Das aktuelle Wetter Essen 13°C
Parkplätze

Politik und Essen Marketing bei Busparkplatz-Thematik uneinig

07.09.2012 | 11:25 Uhr
Politik und Essen Marketing bei Busparkplatz-Thematik uneinig
Bis zu 110 Busse von auswärts zählt die EMG an Adventssamstagen. Geschätzter Umsatz der rund 50.000 Gäste: Bis zu 2,5 Millionen Euro.Foto: Oliver Müller

Essen.  Ja, is denn schon Weihnachten? Nun, das nicht gerade – und doch für die Essen Marketing Gesellschaft allerhöchste Zeit, ein brennendes Problem zu lösen, das sich im Zusammenhang mit dem Christfest, aber eben noch deutlich vor dem 1. Advent stellt. Wenn wieder Scharen auswärtiger Besucher per Bus ins Revier reisen und die Fahrer fragen, wo ihre Gefährte für die Dauer des (Einkaufs-)Bummels zu stehen kommen sollen.

Jahrelang konnten die Marketing-Experten mit dem alten Großmarktgelände einen innenstadtnahen Parkplatz anbieten, der auch den Busunternehmen gut in den Kram passte. Doch im Zuge des Bau-Booms auf dem Areal des Universitätsviertels samt grüner Mitte ist es damit endgültig vorbei.

Zehn Grundstücke im Umfeld des Stadtkerns wurden auf den Prüfstand gestellt, im städtischen Planungsausschuss stellte EMG -Prokurist Dieter Groppe gestern drei denkbare Standort-Alternativen vor: Höchste Priorität hat danach für die Marketing-Leute ein Brachgelände in der Weststadt, an der Ecke von Frohnhauser und Kurt-Joos-Straße, gefolgt vom Thyssen-Krupp -Parkplatz an der Altendorfer Straße und – auf Rang 3 – einem Freigelände am Berthold-Beitz-Boulevard . Zumindest in den ersten beiden Fällen gibt es noch zwei „Überlauf“-Gelände, sollte der Andrang an Wochenenden besonders hoch sein.

Doch die Begeisterung der Politik für die Parkplatz-Vorschläge hielt sich gestern in engen Grenzen: „Die Vorschläge gefallen mir alle nicht“, ließ sich etwa Peter Dinkelmann von der SPD vernehmen, und auch Guntmar Kipphardt von der CDU fand „nicht einen einzigen Standort wirklich überzeugend“.

Keine echte Standorttreue

Ob man nicht den ohnehin vorhandenen Messe-Parkplatz an der Lilienthalstraße in Haarzopf nutzen kann, von dem die Fahrer dann rechtzeitig zur Abfahrt „abgerufen“ werden? Groppe warnt vor derlei Plänen: Die Busfahrer seien für längere Zusatzfahrten ins Zentrum nicht zu begeistern, so die Erfahrung des Marketings, das auf Erfahrungen etwa aus Düsseldorf verweist: von der dort gehandhabten unkomfortablen Parkplatz-Lösung hätten Essen und andere Standorte profitiert. Es gebe nun mal keine echte Standorttreue, am Ende macht jene Stadt das Rennen, die das bequemste Gesamtpaket schnürt.

Der Kreis der auswärtigen Bus-Besucher, die immer öfter auch außerhalb des Advents nach Essen finden, ist dabei keine kleine Größe: Rund 50.000 Teilnehmer zählt die Essen Marketing GmbH im Jahresschnitt und jeder Einzelne von ihnen kauft im Durchschnitt für 30 bis 50 Euro in Essen ein – unterm Strich geht es also um ein en Umsatz von gut und gerne 1,5 bis 2,5 Millionen Euro.

Der EMG ist klar, dass die Suche nach einem Busparkplatz letztlich nur die Suche nach einem Provisorium für drei bis fünf Jahre bedeutet, je nach Vermarktungsstand der entsprechenden Brachflächen. So hatte die FDP den Platz am Thurmfeld neben dem geplanten Hallenbad empfohlen, die SPD liebäugelt gar damit, samstags jeweils eine Spur des Berthold-Beitz-Boulevards für die Busse zu opfern. Ob noch bis zum Advent eine Entscheidung fällt, blieb gestern offen. Die EMG tut derweil im Internet, als sei im Univiertel nicht viel passiert: Sie wirbt fürs Parken am Berliner Platz. Schöne Bescherung.

Wolfgang Kintscher



Kommentare
07.09.2012
14:58
Politik und Essen Marketing bei Busparkplatz-Thematik uneinig
von Westwind | #3

Das ist die Konsequenz, wenn Planungen im Grunde genommen gar keine mehr sind, sondern nur noch nach der Methode "Raffzahn" blind dem Mammon gehorchend agiert wird...

07.09.2012
13:03
Politik und Essen Marketing bei Busparkplatz-Thematik uneinig
von amo17 | #2

"Die EMG tut derweil im Internet, als sei im Univiertel nicht viel passiert: Sie wirbt fürs Parken am Berliner Platz."

Was sollen die denn machen, solange es noch keinen neunen Platz gibt.
Da schreibe ich doch nicht, dass ich bis jetzt keine habe.

Innenstadtnah ist eben nicht immer ein Quartie für die Busse im Advent frei.
Leiber etwas gescheites mit der Fläche machen.
Wieviel geben denn die neuen Nutzer des Univiertel jedes Jahr aus? DAs sind sicherlich über eine Millionen €.

07.09.2012
12:43
Politik und Essen Marketing bei Busparkplatz-Thematik uneinig
von Jawollja | #1

"...den Busunternehmen gut in den Kram passte."

Und die WAZ wundert sich, warum ich dieses unterirdische Schreibniveau nicht auf Papier abonnieren möchte?

2 Antworten
Politik und Essen Marketing bei Busparkplatz-Thematik uneinig
von amo17 | #1-1

Da störe ich mich eher an dem Lokalchef selber.

Politik und Essen Marketing bei Busparkplatz-Thematik uneinig
von amo17 | #1-2

Hr. Kintscher ist aber bei der NRZ.

Aus dem Ressort
Essens OB Paß sucht Burgfrieden mit der eigenen SPD
Kommunalpolitik
Reinhard Paß und seine schärfste Kritikerin Britta Altenkamp haben inzwischen wieder einen Gesprächsfaden. Das OB-Lager verlangt aber, dass Altenkampf ihre Generalkritik - „für den Posten die falsche Person“ - zurücknimmt. OB-Debatte soll beim Parteitag am 13. September kein Thema sein.
SPD Essen: Es bleibt bei der „gelben Karte“
Parteien
Knapp zwei Wochen vor dem SPD-Parteitag am 13. September ist keine Konkurrenz zu Britta Altenkamp als SPD-Vorsitzende in Sicht. Was heißt das für die OB-Kandidatur?
Vorwürfe im Brustkrebs-Skandal bestätigen sich nicht
Screening
Im so genannten Brustkrebs-Skandal haben sich die Vorwürfe einer Patientin gegen den Essener Radiologen Dr. Karlgeorg Krüger offensichtlich als nicht stichhaltig erwiesen. Die ermittelnde Duisburger Staatsanwaltschaft hat ihr Verfahren wieder eingestellt.
Mehrere Zeugenhinweise auf vermissten Essener (21)
Vermisst
Seit rund einer Woche wird ein 21-jähriger Essener vermisst. Der geistig behinderte Mann war am 24. August aus seiner Wohnung verschwunden. Nun haben sich mehrere Zeugen gemeldet. Sie gaben an,Duy Linh VUin Düsseldorf gesehen zu haben. Die Polizei aber konnte ihn bislang nicht finden.
Pfarrer erklärt seine Dusche beim Wort zum Sonntag
Ice Bucket Challenge
Pfarrer Gereon Alter aus Essen ließ sich beim „Wort zum Sonntag“ am Samstag in der ARD vor 1,8 Millionen Zuschauern mit Eiswasser duschen: Dass seine etwas andere Variante der „Ice Bucket Challenge“ seiner Würde als Pfarrer schadet, glaubt der Leiter der Großpfarrei St. Josef Ruhrhalbinsel nicht.
Umfrage
Pfarrer Gereon Alter aus Essen ließ sich im TV mit Eiswasser überschütten – auch um auf die Freiwilligkeit von Nächstenliebe hinzuweisen. Wie finden Sie den Auftritt des Geistlichen?
 
Fotos und Videos
Rocknacht im PHG
Bildgalerie
"Keep on rockin`"
Mittelalterliches Fest
Bildgalerie
Steenkamp-Hof