Premiere für die „78Twins“: Filmstudio wurde zum Konzertsaal

Premiere im Filmstudio:  die „78 Twins“ mit Benny Korn, Martin Ettrich, Bastian Korn, Sven Hiller und die Filmemacher Peter Brandt und Tobias Berbuer (re.)Foto:
Premiere im Filmstudio: die „78 Twins“ mit Benny Korn, Martin Ettrich, Bastian Korn, Sven Hiller und die Filmemacher Peter Brandt und Tobias Berbuer (re.)Foto:
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
„Fast beinahe bekannt“: Kinofilm geht mit Essener Band auf Tour – zwischen Auftritt im Bahnhof Süd und Aufbau in der Gruga

Essen.. Kino- oder Konzertsaal? Der Übergang war fließend, als die Essener Band „78 Twins“ ihren Film „Fast beinahe bekannt“ vor Fans, Freunden und „Rockpalast“-Erfinder Peter Rüchel im ausverkauften Filmstudio präsentierte. Zwischendrin hätte das Kino auch gern Tanzsaal sein können, denn dass die vier Musiker Bastian und Benny Korn, Martin Ettrich und Sven Hiller begnadete Live-Musiker sind, das kam auch auf Leinwand bestens rüber. Allerdings ist das Projekt der beiden Filmemacher Peter Brandt und Tobias Berbuer kein gewöhnlicher Konzertfilm, der vor allem darauf aus ist, die Akteure in makelloser Star-Pose auszuleuchten. „Fast beinahe bekannt“ erzählt herrlich lakonisch, ungeschönt und ganz ohne Drehbuch davon, wie so eine Normalo-Musikerdasein funktioniert, wenn kein Managememt da ist, das die großen Hallen bucht und das Fruchtkörbe in die Garderobe stellen lässt. Und so besteht dieser Film eben nicht nur aus mitreißendem Rock’n’Roll, Blues und Funk, sondern auch aus Warten und Rauchen, aus Kilometerfressen und Fast Food-Pausen, aus Bühnenaufbauten und Instrumente-in-den-Kombi-wuchten und dem, was man so sagt, wenn man über hundert Tage im Jahre zusammen durch die Republik fährt und spielt und weiter auf den großen Auftritt wartet.

Filmpremiere An Lokalkolorit lässt es der Film dabei nicht fehlen. Vom Auftritt unterm Regattaturm am Baldeneysee geht es in die Gruga und in den Bahnhof Süd, wo der größte Teil des Musikmaterials aufgenommen wurde. Was von Vorteil ist, denn beim Konzert hört man, das da tatsächlich erstklassige Dolby-Tontechnik aufgefahren wurd, während der O-Ton am Rande der Bühne manchmal ein bisschen versuppt. Aber selten ist man den Essener Musikern dabei so nah gekommen, auch wenn die „78 Twins“ ja immer noch eine Band zum Anfassen sind. Oder wie es ein Fan im Film so treffend sagt: „Man merkt einfach, ihr liebt die Musik!“ Stimmt, und für alle, die den vorerst einmaligen Kinoauftritt der Band verpasst haben, gibt es noch die DVD, die CD „works“ und die nächsten Auftritte: www.78twins.com