„Prunksucht und mangelnde Aufklärung“

2014 sind in Essen so viele Menschen wie lange nicht mehr aus den beiden Kirchen ausgetreten (siehe Seite 1). Wir haben unsere Facebook-Fans gefragt, warum sie (nicht) ausgetreten sind. Einige Antworten:

Ich bin der Meinung, dass man auch ohne Kirche gläubig sein kann. Da ich aber Patentante bin, bin ich bisher nicht ausgetreten.

Meine bisherige Lebensbiografie war immer stark mit der katholischen Kirche verbunden.Trotzdem bin ich im Jahre 2010 ausgetreten. Ich musste erkennen, dass in der offiziellen Lesart der Kirche in Rom kein Platz für Homosexuelle ist. Dazu kommen Prunksucht, elitäre und belehrende Worte aus Rom und mangelnder Aufklärungswille bei kriminellen Verdachtsmomenten. Meinen Weg mit Gott gehe ich deshalb seit 2010 ohne die Kirche.

Ich bin nicht aus der Kirche ausgetreten, weil die Gesellschaft ohne die Aktivitäten der Kirchen mit Sicherheit noch ein wenig ärmer und kälter wäre.

Mir ist es in der heutigen Zeit einfach zu teuer.

Ich werde nicht austreten. Ich bin zwar nicht gläubig, aber ich möchte, dass meine Kinder problemlos einen katholischen Kindergarten besuchen können. Zudem könnte die Zugehörigkeit zur Kirche in meiner beruflichen Zukunft eine Rolle spielen.

Ich habe mir vorgenommen, dieses Jahr aus der Kirche auszutreten. Ich kann mich mit den Vorstellungen und Werten, die die Kirche vertritt nicht identifizieren.

Ich bin nach wie vor gerne Mitglied der evangelischen Kirche. In erster Linie natürlich, weil ich an Gott glaube und dazu auch die Gemeinschaft mit anderen zählt. Ich bin davon überzeugt, dass die Kirche eines der wichtigsten sozialen Netzwerke ist, das wir in dieser Gesellschaft haben.

Meine Schwester starb 1967 kurz vor ihrem 17. Lebensjahr bei einem Autounfall. Wir wohnten damals am Wasserturm Essen-Ost. Der Pfarrer sprach damals in der Kapelle auf dem Parkfriedhof folgende Worte: „Gott hat es so gewollt“. Seitdem hat sich das Thema Kirche für mich erledigt.