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Prostitution - Bürger in Bergeborbeck in Essen laufen Sturm gegen Bordell-Pläne

15.07.2012 | 09:49 Uhr
Prostitution - Bürger in Bergeborbeck in Essen laufen Sturm gegen Bordell-Pläne
Eine Mitarbeiterin in einem Sex-Club in Essen-Borbeck.Foto: Kerstin Kokoska/WAZ FotoPoolEssen

Essen.   Hier Alarm, dort Alltag: Bürger in Bergeborbeck laufen Sturm gegen Bordell-Pläne, andere leben jahrelang neben Privatclubs. Laut Polizei meistens problemlos. Im Internet finden sich zahlreiche Adressen etwa von Massageclubs. Offiziell gibt es in Essen lediglich drei Bordelle.

Ein Bordell gleich um die Ecke, Prostituierte in der Nachbarschaft: In Bergeborbeck sind Anwohner alarmiert, seitdem sie von Plänen erfahren haben, dass am Schacht Neu-Cöln drei Zimmer für das Gewerbe entstehen sollen. Rund um das Gebiet liegen ihre Wohnhäuser, leben Kinder. Sie sorgen sich wegen des Autokino-Klientels und einer späteren Ausweitung.

„Wir merken davon nichts“, sagt eine 52-Jährige, die in Nachbarschaft eines Privatclubs lebt. Irgendwo in Borbeck. Einen Scherz habe er mal mit einem Nachbarn gemacht, erinnert sich ihr Mann (56) – mehr nicht. Sie hätten gewusst, dass der Club dort existiert, bevor sie herzogen.

Keine Kriminalität

In den Gärten blühen Rosen und Hortensien, der Rasen hinter den Zäunen ist kurz. Eine Gegend gut bürgerlich bis gehoben, in der auch große, neue Einfamilienhäuser stehen. Eine Mutter (35) schiebt mit Kinderwagen vorbei: „Ich habe keine Bedenken, es fällt nicht auf.“ Und sie komme häufig vorbei.

„Die Nachbarschaft kann funktionieren“, sagt der Betreiber, der den Club seit 15 Jahren führt. Der 55-Jährige will seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, „weil ich in der Öffentlichkeit stehe“. Warum es bei ihnen gut laufe: „Bei uns gibt es keinen Alkohol, keine Drogen und keine Zuhälter.“ Damit keine Kriminalität. Drogen beispielsweise ziehen die an, die sie verkaufen. 16 Frauen arbeiten im Haus, nicht aus Vergnügen („Der Job ist nicht cool“) oder weil sie Geld für Kokain brauchen, sondern, weil sie eine Scheidung hinter sich haben und oft einen Haufen Schulden. Sie wollen raus aus Hartz IV , sagt der Chef. Seine Bedingung: Nach fünf Jahren müssen sie aufhören, wegen der Psyche.

Stress gebe es bei ihnen nicht, nicht mit den Nachbarn, nicht mit der Polizei. Dennoch: „Die Sorge der Anwohner in Bergeborbeck verstehe ich voll“, sagt er sofort. Die Befürchtungen seien absolut berechtigt. Voraussetzungen für einen Club in direkter Nachbarschaft seien, dass er seriös und diskret geführt werde. Dass es bei ihnen recht teuer sei (ab 50 Euro) und dass nicht jeder reinkommt („Die Frauen entscheiden selbst“), schon gar nicht angetrunken, das habe sich herumgesprochen. Daher klingele ein bestimmtes Klientel gar nicht erst.

Privatclubs sind keine Ausnahme

Privatclubs sind im Stadtgebiet keine Ausnahme. Im Internet finden sich zahlreiche Adressen etwa von Massageclubs („gegen Aufpreis gibt es mehr“, erklärt eine Mitarbeiterin). In manchen Wohnungen und Häusern arbeiten sie seit Jahren, Tür an Tür mit Familien samt Kindern. Sie kennen sich, reden kurz im Hausflur, sagt eine der Frauen. Nein, mit den Fingern habe noch keiner auf sie gezeigt. So lange es nicht laut werde, störe das - zumindest bei ihnen - niemanden.

Angemeldet werden muss das Gewerbe schon. Und soll aus einer Wohnung oder Anwaltskanzelei ein Bordell werden, müsse ein Antrag auf Nutzungsänderung gestellt werden, sagt Stadt-Sprecherin Jeanette Kern. Geprüft werde unter anderem nach Arbeitsschutzregeln etwa Raumtemperatur und Fluchtwege. In reinen oder allgemeinen Wohngebieten wird aber kein Bordell zugelassen. Und wenn hinter einem Massagesalon ein Bordell steckt („Die Nachbarn wissen, was wir hinter der Tür machen“, meint eine Club-Mitarbeiterin)? Kern: „Bekommt die Stadt einen Hinweis, dann müssen wir prüfen, ob es genehmigt oder untersagt wird.“

Offiziell gibt es in Essen lediglich drei Bordelle, obwohl sie nach geltendem Recht als solches angemeldet werden könnten und sich grundsätzlich keine anderen steuerlichen Beurteilungen ergeben. Kern: „Es gibt aber Städte, die es als sozial unwertige Tätigkeit ablehnen.“ Über Gründe für die Tarnung könne die Stadt nur spekulieren: Vielleicht Erfahrungen aus anderen Kommunen und ein moralisch positiverer Anstrich.

"Jugendgefährdende Prostitution"

Sogar Essens größter Betrieb an der Stahlstraße ist als „gewerbliche Zimmervermietung“ gemeldet. Dorthin werde die Polizei ab und zu gerufen. Laut Polizei-Sprecherin Tanja Hagelüken könne das an der Laufkundschaft oder auch am Alkoholkonsum liegen. Aus ihrer Sicht ist die Lage sonst unauffällig: „Es gibt keine Privatclubs, zu denen wir regelmäßig gerufen werden“. Vereinzelt kämen Anzeigen von Anwohnern, die sich aufregen.

Strafrechtlich verfolgt werde jedoch dann, wenn zum Beispiel eine Prostituierte ihren Gast halbnackt im Flur empfängt, durch den Kinder gehen („jugendgefährdende Prostitution “). Hagelüken: „Meistens seien die Damen einsichtig oder gar betroffen, nicht nachgedacht zu haben“ – und nehmen Rücksicht auf die Nachbarschaft.

Dominika Sagan

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Kommentare
17.07.2012
17:24
Prostitution - Bürger in Bergeborbeck in Essen laufen Sturm gegen Bordell-Pläne
von Danzel | #9

@ partik schöne idee, wenn da nur nicht diese rechts verletzung wäre.
du musst menschen die mäglichkeit geben ihre persönlichkeitsrechte zu schützen. schwarzer balken, gesicht verpixeln, stimme verfremden.

machst du das ohne und stellst es online hab mal lieber etwas cash parat.

16.07.2012
07:11
Ganz einfach ...
von Partik | #8

Statt sich zu beklagen, ganz einfach eine ordentliche Webcam aufbauen, und den Stream online stellen. Der Panoramafreiheit sei dank, kann sich da auch kein Freier beschweren.

Damit sich die Jungs dann auch selber im Internet begutachten können, hier und da mal kleine Werbezettel mit der Streamadresse in die Hand drücken oder ans Auto klemmen.

Dann hat sich das Problem ruckzuck von selber erledigt :-))

1 Antwort
Ganz einfach ... von Partik | #8
von Karin_Ky | #8-1

Jau, genau so einfach, wie jemanden in die Tasche zu greifen und das Portmanee zu klauen.
Das Du mit dieser hirnrissigen Idee andere zu Straftaten aufforderst ist Dir noch gar nicht aufgegangen.
Aber, was ist das schon im Vergleich zum "gesunden Volksempfinden".

15.07.2012
23:54
Prostitution - Bürger in Bergeborbeck in Essen laufen Sturm gegen Bordell-Pläne
von knutknutsen | #7

Den Artikel hatten wir doch schon diese Woche. Laaangweilig!
Kein Puff der Welt ist eine Gefahr für Anwohner und deren Kinder.
Das ist ein Industriegebiet, so nah, dass man live was mitkriegt wohnt da eh keiner dran!

15.07.2012
21:01
und wenn dann alle freikarten abgearbeitet sind
von trickflyer | #6

dann interessiert das keine sau mehr...

15.07.2012
19:59
Prostitution - Bürger in Bergeborbeck in Essen laufen Sturm gegen Bordell-Pläne
von Funakoshi | #5

Tja, da muss sich "Mutti" eben mal wieder etwas ins Zeug werfen, damit "Papi" nicht "überläuft", gelle? Gegen eine Geliebte kann man evtl. noch was unternehmen, aber gegen die Dienste einer Hure kann man eben nicht konkurrieren, sondern muss sich vielleicht auch mal selbstkritisch damit auseinandersetzen, warum der Kerl zum Freier wird!!!

1 Antwort
Prostitution - Bürger in Bergeborbeck in Essen laufen Sturm gegen Bordell-Pläne
von Ismet | #5-1

Ihre Ausführung hat was... :-)

15.07.2012
18:49
Prostitution - Bürger in Bergeborbeck in Essen laufen Sturm gegen Bordell-Pläne
von xdiexgedankenxsinnfreix | #4

Nach der Schlagzeile sollte man etwas mehr erwarten dürfen, als der Inhalt des Artikels hergibt.
Wer glaubt denn,b3ei dem Umfeld, daß es bei 3 Zimmern bleibt?
Wer glaubt denn, daß das ****, das sich am Autokino herumtreibt, und macht was es will, ausgerechnet im Bordell ganz lieb ist?
An der Galdbecker Straße haben die Brüder genug Möglichkeiten sich auszutoben.
Im Schacht Neuköln treubt sich jetzt schon genug ******* rum

15.07.2012
17:44
Prostitution - Bürger in Bergeborbeck in Essen laufen Sturm gegen Bordell-Pläne
von heimar | #3

"grins" Der Artikel und der Vorname passen wie die Faust aufs Auge! "grins"

15.07.2012
17:31
Bürger in Bergeborbeck in Essen laufen Sturm gegen Bordell-Pläne
von Hansilein | #2

jo, Tagsüber Sturm laufen und Abends dort stürmisch rammeln - das hamwa gerne.

15.07.2012
16:57
Prostitution - Bürger in Bergeborbeck in Essen laufen Sturm gegen Bordell-Pläne
von Karin_Ky | #1

So what? Ein ganz normales Gewerbe, für das offensichtlich Bedarf besteht.
Sachlich ist die Ablehnung wohl offensichtlich nicht zu begründen. Wenn nur die Scham und Angst nicht wäre, schließlich kann ja vielleicht der Nachbar sehen, dass man den Club durch die Hintertür verläßt. Schäääääääääääääääm. :-)

2 Antworten
Prostitution - Bürger in Bergeborbeck in Essen laufen Sturm gegen Bordell-Pläne
von Aubert | #1-1

Sie müssen sich doch nicht schämen, wenn Sie in den Puff gehen!
Wenn Sie es brauchen. Ist doch alles ganz normal.
Moral ist was für altmodische Spießbürger.

Prostitution - Bürger in Bergeborbeck in Essen laufen Sturm gegen Bordell-Pläne
von Hansilein | #1-2

gegen die Scham an der Hintertür wirkt der Gang durch die Vordertür ;-)

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