Prominente rümpfen beim Beat die Nase

Aus der WAZ vom 28. Mai 1965:.  Ein neues, musikalisches Phänomen hält Einzug in die Stadt: das Beat-Festival in der Grugahalle. Es treten auf: Drafi Deutscher und die „Magics“. In einer heute eigentümlich wirkenden Mischung aus Befremden und Neugier notiert damals der Reporter: „Die jungen Leute schreien vor Begeisterung, pfeifen, johlen, klatschen, springen auf die Stühle.“ Dann wird dem Leser erklärt: „Was Drafi Deutscher und die Magics hier kürzlich boten, war Beat-Musik („beat“ heißt englisch schlagen, stampfen).“ Es folgt eine Umfrage zum Phänomen Beat-Musik: Professor Heinz Dressel von der Folkwang-Hochschule für Musik kann seine Abscheu kaum verhehlen. „Aber ich bin doch für Musik zuständig, nicht für Beat. Man kann nicht jede nervöse Äußerung der Zeit registrieren.“ Der damalige Polizeipräsident Hans Kirchhoff, äußert sich ebenfalls kritisch: „Sie trägt dazu bei, einige Leute verrückt zu machen.“ Sein Alternativ-Vorschlag: das Polizeimusikkorps.

Heute ist der Begriff Beat fast wieder erklärungsbedürftig: Was einst nach Rebellion klang, kennt man nun eher als Pop-Rock. Ältere werden sich aber an den 1965 gegründete Beat-Club mit Uschi Nerke erinnern. Und verewigt ist der Beat natürlich durch die Beatles.