Prager Gastspiel

Mit tschechischer Musik wird das Essener Publikum schon durch GMD Netopil verwöhnt. Jetzt kamen noch die tadellos aufspielenden Prager Symphoniker zu Besuch, die zum Saisonabschluss der Pro-Arte-Konzerte einen geballten Gruß aus der Heimat mitbrachten.

Tänze von Smetana und Dvořák sind immer schon die halbe Miete zum Erfolg und entfalteten auch im Alfried-Krupp-Saal ihre mitreißende Wirkung. So tönte es unter der suggestiven Leitung des Österreichers Christian Arming liebenswürdig und saftig-musikantisch aus der „Verkauften Braut“, prächtig und lebensfroh samt süffiger Ritardandi gerieten vier ausgewählte „Slawische Tänze“. Wohlfühlmusik im besten Sinne also.

Rachmaninows „Paganini-Rhapsodie“ gehörte demgegenüber ganz dem Pianisten Boris Giltburg, der auch beim Klavier-Festival Ruhr längst seinen Stammplatz hat. Er gab mit fliegenden Händen und russischer Zucht dem weltmännischen Russen alles, was er braucht: die perkussive Wucht wie die expressive Kantilene, den delikat perlenden Goldregen und eleganten Oberflächenglamour. Dennoch blieb’s eher bei freundlichem Applaus ebenso wie nach Ja­náčeks abschließender Orchesterrhapsodie „Taras Bulba“, die es trotz imposanten Klangapparates samt Röhrenglocken und Orgel, dramatischen Nachdrucks und feierlicher Schlussapo­theose in hiesigen Konzertsälen schwertut.