Das aktuelle Wetter Essen 9°C
Polizei

Polizei stuft Libanesen-Randale in Essen nicht als Massenschlägerei ein

13.09.2012 | 06:00 Uhr
Polizei stuft Libanesen-Randale in Essen nicht als Massenschlägerei ein
Die Schlägerei an der II. Schnieringsstraße sorgt weiterhin für politische Diskussionen.Foto: Jan Dinter

Essen.   Zwei Wochen nach einer Auseinandersetzungen zwischen zwei libanesischen Großfamilien im Essener Norden fürchtet die Politik im Stadtteil um die Ordnung vor Ort. Unterdessen stuft die Polizei das Geschehen herab: Die Randale vor der Moschee in Altenessen war das Werk „einzelner Personen“ und keine Massenschlägerei gewesen.

Es hat gekracht im Norden, und ein gewisses politisches Nachbeben ist bis heute zu spüren. Doch für Walter Wandtke aus Altenessen war so manche Spontan-Reaktion auf die Auseinandersetzung von libanesischen Großfamilien in Altenessen schon vor zwei Wochen die falsche Antwort: „Es wäre ein Armutszeugnis für unsere Stadtgesellschaft“, ließ sich der Grüne Ratsherr nach der Randale vernehmen, „wenn die Integrationsbemühungen einer großen Gruppe durch einige unbelehrbare Gewalttäter in Frage gestellt würden.“

Eine Einschätzung, die inzwischen offenbar auf höchster Ebene geteilt wird in dieser Stadt: Polizeipräsidentin Stephania Fischer-Weinsziehr machte jetzt gegenüber dem Oberbürgermeister und seinen Beigeordneten des städtischen Verwaltungsvorstandes deutlich, dass es sich bei der Randale eben nicht um die viel zitierten Massenschlägereien gehandelt habe. Vielmehr seien „einzelne Personen“ handgreiflich geworden. Die im Verlauf der Auseinandersetzung über eine Telefonkette alarmierten Verwandten und Bekannten seien zwar in großer Zahl dazu gekommen, aber nicht aktiv geworden – allenfalls um die Wogen zu glätten.

Polizei wurde vorsorglich alamiert

Das, in der Tat, hat die Polizei in der Vergangenheit etwas weniger differenziert dargestellt, wie deren Sprecher Ulrich Faßbender am Mittwoch freimütig einräumte. Immerhin standen sich am 24. August bis zu 100 Menschen auf der Straße gegenüber.

Darüber hinaus habe die Polizeipräsidentin erklärt, dass die zahlreichen Polizeikräfte, die aus umliegenden Städten und selbst aus Mönchengladbach kamen, vorsorglich alarmiert worden seien, um eine möglicherweise eskalierende Lage vor der Moschee an der II. Schnieringstraße jederzeit im Griff haben zu können. Wirklich benötigt wurden die vielen Beamten am Ende aber nicht.

Verstärkte Kontrollen gefordert

Während sich Fischer-Weinsziehr und Paß eine noch intensivere Zusammenarbeit versprachen, will’s die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung für Altenessen jetzt genauer wissen: „Die Ordnung im Umfeld der II. Schnieringstraße ist umgehend durch mehr Kontrollen und entsprechende Sanktionen zu gewährleisten“, heißt es in politischen Antrag für die Sitzung der Bezirksvertretung am 25. September.

Ordungsamt und Polizei sollten doch gemeinsam und insbesondere an Freitagen durch verstärkte Kontrollen dafür sorgen, „dass im Umfeld der Moschee die verkehrliche Ordnung aufrechterhalten“ werde. Die Sozialdemokraten erreichen Klagen über vermüllte Firmen-Grundstücke und „menschliche Bedürfnisse“, die auf Nachbargrundstücken und in Grünflächen erledigt werden.

Zudem habe man so seine Zweifel, ob denn der Betrieb der Moschee ordnungsgemäß genehmigt worden sei. Was im Übrigen auch für eine Holzhütte auf dem Gelände gilt, von der aus reger Handel betrieben werde – mit Lebensmitteln.

Jörg Maibaum

Funktionen
Aus dem Ressort
Diese Neubau-Projekte stehen auf dem Zollverein-Areal an
Zollverein
Auf dem Zollverein-Areal stehen mehrere Neubau-Projekte an. Die WAZ gibt in einer interaktiven Karte einen Überblick, was sich demnächst tut.
Mit dem Rad an der Stadtgrenze zu Mülheim
Serie
Kein Grenzabschnitt ist länger als der im Westen. Die Strecke ist abwechslungsreich und bietet viel Luft zum Atmen, Naturidylle und städtebauliches...
Nutzen und Fallstricke des geplanten Alkoholverbots in Essen
Alkoholverbot
Essens Ordnungsdezernent Kromberg spricht im Interview über den Nutzen und die Fallstricke des Alkoholverbots rund um den Willy-Brandt-Platz.
Pächter des Landhauses im Grugapark bedauert das Aus
Gastronomie
Rainer Neumann führt das Restaurant seit über 40 Jahren. Dass die Parkverwaltung ab 2016 andere Pläne hat, hält er für einen Fehler.
Eine schöne Radstrecke, die in die Beine geht
Mein Rad-Revier (3)
Einladung zu einer besonderen Tour: Essen, von seinen zehn Nachbarstädten aus gesehen. Teil 2: Entlang der Grenze zu Hattingen, Velbert, Heiligenhaus.
Fotos und Videos
article
7090773
Polizei stuft Libanesen-Randale in Essen nicht als Massenschlägerei ein
Polizei stuft Libanesen-Randale in Essen nicht als Massenschlägerei ein
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/essen/polizei-stuft-libanesen-randale-in-essen-nicht-als-massenschlaegerei-ein-id7090773.html
2012-09-13 06:00
Essen,Randale,Massenschlägerei,Moschee,Altenessen,Polizei,II. Schnieringstraße
Essen