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Peter Keup berichtet in der ganzen Welt vom Leben in der DDR-Diktatur

05.05.2012 | 16:00 Uhr
Peter Keup berichtet in der ganzen Welt vom Leben in der DDR-Diktatur
Der 53-jährige Wahl-Essener Peter Keup berichtet regelmäßig von seinem Leben in der DDR-Diktatur.

Essen.   Der Wahl-Essener und Tanzlehrer Peter Keup berichtet seit anderthalb Jahren als DDR-Zeitzeuge vor Schüler- und Lehrergruppen aus seiner Zeit im Gefängnis. Längst ist Peter Keup mehr als ein Botschafter im eigenen Land. „Davon zu erzählen ist wie eine Therapie", sagt er.

Ein Innenhof. Vielleicht sechs Meter lang und vier Meter breit. Überspannt von einem Wellblechdach, begrenzt von hohen Mauern. Die Kamera fährt in dieser tristen Szenerie im Kreis, fährt den Weg eines Gefangenen in Stasi-Haft beim Freigang nach, schwenkt nach oben, der Himmel ist nicht zu sehen. Aus dem Off erzählt der Wahl-Essener Peter Keup zu diesen Bildern von seinen zehn Monaten im Gefängnis. Einzelzelle. Einsamer Hofgang.

Das ist sein persönliches Erlebnis. Der Tanzlehrer verallgemeinert es nicht, um als authentischer DDR-Zeitzeuge berichten zu können. Die Bundeszentrale für politische Bildung wurde vor anderthalb Jahren nach einem WAZ-Bericht auf ihn aufmerksam . Seither erzählt er vor Schüler- und Lehrer-Gruppen aus diesem düsteren Kapitel jüngerer deutscher Geschichte.

Mehr als ein Botschafter im eigenen Land

Dabei hat Peter Keup eine Gabe: Eine bildhafte Sprache, die Erlebtes nachfühlen lässt. Vom unfreien Leben in der DDR, seiner missglückten Flucht, seiner Stasi-Haft und seinem Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland. Mit seinen Berichten steht er exemplarisch dafür, wie ein Land zusammen wächst, wie es mit seiner Geschichte umgeht, sie aufarbeitet.

Längst ist Peter Keup mehr als ein Botschafter im eigenen Land. „Ich habe die mangelnde Reisemöglichkeit immer als schwerwiegende Einschränkung empfunden“, sagt er. Nun schaut er sich die Welt an – privat und in der Rolle des Aufklärers. „Anfang des Jahres war ich drei Monate unterwegs.“

Erste Station: Das argentinische Buenos Aires. Weil er sich als Tanzlehrer für den Tango interessiert. Und um in der Welt zu erzählen: „Es reicht nicht, satt zu sein und ein Dach über dem Kopf zu haben. Man muss sich für politische Strömungen interessieren und sich für die Demokratie engagieren. Und man muss sich einmischen. Am Beispiel der DDR kann man sehr gut deutlich machen was passieren kann, wenn man alles einfach laufen lässt. Da war der Prozess zunächst auch schleichend, bis schließlich die Mauer gebaut und die Reisefreiheit eingeschränkt wurde.“

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Kommentare
07.05.2012
06:53
Wo habe ich, janka.nbmv | #8, in meinen Beiträgen hier den Bezug zur Linken gezogen?
von derutkiek | #9

Es geht hier konkret um das Leben Peter Keups in der DDR-Diktatur.
Den Bezug zur heutigen Linken haben Sie gezogen, sicher nicht unberecht - er liegt...
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/peter-keup-berichtet-in-der-ganzen-welt-vom-leben-in-der-ddr-diktatur-id6622941.html
2012-05-05 16:00
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