Persönliches Fastenritual

Haben Sie sich auch schon Gedanken gemacht, auf welche Dinge Sie in den nächsten Wochen verzichten werden? Denn Sie wissen ja, wie es in einem alten Schlager heißt: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei...“ Regierten noch während der tollen Tage Liebe, Frohsinn und Völlerei, ist nun die Zeit von Verzicht und Askese angebrochen – die Fastenzeit. Die einen üben sich in den kommenden 40 Tagen in Enthaltsamkeit, wenn es um den Konsum von süßen Leckereien geht, die anderen nehmen sich eine Auszeit von Fernsehen oder Handy, um sich auf das Wesentliche zu besinnen.

Was mich betrifft, habe ich am Montag mit dem Verzichten schon mal gut vorgelegt – und das, ohne es zu wissen: So bin ich morgens mit einem Auto losgefahren, das seine besten Tage schon länger hinter sich hat, und wunderte mich dennoch, dass der Tacho partout nicht über 70 Stundenkilometer hinauskam. Des Rätsels Lösung fand ich, als ich beunruhigt rechts ranfuhr, um das Gefährt kritisch von außen zu betrachten. Und siehe da: Ich hatte die letzten Kilometer nur mit drei funktionstüchtigen Reifen zurückgelegt – Nummer Vier war platt wie Emsland. Ich verzichte also auf Autoreifen, die werden beim Fahren sowieso überbewertet. Ob die Jungs von der Werkstatt das genauso sehen, bleibt abzuwarten. So hat jeder sein persönliches Fastenritual.