Jetzt müssen unsere Forschungen in die Praxis umgesetzt werden“, betont der Leiter des Umweltamtes, Matthias Sinn.

Das Ziel ist ehrgeizig: Die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen sollen von 1990 bis 2020 um 40 Prozent, bis 2050 gar um 95 Prozent gesenkt werden – dazu hat sich die Stadt Essen freiwillig selbst verpflichtet. Bis dahin müsse der Energieverbrauch in der Ruhr-Metropole deutlich gesenkt beziehungsweise durch Solaranlagen abgedeckt werden.

Mögliche Projekte in Essen wären beispielsweise die komplette Umstellung der Ampeln auf stromsparenden LED-Betrieb oder ein städtischer Fahrzeug-Park mit Elektrowagen und E-Bikes.

Strom sparen

Ein wirklich großer Sprung nach vorne wäre möglich, wenn die Kitas, Kindergärten und Schulen mit ins Boot genommen werden könnten. Nach Berechnungen der Essener Klimaagentur könnte dort die Heizenergie durchschnittlich um 14 Prozent und der Stromverbrauch um zehn Prozent reduziert werden.

Vor allem: Die Kinder und Jugendlichen sollen lernen, sparsamer mit den Ressourcen umzugehen – und wenn es nur darum geht, nicht zu vergessen, das Licht auszuschalten.

Als Anreiz, beim Klimaschutz mitzumachen, will die Stadt Essen ein Prämiensystem einführen, wovon dann die jeweiligen Einrichtungen profitieren. Die Details dazu werden noch festgelegt. Prinzipiell soll aber jede Kita und Schule mit ihren Aktivitäten Punkte sammeln können.