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20.10.2008 | 20:01 Uhr

SPORT. Das neue Stadion an der Hafenstraße wollen alle. Doch mehr und mehr schält sich heraus, dass wegen der immensen Kosten einer Runderneuerung Zug um Zug der Vorzug gegeben wird.

Sie kriegen einfach die Kurve nicht, und das seit 14 Jahren. Wie eine offene Wunde gähnt einen im Westen dieses Loch an, gerissen anno 1994, weil die Westtribüne des Stadions an der Hafenstraße so baufällig war, dass es schon bröckelte. Seitdem hat sich nicht viel getan - ein symbolträchtiges Bild für das Elend der einst so glanzvollen Fußballstadt Essen.

Aber das soll ja jetzt anders werden: Voraussichtlich im November, so signalisiert die Politik, will sie nach all den (Vereins-)Ankündigungen der vergangenen Jahre endlich den Neubau des Stadions in Angriff nehmen. Im Aufsichtsrat der städtischen Grundstückstochter GVE wurde gestern anschaulich beschrieben, wie wichtig das Projekt für die Stadt wie auch für den Verein ist: Ohne neues Rund scheint Rot-Weiss Essen auf Dauer wirtschaftlich nicht überlebensfähig. Andererseits gilt aber auch: Die Entscheidung für einen Neubau steht unter dem Risiko des sportlichen Erfolgs. Und da scheint die jüngste, im September vorgelegte Stadion-Kalkulation auch forsche Stadionbefürworter in die Defensive zu drängen.

Während der Bauzeit zum Zweitligisten

Denn 41 Millionen Euro nur fürs Stadion - zuzüglich 3,4 Millionen für die Infrastruktur und 4,0 Millionen zur Ablösung der Kölmelschen Kredit-Altlasten - sind viel Geld. Wobei dieser Tage weniger die Summe umstritten ist als vielmehr die sportliche Lage von RWE, in der sie aufgebracht werden muss. Motto: 41 Millionen für einen Viertligisten?!

Es hilft nicht viel, darauf zu verweisen, dass binnen zwei Jahren Bauzeit ein Erst- zum Drittligisten mutieren kann und folglich auch umgekehrt ein Viert- zum Zweitligisten. Es geht darum, dass der Stadionneubau mehr mit dem "gefühlten Bundesligisten" RWE (O-Ton Stadtdirektor Christian Hülsmann) verbunden wird als mit der Erkenntnis, die achtgrößte Stadt der Republik sollte vielleicht ein Stadion vorweisen können, bei dem nicht - wie an der Hafenstraße geschehen - Betonteilchen von der Haupttribüne bröckeln.

Und weil das so ist, präsentierte die Stadt dem GVE-Aufsichtsräten gestern drei Varianten zur Auswahl, A, B und C.

* Variante A bedeutet den kompletten Neubau des Stadions für 41 Millionen Euro auf dem Gelände nördlich des jetztigen Stadionrunds, eine Spielstätte für 25 000 Besucher mit üppigem Gästebereich.

* Variante C bedeutet das extrem sparsame Pendant - ein Stadion mit Metalltribünen in Gerüstbauweise für 20 000 Besucher samt Gästebereich. Mindestens 15 Jahre würde der Bau nutzbar sein und rund 20 Millionen Euro kosten.

* Variante B liegt zwischen diesen beiden Extremen - ein Ersatz des Georg-Melches-Stadions an bestehender Stelle, Zug um Zug, je nach sportlichem Erfolg. Dabei würden zunächst für rund 20 Millionen Euro West- und Haupttribüne neu errichtet und Ostribüne sowie Gegengerade erst später in Angriff genommen.

In der Politik heißt es hinter vorgehaltener Hand: Das ist wohl die realistischste Idee...

KÖLMEL ADEEgal welche Stadionvariante am Ende verfolgt wird: Die 4,0 Millionen Euro für Ex-Geldgeber Michael Kölmel gelten als Bedingung für einen wirtschaftlichen Neuanfang von RWE. Die Summe deckt alle Altlasten aus Kreditverträgen, er behielte nur die AV-Vermarktungsrechte.

WOLFGANG KINTSCHER

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Kommentare
30.10.2008
05:02
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von a1 | #20

Aachen baut mit Hilfe der Fans, ein Fonds, den man nach Jahren gut angelegt zurück bekommt.

21.10.2008
23:40
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von sven.seidensticker | #19

Als bekannt wurde, dass die Stadt Essen den Stadionneubau selbst in die Hand nimmt, war mir klar, dass damit ein neues Stadion - wie es Herr Hempelmann vorhatte - nicht mehr kommen wird.

Die Stadtverwaltung ist bekannt für Inkompetenz, fehlende Innovation, fehlende Flexibilität, fehlenden Mut und Bequemlichkeit (z. B. Neubau Hauptbahnhof, Abdeckelung A 40, Tunnel Ruhralle, geplanter Abriss der Lichtburg). Das überhaupt über temporäre Lösungen für 20 Millionen Euro nachgedacht wird, ist ein Unverschämtheit und eine Verschwendung von Zeit und Papier.

Herr Hempelmann hat sich mit Seriösitat, guten Wirtschaftskontakten und Fachwissen in Wirtschaft und Finanzen für den Verein verdient gemacht. In 10 Jahren wurde durch Ihn aus einem durch Insolvenz bedrohten Verein ein seriöses Unternehmen, das auch in der Viertklassigkeit von der Wirtschaft unterstützt wird.

Mit Herrn Hempelmann hätten wir in spätestens einem Jahr mit dem Stadionneubau begonnen, mit der Stadt bekommen wir nur eine faule Lösung.

Schaut man nur auf die realisierten und z.Z. in Bau befindlichen Stadionneubauten in Duisburg, Magdeburg, Dresden, St. Pauli, Aachen etc. sieht man was möglich ist, wenn die Stadtverwaltung mitzieht....

21.10.2008
14:02
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von Trajanus-Rex | #18

#11von SG. Ihren Kommentar kann ich nur voll und ganz unterstützen.
Eine Geschichte am Rande: Ich war im Urlaub im Bayerischen Wald . An einem Abend kam ich ins Gespräch mit einem Einheimischen. Es ging auch um Fußball. Er hatte mein Autokennzeichen E gesehen und sagte zu mir: Sie kommen also aus der Stadt die es einfach nicht schafft ein neues Stadion zu bauen!!! Ich schämte mich und redete im Urlaub nicht mehr über Fußball. Es war also schon bis in die hinterste Ecke Bayerns bekannt, das die Stadt die auch noch zur Kulturhauptstadt gehört es nicht schafft ein neues Stadion zu bauen.
P.S. Es gäbe da noch eine Bauvariante D mämlich ein Stadion aus Knetmasse zu bauen, dann könnte es bei Bedarf verkleinert oder vergrößert werden.... Dieser Vorschlag ist nur für den H. Hülsmann .

21.10.2008
11:40
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von ruhr.thaler | #17

Plan C, ein Stadion zum Zusammenschrauben?
Mit einer Haltbarkeit von 15 Jahren und Kosten von 20 Millionen (gleich 1,3 Mio per anno)?
Selbst die Schildbürger würden sich hier vor Lachen krümmen!

Aber alleine dieser Vorschlag ist schon ein Grund, über einen Aufbau-Soli West nachzudenken.
Mit Gruß an die Stadt Dresden, die aktuell ihrem Drittligisten für 41 Millionen ein richtiges neues Stadion baut.
Und noch ein Gruß hinterher an die Stadt Magdeburg, deren Stadionneubau für ihren Viertligisten bereits 2006 fertiggestellt wurde.

Bitte nicht falsch verstehen; ich gönne den Leuten dort ihre neuen Stadien und will hier keine Neiddebatte lostreten.
Aber ich frage mich, wie man uns unter diesem Aspekt eine abschlägige Entscheidung in unserer Essener Stadionfrage vermitteln will?

21.10.2008
10:41
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von Timo Schönboren | #16

Schön das es die Möglichkeit gibt Kommentare zu schreiben. Ist doch die perfekte Bühne für schlecht geschlaunte Menschen ihren Ärger auszulassen.
Nur traurig das dann viele beim schreiben ihren Verstand ausschalten. Ob das Stadion kommt könnt ihr Normalos sowieso nicht entscheiden.
Schön auf RWE eindreschen und vermuten und denken was alles falsch ist.
Nur vermuten und denken ist nicht wissen.
D.h. 80% der Kommentare sind absolute *******.
Dabei bezweifel ich das somancher je im heutigen GMS war und über die Zustände bescheit weiss.
Von mir aus kann alles kommen, ausser der Stahlrohr Variante.
Den sicher ist das was getan werden muss.

Noch was anderes nur mal so am Rande.
Bei vielen Artikeln gibt es wenige bzw kaum Kommentare.
Spielt RWE schlecht oder geht es um das Stadion explodieren die Anzahl der Kommentare.

Und jetzt regt euch auf oder lacht mal.
Wenn ihr das überhaupt noch könnt.
Wenn man sich so oft aufregt. xD

21.10.2008
09:57
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von d.h | #15

sportsradt,kultur hauptstadt,armseelig.aber die nächste wahl kommt bestimmt.

21.10.2008
09:53
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von d.h | #14

Sport stadt essen,kulturhauptstadt essen ,ich krieg gleich das kot......

21.10.2008
09:27
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von Koen21 | #13

Wenn ich sowas lese könnte ich kotz... Wie lange wollt ihr uns echten Fans noch verarschen.Geht doch mal in andere Stadien die in etwa das Alter unseres GM-Stadions haben .Die sind bzw waren viel baufälliger als es die Westkurve jemals war!!!!
20 Mios für 15 Jahre ...was soll das? ist doch wieder nichts halbes und nichts ganzes! Aber das passt ja auch wieder .Seit Jahren wird das so gehandhabt ...streck die Hand aus und kurz bevor sie ergriffen werden kann ...zieh sie wieder weg und lach den RWE aus.
Wann wird euch endlich bewusst das Rot-Weiss Essen auch dazu beiträgt das man unsere ach so wundervolle (vorsicht Ironie) Kulturhauptstadt auch im Rest des Landes kennt . Und das nicht nur Dank der paar Idioten die es in jedem Verein gibt.sondern im positivem Sinne.
Aber solange immer noch im Schnitt 7 -10tausend zu einem 4 Ligaspiel kommen ...können wir den Verein und die Fans ja noch etwas verarschen und weiter zappeln lassen.

Ich für meinen Teil glaube nicht mehr ans neue Stadion ...so wie es uns seit Jahren versprochen wird.

Ich liebe unser altes Stadion und meinetwegen kann es so bleiben wie es ist ...aber das darf ja auch wieder nicht sein .Irgendwas gibts immer das man RWE Probleme machen kann .
Vielen Dank dafür an alle die ihren Beitrag dazu leisten.Ist bestimmt nicht so einfach das über Jahre auf diesem Niveau durchzuziehen.

21.10.2008
08:59
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von kittibritti | #12

alles käse, was ist denn los ???Stahlrohrtribünen???vielleicht können ja die fans beim ab und aufbauen helfen. wäre ja toll. samstags um 8 stahlrohre schleppen. haha. bald sind wahlen ,am besten alle abwählen.ich bin rotweisser. Helmot Rahn kommt aus dem grab und helft euch beim licht ausschalten.

21.10.2008
08:09
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von SG | #11

Sportstadt Essen
Als Zugewanderter darf ich mir die Erkenntnis erlauben, noch NIE so ein lächerliches Angagement einer Stadtführung in Sachen Sport gesehen zu haben.
Nicht nur, daß man Traditionsvereinen eiskalt den Rücken kehrt, sobald man sich in derem sportlichen Licht nicht mehr die Sonne auf den Bauch scheinen lassen kann.
Auch im Breitensport findet außer Trostpflastern und den damit verbundenen Lügen nichts statt.
Fragen sich die Stadtoberen und Sponsoren vielleicht mal, wie sowas in der Außendarstellung wirkt? Wie man in anderen Städten unr noch hinter vorhehaltener Hand zu beichten wagt: Ich komme aus Essen
Wohl eher nicht... schade.

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