Pfingst Open Air musste erstmals tausende Besucher abweisen

Nicht alle, die am Montag zum Pfingst Open Air in Essen-Werden wollten, kamen auch auf das Gelände.
Nicht alle, die am Montag zum Pfingst Open Air in Essen-Werden wollten, kamen auch auf das Gelände.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Gegen 17 Uhr kam beim Werdener Pfingst Open-Air der Einlass-Stopp. Nur 13.000 Besucher dürfen zeitgleich feiern. DRK beklagt Drogenproblem.

Essen.. Während auf dem Festivalgelände im Löwental rund 13.300 Besucher beim Pfingst Open Air weitestgehend friedlich und zufrieden feierten, gab es ab dem späten Nachmittag vor den Einlassschleusen zahlreiche enttäuschte Gesichter: Erstmals in der Geschichte des Festivals mussten Tausende Besucher draußen bleiben. Denn der vor drei Jahren im Zuge erhöhter Sicherheitsmaßnahmen verhängte Einlass-Stopp kam diesmal voll zum Tragen: von 17 bis 21 Uhr wurde niemand mehr aufs Gelände gelassen. Ruhig blieb es dennoch.

Related content Genetikk-Fans, die dachten, eine Anreise gegen 19 Uhr müsste locker reichen, da die angesagten Hip-Hopper erst um 20.45 Uhr auftreten, machten lange Gesichter: Bereits am Werdener S-Bahnhof wurden sie von Mitarbeitern der Bundespolizei gebeten, wieder Kehrt zu machen: „Da kommt niemand mehr rein“, hieß es vielfach. Auch am Hauptbahnhof wurden Besucher auf der Anreise über Lautsprecherdurchsagen informiert, dass eine Weiterfahrt nach Werden zwecklos ist.

„Unser Sicherheitskonzept hat sich bestens bewährt“

Dennoch wurde es zeitweise voll an den Einlass-Schleusen: Doch wenngleich die Sicherheitskräfte immer wieder „eine erhebliche Anzahl von Leuten davon abhalten mussten, das Festival zu betreten“, sei es zu keinen unschönen Szenen gekommen, erklärt Gerd Dubiel vom Jugendamt, das das Festival mit dem Rockförderverein Essen auf die Beine stellt. „Unser Sicherheitskonzept hat sich bestens bewährt“, resümiert Dubiel.

Auch die starke Polizeipräsenz trug sicherlich dazu bei – auch wenn einige Gäste den Einsatzkräften, die gerade an den Absperrungen kaum zu übersehen waren, einen „martialischen“ Auftritt bescheinigten. Aber Polizeisprecherin Tanja Hagelüken versichert: „Wir haben nicht mehr Personal eingesetzt als in den Jahren, um zu gewährleisten, dass die Leute gut zum Festival und wieder zurück kommen.“ Sie spricht von einem „sehr ruhigen und friedlichen Verlauf“, bei dem es lediglich ein paar Platzverweise gab: „zwei wegen Körperverletzung, einen Verweis wegen Beleidigung, einen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetzes.“

DRK: „großes Problem“ mit illegalen Drogen

Ein „großes Problem“ nennt dagegen das Deutsche Rote Kreuz den Konsum illegaler Drogen wie Cannabis und Ecstasy gerade bei Jugendlichen während des Festivals. Dieser habe „zu einem vermehrten Einsatz der Ordnungsbehörden und des Jugendamtes geführt“. Zudem mussten 17 meist stark alkoholisierte Minderjährige in Krankenhäuser transportiert werden.

Auch vorm Gelände floss wegen des Einlass-Stopps wohl manches Frustbier. „Das ist doch Kappes!“ rief etwa einer, der extra aus Düsseldorf angereist war. „Da passen doch bestimmt noch ein paar Tausend mehr drauf!“ Doch an der Obergrenze von 13.300 Besuchern sei wohl nicht zu rütteln, meint Marcus Kalbitzer vom Rockförderverein. „Viele Besucher sehen das allerdings durchaus positiv: Denn ein dichtes Gedränge wie in früheren Jahren gibt es nun nicht mehr.“