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Fracking

Probebohrung nach Erdgas irgendwie verhindern

01.02.2012 | 14:19 Uhr
Probebohrung nach Erdgas irgendwie verhindern
In Niedersachen regt sich bereits der Widerstand gegen eine Bohrstelle des Energiekonzerns Exxon Mobil in Luenne bei Lingen.Foto: dapd

Essen.  Nach dem Willen des Viererbündnisses, CDU, Grüne, EBB und FDP, soll die Stadt einfach „für geplante Probebohrungen keine Genehmigung für das Aufstellen von Gerätschaften erteilen. Juristisch haltbar wird das wohl nicht sein.

Der kleine Film auf Youtube ist sicher nicht die beste Werbung: Das Wasser, das da ins Waschbecken läuft, lässt sich problemlos anzünden (Beispiel siehe unten). Man muss nicht unbedingt auf derlei drastische Beispiele aus den USA zurückgreifen, um gegen die Förderung von unkonventionellem Erdgas im Ruhrgebiet zu sein. Die Stadtwerke entlang der Ruhr haben bereits mehrfach mit deutlichen Worten vor dem „Fracking “-Verfahren gewarnt und sehen das Trinkwasser der gesamten Region bedroht .

Auch in Essen befürchten die Ratsparteien, Düsseldorf könne vom derzeit geltenden Verbot für alle Bohrungen abweichen, oder die BASF-Tochter Wintershall, die nach wie vor an einer genauen Erkundung ihres Claims festhält, könne zumindest die fünf geplanten Erkundungsbohrungen bei der Bezirksregierung in Arnsberg durchsetzen. Wer kann schon etwas gegen Gesteinsproben aus maximal 200 Metern Tiefe haben? Jedenfalls verhandelt Wintershall bereits mit Grundstückseigentümern, um ihr Bohrgerät möglicherweise auch in Essen aufzustellen.

Lässt sich das denn nicht verhindern?

Wenn es nach dem Willen des Viererbündnisses, CDU, Grüne, EBB und FDP, geht, soll die Stadt einfach „für geplante Probebohrungen keine Genehmigung für das Aufstellen von Gerätschaften erteilen, die für die unkonventionelle Erdgasgewinnung im ,Fracking-Verfahren’ genutzt werden könnten“. Zumindest sollen erst das Landesgutachten, die Risikostudie sowie die geplante Änderung des Bundesbergrechtes vorliegen.

"Wir wollen es wenigstens versuchen"

Ob sich das auf diesem Wege verhindern lässt, daran haben Juristen allerdings erhebliche Zweifel: Sollte Wintershall eine Genehmigung für eine Probebohrung erhalten, sei keine weitere für das Gerät erforderlich, schon gar nicht seitens der Stadt. Die Kommune könne gegen die Erlaubnis der Bergbaubehörde sicherlich klagen, als Grundstückseigentümerin auch eine Bohrung auf ihrem Boden untersagen, aber wenn Bauer Kasulke die Erdgassuche auf seinem Feld erlaubt, darf Wintershall den Bohrer anwerfen.

Bohrtechnik "Fracking"

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und der Umweltausschuss werden nun in den nächsten Tagen den Antrag beraten. Gut möglich, dass die Verwaltung ihn nach Rücksprache mit den eigenen Juristen wieder einkassiert. Es gehe, so hieß es aus den Kreisen des Viererbündnisses, vor allem darum, sich geschlossen gegen das Fracking zu stellen: „Wir wollen es wenigstens versuchen.“

Hans-Karl Reintjens

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Kommentare
02.02.2012
14:00
Probebohrung nach Erdgas irgendwie verhindern
von nothdurft | #4

Schon der Versuch muß strafbar sein, bzw. eine strafbare Handlung sein.
Reichen da unsere Gesetze eingentlich nicht aus, so muß nachgebessert werden.
Wir lassen unser Trinkwasse nicht mit Staatlicher Genehmigung vergiften.

02.02.2012
11:41
Probebohrung nach Erdgas irgendwie verhindern
von TimTom | #3

dagegen war Stuttgart 21 ein Kindergeburtstag. Anscheinend wissen die Verantwortlichen nicht was auf Sie zukommen wird. Irgendwann wird nur noch Grün gewählt.

02.02.2012
10:06
Probebohrung nach Erdgas irgendwie verhindern
von Pisazwerg | #2

Es ist doch bekannt aus Berichten der USA,das dieses Verfahren Umwelt schädlich ist.Das dort dadurch landwirtschaftliche Existenzen zu Grunde gegangen und weit reichende Schäden entstanden sind.In Frankreich wurde es meines Wissens nach vom Staat verboten.Wenn aber die ""MULTIS""mit Scheinen wedeln dann ist fast alles machbar.Dann sagt auch """Bauer Kasulke""ja wenn er noch nicht vom ""grünen Plan""kassiert hat.Vielleicht ist er ja auch ""BIO-BAUER""dann muss man gegen ""BARES"" mithelfen den"" DRECK""aus den Boden zu holen.Entstandene Schäden die dadurch entstehen gehen dann mal wieder zu Lasten des Steuerzahlers.

02.02.2012
09:59
Probebohrung nach Erdgas irgendwie verhindern
von Sternenpaule | #1

Wenn das Grundwasser dann verseucht ist, heisst es: "Ihr wolltet das doch so!".

Auf die Firmen kann man ggf. sowieso nicht zurückgreifen, siehe die Bohrinsel, die letztes Jahr in die Luft flog...was kümmert es den Konzern denn, wenn Strände auf Jahrzehnte nicht nutzbar sind und Fische genetisch verändert sind...

Und beim aktuellen ersten Mann unserer Nation weiss man, WER regiert, nämlich DAS Geld!

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