Prostituierten ist es egal, wo der Straßenstrich ist
09.11.2008 | 19:03 Uhr 2008-11-09T19:03:00+0100
Essen. Zum neuen Straßenstrich auf dem Ex-Kirmesplatz an der B 224 haben sich mittlerweile alle Verantwortlichen ausgiebig geäußert: Beamte, Politiker, Sozialarbeiter. Was sagen eigentlich die Prostituierten? Wir haben sie gefragt.
Das sagt Daniela (31)
"Ich stehe seit drei Jahren mit meinem Wohnwagen auf der Pferdebahn. Auf dem Kirmesplatz soll es ja Stellplätze für zehn Wohnwagen geben. Dann gerät die ganze Ordnung wieder durcheinander, und der Kampf um Freier geht von vorne los. Ich glaube nicht, dass das funktionieren wird. Hoffentlich sind die Stellplätze nicht zu eng nebeneinander, das schreckt Freier nur ab. Ich bin wirklich nicht sicher, ob die Kundschaft das annehmen wird.
Ich bin Straßendirne und bin stolz darauf. Das ist genau das richtige für mich. Ich habe auch schonmal in einem Club gearbeitet, aber davon wird man dumm im Kopf. Den ganzen Tag Sekt trinken - und man kann sich mit vielen Kolleginnen gar nicht unterhalten. Zurzeit verdiene ich hier täglich sehr gutes Geld, 300 bis 500 Euro. Das meiste davon tu' ich aufs Sparbuch. In zwei Jahren will ich aufhören. Ich habe eine Tochter, die ist elf, und soll nicht wissen, dass ich hier arbeite."
Das sagt Olga (26)
"Ich komme aus Posen in Polen. Seit zweieinhalb Jahren schaffe ich hier an der Pferdebahn an. Ich arbeite montags bis freitags, immer von sechs bis 13 Uhr. Morgens ist eigentlich mit am meisten los: Dann kommen die Arbeiter von der Nachtschicht. Oder manche Männer kommen, bevor sie ins Büro gehen. Man lebt ja sehr von Stammkunden.
Zuhause habe ich zwei Töchter, die sind acht und 13 Jahre alt. Wie es dazu kam, dass ich auf den Strich ging? Das ist eine lange Geschichte. Sie hat zu tun mit früheren Bekanntschaften. Mehr möchte ich eigentlich nicht erzählen.
Probleme mit Gewalt von Freiern habe ich noch nie gehabt. Wie sagt man noch? So, wie man in den Wald schallt, so ruft es auch wieder hinaus. Ob der neue Standort am Kirmesplatz gut sein wird, das bezweifle ich. Ich kann mir vorstellen, dass dann ständig Spanner vorbeikommen und in die Verrichtungsboxen 'reinschauen wollen."
Das sagt Tina (40)
"Ich bin in Essen seit zehn Jahren auf dem Straßenstrich und kenne alle Standorte. Ich stand in der Innenstadt an der Lindenallee, an der Münchner Straße im Gewerbegebiet Schederhof, und jetzt eben hier an der Pferdebahn. Ob der neue Standort auf dem Kirmesplatz gut laufen wird oder nicht, entscheiden nicht wir, sondern die Freier. Wenn sie sich dort beobachtet fühlen, wird es nicht funktionieren.
Ich verstehe auch nicht, warum alle immer nach mehr Sicherheit schreien. Mir ist in zehn Jahren nur zwei Mal was passiert. Einmal hat mich ein Freier gewürgt, und einmal bin ich knapp einer Vergewaltigung entkommen. Man muss eben aufpassen und keine Hausbesuche machen oder so etwas. Man merkt doch sofort, ob etwas mit einem Typen nicht stimmt. Dafür entwickelt man einfach ein Gefühl. Und ich steig' erst bei einem ins Auto, wenn das Finanzielle bis ins allerletzte Detail geklärt ist. Dann gibt es auch keinen Ärger. Ob wir Prostituierte sicher sind oder nicht, hat mit dem Standort nichts zu tun.
Manche von uns bewaffnen sich auch, haben Gas oder einen Elektroschocker dabei. Ob das richtig ist, weiß ich aber nicht. Wenn man nicht aufpasst, wird die Waffe gegen einen selbst verwendet.
Wenn ich zurückdenke, war der Platz direkt in der City, an der Lindenallee, eigentlich am besten. Das liegt aber eher daran, dass ich damals zehn Jahre jünger war."
Alle Namen wurden geändert.
Protokolle: Martin Spletter
10:54
nee getz ma spass beseite, ich finde das toll das essen jetzt so eine art minidom des straßenstrichs bekommt. gerade im hinblick auf die kulturhauptstadt 2010 müssen wir das ran. alles wird zu einem ereignis. ich werde bustouren dorthin organisieren. wir lustewandeln hinter einem wall und fahren in einer acht über den platz um dann in einer art schrebergartenverrichtungsbox zum glücklichen höhepunkt zu gelangen. ich finde es auch sehr praktisch nach der arbeit anstatt im stau auf der B224 zu stehen, dann einfach zischen den ampelschaltungen zu einem schnellen blowjob abzubiegen. Das ganze wir glaube ich eher so eine Art Jurassic Park für Notgeile. DIe Frage die sich mir stellt ist eigentlich nur: Die Straßenprostitution lebt ja eigentlich davon, dass der Freier mehr oder weniger unerkannt daherfahren kann, bei dieser Ein- und Ausfahrtssituation wird das wohl nicht passieren. Ach und noch etwas, ich finde es toll das die Stadt wieder richtig Geld in die Hand nimmt und wieder in diesen tollen Platz steckt. Aber Kultur- und Kinderarbeitsprojekte kürzt.
10:44
mein Gott fantomias du bist einfach nur schlichtheit. warum kriechst du eigentlich in diesem Forum rum. um dich an den eigenen ergüssen deiner unzulänglichen pseudointellektuellen wortphrasen zu ergötzen. kein einziger satz zum thema, aber hauptsache im schutz des netzes dumm daher brabbeln
23:59
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
12:31
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
12:12
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
11:22
Ich hab mich eigentlich auf die zwei LBS-Männer bezogen, die da oben in der Werbezeile schaukeln. Aber, nun denn.
10:12
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
10:10
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
09:59
@lokalpatriotin
je weniger man in der realität vernommen wird, desto mehr versammelt man sich hier mit seinen bildungsgenossen. welchen gefallen die waz-gruppe sich damit tut, zu einem auffangbecken für schlichtheit zu mutieren, sei dahingestellt.
21:46
Wie kann denn über solide Arbeit so gepöbelt werden?
Zum Diskreditieren hält doch ein gaaaanz große Zuhälterclub sog. „Phallmanager vor.