Polizeiwache am Essener Hauptbahnhof soll Ende März fertig sein

Die neue Wache der Bundespolizei am Essener Hauptbahnhof soll bis Ende März fertiggestellt sein.
Die neue Wache der Bundespolizei am Essener Hauptbahnhof soll bis Ende März fertiggestellt sein.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
  • Gewerkschaft der Polizei hatte ein großes Sicherheitsdefizit beklagt
  • Nach „Imtech“-Insolvenz mussten Gewerke neu ausgeschrieben werden
  • Vor sieben Jahren war die Bundespolizei vom Bahnhof zur Herkulesstraße gezogen

Essen.. Nach monatelangen Verzögerungen bei den Umbauarbeiten soll die neue Bundespolizeiwache an der Südseite des Hauptbahnhofs Ende März reif zur Übergabe an die Behördenmitarbeiter sein. Dies versicherte jetzt ein Sprecher der Deutschen Bahn, nachdem die Gewerkschaft der Polizei ein nicht mehr hinzunehmendes Sicherheitsdefizit rund um Essens wichtigsten Verkehrsknotenpunkt beklagt hatte.

Neue Vertragspartner gefunden

Durch die Insolvenz der beauftragten Baufirma „Imtech“ im November des vergangenen Jahres seien mehrere Arbeiten nicht fertiggestellt worden, heißt es aus der Düsseldorfer DB Mobility Logistics AG. Der DB Station & Service AG sei es aber gelungen, über abermalige Ausschreibungen für die jeweiligen Gewerke neue Vertragspartner zu finden. Die Arbeiten seien inzwischen in vollem Gange, „so dass mit einer Übergabe der neuen Räumlichkeiten an die Bundespolizei Essen bis zum Ende des ersten Quartals 2016 zu rechnen ist“, heißt es jetzt auf Nachfrage dieser Zeitung.

Wie berichtet, war die Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, nach den Übergriffen in der Silvesternacht von Köln gegen die anhaltenden Verzögerungen beim Neubau des Essener Bundespolizeireviers in die Offensive gegangen. Das blieb offenbar nicht ohne Wirkung, wie der Vorsitzende der für Essen zuständigen Kreisgruppe Westfalen/Ruhr, Heinz-Jürgen Lipke, meint.

Polizeiliche Präsenz am Hauptbahnhof leidet unter langen Wegen

Essener Bundestagsabgeordnete hätten sich eingeschaltet, nachdem die Kritik öffentlich geworden war. Immerhin sah Lipke stellvertretend für seine Behördenkollegen nach den Gewaltdelikten zum Jahreswechsel und mit Blick auf die terroristische Bedrohungslage in Deutschland den Schutz von Reisenden und Bürgern nicht mehr gewährleistet, sollte die Bundespolizei nicht schnell in die Lage versetzt werden, wieder mehr Präsenz am Hauptbahnhof zeigen zu können. „Das Sicherheitsdefizit in einem Bahnhof dieser Größenordnung ist nicht mehr hinzunehmen“, sagte Lipke.

Vor nunmehr sieben Jahren war die Bundespolizei mit Sack und Pack vom Hauptbahnhof zur Herkulesstraße gezogen. Die polizeiliche Präsenz am Bahnhof leidet bis heute nicht zuletzt unter den langen Wegen. Regelmäßig müssen die Beamten bei einem Alarm von ihrem 700 Meter entfernten Provisorium anrücken. Das koste besonders in Notsituationen und nach Gewalt- wie Eigentumsdelikten zu viel Zeit.