Polizei NRW wirbt mit fiktivem Mordfall um Nachwuchskräfte

Elftklässler der Frida-Levy-Gesamtschule versuchen, einen fiktiven Mord aufzuklären.
Elftklässler der Frida-Levy-Gesamtschule versuchen, einen fiktiven Mord aufzuklären.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Polizei NRW ist in diesem Jahr auf der Suche nach 1670 Anwärtern: Eine landesweite Kampagne startete am Montag in der Essener Lichtburg.

Essen.. Großer Polizeiaufmarsch in der Essener Lichtburg – das Innenministerium NRW sucht 1670 Polizeianwärter. Auftakt der landesweiten Kampagne war in Essen. 185 Schüler aus Essen und den angrenzenden Städten konnten sich in dem Kino über den Beruf „Polizist“ informieren, denn die Onlinebewerbungen sind jetzt freigeschaltet.

„Wir brauchen mehr junge Menschen in der Polizei NRW“, sagt Innenminister Ralf Jäger. Es würden für diesen wichtigen Beruf nicht unbedingt die Einserkandidaten benötigt, sondern Menschen, die im Team arbeiten können und Spaß am Kontakt mit dem Bürger haben. „Wir möchten ein Spiegel der Gesellschaft sein“, sagt Jäger. Daher suche die Polizei auch gezielt nach Mitarbeitern mit Migrationshintergrund.

Neben vielen Ständen, an denen die Jungen und Mädchen sich informierten, konnten sie auch zwei Polizeianwärter über ihren Alltag während des Bachelor-Studiums ausquetschen.

Besonders begeisterte die Schüler auch die Vorführung des Diensthundes Miss Marple. Die Hündin sucht auf der Bühne eine versteckte Blutprobe. Und auch ihre vielleicht zukünftige Dienstkleidung konnten die Schüler anprobieren – die normale Streifenuniform und die Protektoren, die von den Mitarbeitern der Hundertschaft getragen werden.

Schüler schlüpfen in Rolle des Ermittlers

„Ich habe mich in der Streifenuniform fotografieren lassen“, sagt Sarah Görlich (17) von der Frida-Levi-Gesamtschule. Die Fotos konnten sich die Schüler per Mail zuschicken lassen. Zusätzlich konnten die Schüler die Protektoren anlegen, die sonst nur von der Hundertschaft getragen werden.

Polizei Sie und ihre Freundin Sarah Kasper (17) wollen sich auf jeden Fall bei der Polizei bewerben. Ein Praktikum haben sie auch schon absolviert. Sarah Kasper möchte lieber auf Streife, da sie dort den direkten Kontakt mit dem Bürger hat. Sarah Görlich hingegen würde lieber in die Ermittlungsrichtung, zum Mobilen Einsatz Kommando.

Daher hatte sie auch besonders viel Spaß an dem Kriminalfall, den die Schauspielergruppe Krimitotal vorgespielt hat. Bei dem interaktiven Schauspiel wurde während einer Preisverleihung eine Leiche gefunden. Die Schüler mussten sich nun in Gruppen als Ermittler beweisen und den Mörder finden. Dazu sammelten sie Indizien, sprachen mit den Schauspielern und ließen sich von Mitarbeitern der Hundertschaft beraten. Am Ende gelang es sogar zwei Gruppen, den Mörder aufgrund der Indizienlage zu fassen.

Schüler haben Respekt vor Schichtdienst

„Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung, die Schüler sind interessiert und haben Spaß an den fiktiven Ermittlungen“, erklärt Christian Ackermann vom Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten.

Die Vielseitigkeit am Beruf wurde besonders von den Schülern gelobt. „Ich möchte bei der Polizei anfangen, weil ich morgens nie weiß, was mich den Tag über erwartet“, sagt Fabian Bösz (18) von der Gesamtschule Borbeck. Auch seine Mitschülerin Hannah (17) möchte Polizistin werden. Respekt vor dem Schichtdienst hat sie schon: „Ich denke, es wird hart, aber man gewöhnt sich bestimmt daran.“ Interessenten sind also da, um die Polizei zu verjüngen.