Private Streifen seltener unterwegs

Kettwig..  Seit 1999 ist im Kettwiger Schmachtenbergviertel ein privater Sicherheitsdienst unterwegs. Initiiert hat ihn Max Voormann. Durch die 58 Straßen mit zusammen 800 Haushalten – vorwiegend in Einfamilienhäusern – fahren regelmäßig die Streifen, an den insgesamt 15 Kontrollstellen registrieren sich die Mitarbeiter rund 1500 Mal im Monat.

Doch die Bewachungszeiten mussten gekürzt werden, denn mittlerweile laufen Max Voormann die Mitglieder weg. Jetzt hat er sich in einem Brief an die Nachbarn gewandt. 500 sind schon verschickt, der Rest folgt in den nächsten Tagen. Damit will er Werbung für die Aktion machen, denn „100 Mitglieder waren es zu besten Zeiten - „jetzt sind es gerade mal die Hälfte“, sagt der 80-Jährige.

Und er ärgert sich darüber, „weil ja alle, die hier wohnen, auch davon profitieren. Die Rechenaufgabe ist ganz einfach. Je weniger zahlende Mitglieder mitmachen, umso kürzer ist die Bewachungszeit.“ Und ihm hätten schon Anwohner gesagt, dass sie gar nicht mitmachen müssten, weil der direkte Nachbar ja schon Mitglied sei. „Die Solidarität scheint hier nicht besonders groß zu sein.“

Dabei könne man sich das sicherlich leisten, denn „es kostet pro Einfamilienhaus 65 Euro im Monat - und die kann man von der Steuer absetzen.“ Max Voormann hat nachgerechnet: „Zehn neue Mitglieder bedeuten eine Stunde zusätzliche Bestreifung.“ Ein erkennbares Ergebnis der gesunkenen Einnahmen: Die Fußstreifen, die mit Hunden unterwegs sind, können mittlerweile kaum noch eingesetzt werden.

Auch nach den vielen Jahren, die der Sicherheitsdienst unterwegs sei, gebe es noch Unwissenheit. „Viele, vor allem ältere Kettwiger, wissen immer noch nicht, dass es sich um einen privaten Sicherheitsdienst handelt, der ausschließlich von Bürgern finanziert wird. Sie denken oftmals, da seien Mitarbeiter des Ordnungsamtes oder einer anderen öffentlichen Behörde unterwegs.“

Max Voormann steht in engem Kontakt mit Karlfried Hans, der im benachbarten Ratingen-Hösel eine vergleichbare Bewachung organisiert – allerdings mit weitaus größerem Erfolg, wie Max Voormann weiß. „Die machen das seit 20 Jahren, und da sich 350 Anwohner beteiligen, kann man dort eine Rund-um-die-Uhr-Bewachung gewährleisten.“ Beispielhaft sei in Hösel auch der Kontakt zur Polizei. Mehrfach hätten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Auffälligkeiten der Ratinger Wache gemeldet und „der sofortige Einsatz führte auch zu Festnahmen“. Und 2014 hätte sich die Polizei mit einem Anerkennungsschreiben für die gute Kommunikation und die erfolgreiche Kooperation bedankt.

Auch in Kettwig klappt die Zusammenarbeit, sei „aber ausbaufähig“. In Sachen Kooperation zwischen Polizei und Wachdienst werde es in nächster Zeit noch Gespräche geben.