Das aktuelle Wetter Essen 14°C
Polizei

Polizei wird offenen Drogenhandel in Essen nicht tolerieren

25.03.2013 | 19:30 Uhr
Auch wenn die Bilanz der einwöchigen Großaktion gegen Drogendealer nicht spektakulär ausfällt: Die Polizei will in Essen streng kontrollieren.Foto: Klaus Micke/WAZFotoPool

Essen.  Nach einer Woche der Drogenrazzien ziehen die Behörden Bilanz. Landes- und Bundespolizei haben vorrangig in der Innenstadt, in der U-Bahn und in Altendorf 1030 Personen überprüft. Elf Menschen wurden festgenommen. Bei fast allen Verdächtigen wurden nur geringe Mengen Rauschgift sichergestellt.

Die Behörden sind sich mal wieder einig: Die konzertierte Aktion gegen die Drogenszene hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Bilanz sei durchaus positiv: Nach einer Woche wiederkehrender Razzien seien inzwischen weniger Dealer im Straßenbild zu sehen, weniger Drogengeschäfte zu beobachten und so mancher Süchtige dürfte auf der Suche nach seinem Stoff längere Wege in Kauf nehmen müssen, als er es bislang gewohnt war.

Dass sie allein mit der Verdrängung der Rauschgiftkriminalität das eigentliche Problem illegaler Geschäfte mit der Abhängigkeit in einer Großstadt wie Essen nicht lösen können, dürfte den Verantwortlichen klar sein. Viel mehr wollten Polizei und Stadt ein Zeichen setzen, wie sie betonen – an die besorgten Bürger und die organisierten Kriminellen gleichermaßen: „Dass wir den offenen Drogenhandel auf Essens Straßen nicht tolerieren werden“, machte Polizei-Chef Rainer Pannenbäcker gestern erneut deutlich: „Wir werden die Überprüfungen fortsetzen, bis die Rauschgifthändler das verstanden haben.“

Drogenszene
Anwohner wollen Altendorf nicht den Dealern überlassen

Ungeniert wickeln Drogenhändler ihre Geschäfte in der Unterdorfstraße im Essener Stadtteil Altendorf ab. Die Polizei schwankt zwischen dauerhafter Ratlosigkeit und gelegentlichen Razzien. Die Anwohner wollen ihre Straßen nicht den Dealern überlassen.

Dabei kann der Leitende Polizeidirektor auf den städtischen Ordnungsdezernent Christian Kromberg an seiner Seite zählen: „Wir müssen dran bleiben. Es darf keine Ruhe in die Szene kommen.“

Siebentägiger Großeinsatz

Nun: Jetzt ist erst einmal Pause. Zeit zum Durchatmen und Bilanz ziehen. Und die fällt, um es vorweg zu nehmen, nicht allzu spektakulär aus. Während des siebentägigen Großeinsatzes von Landes- und Bundespolizei zusammen mit ihren Sicherheitspartnern Stadt, Evag und Deutsche Bahn vorrangig in der Innenstadt, in der U-Bahn und in Altendorf wurden 1030 Personen überprüft und davon elf festgenommen. Mit einer Ausnahme konnten bei 27 von 117 durchsuchten Verdächtigen nur geringe Mengen Rauschgift sichergestellt werden. Die Bundespolizei machte am 19. März den noch dicksten Fund: rund 17 Gramm Heroin. Wo die Fahnder diesen Erfolg hatten, war gestern allerdings nicht zu erfahren.

Drogen-Razzia

Zwei Tage später wurde ein Bistro an der Heintzmannstraße in Zusammenarbeit mit der Lebensmittelüberwachung der Stadt geschlossen. Um die Hygiene, hieß es, war es in dem Laden, der offenbar unter Beobachtung der Behörden stand, nicht gerade gut bestellt. Dazu kommen 25 Aufenthaltsverbote, 54 Platzverweise, vier Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten.

Mit 500 Bürgern kamen die eingesetzten Beamten in Kontakt, erklärten den Hintergrund der sichtbaren Aktionen und bekamen als kleines Dankeschön den einen oder anderen Tipp. 14 Hinweise auf Orte, wo mehr oder weniger regelmäßig Drogengeschäfte zu beobachten sind , fielen dabei ab. Polizei und Stadt werden nachschauen. Darin ist man sich einig.

Jörg Maibaum



Kommentare
25.03.2013
20:04
„Wir müssen dran bleiben“
von Finnjet | #1

..."aber wir können es leider nicht!"
Das wäre das ehrlich Fazit. Jetzt sind Osterferien, etliche beamte im Urlaub und die kleinen Nadelstiche sind spätestens Ostermontag verpufft.
Der Drogenhandel wird weitergehen.

Aus dem Ressort
Madeleines Halbbruder sieht sich als Lockvogel missbraucht
Prozess
Im Mordprozess um die einbetonierte Leiche seiner Halbschwester Madeleine W. (23) lehnt der Angeklagte Daniel O. jede Verantwortung für ihren Tod ab: „Die Wahrheit ist, dass ich die Tat nicht begangen habe.“ Er sei „entsetzt“, dass sein mitangeklagter Vater Günther O. ihm eine Beteiligung...
Kopftritte und Jagdszenen schockieren Essener Amateurfußball
Gewalt im Fußball
Das war ein schlechter Spieltag für den Amateurfußball in Essen: Ein 21-Jähriger der DJK Jugendsport Altenessen soll seinen Gegenspieler mit einem Kopfstoß zu Boden gebracht und ihm mehrmals ins Gesicht getreten haben. Obendrein musste ein Schiedsrichter vor Spielern des TuS West 81 II flüchten.
Halbbruder gibt zu, Madeleine W. zum Garten gelockt zu haben
Mordprozess
Vor dem Essener Schwurgericht geht seit Montag der Prozess im Mordfall Madeleine W. weiter. Die junge Frau war im Februar ermordet worden. Ermittler fanden die 23-Jährige unter mehreren Schichten Beton und Erde in einem Essener Schrebergarten. Halbbruder und Mutter sagen am Montag aus.
Quadfahrer (62) verliert Kontrolle über sein Fahrzeug
Unfall
Ein 62-jähriger Quadfahrer verlor aus bislang unbekannten Gründen am Sonntagnachmittag in Essen-Kupferdreh die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Mann war laut Polizei gegen 17 Uhr auf der Nierenhofer Straße unterwegs, als es zu dem Unfall kam.
Seniorin überwies Geld nach Anrufen von falschen Polizisten
Betrug
Eine 77-jährige Frau aus Essen hat in den vergangenen Tagen mehrere tausend Euro an Betrüger überwiesen. Aufgefallen war der Betrug einem Bankmitarbeiter, der die Überweisungen auf ein Konto in der Türkei verdächtig fand. Es stellte sich heraus, dass Betrüger sich als Polizisten ausgegeben hatten.
Umfrage
Welches wäre Ihrer Meinung nach die wichtigste Maßnahme, um Gewaltausbrüche im Amateurfußball wie am Wochenende in Essener Kreisligen zu verhindern?

Welches wäre Ihrer Meinung nach die wichtigste Maßnahme, um Gewaltausbrüche im Amateurfußball wie am Wochenende in Essener Kreisligen zu verhindern?

 
Fotos und Videos
Fünf Jahrzehnte Essen
Bildgalerie
Historische Essen-Fotos
Spaziergang durch das Siepental
Bildgalerie
100 Orte in Essen
Steeler Art auf dem Kaiser-Otto-Platz
Bildgalerie
Künstlerdorf