Essen

„Pelz-Polizei“ geht auf Streife: Die echten Ordnungshüter sind davon nicht begeistert

Tierschützer in Uniform. Die Essener Polizei ist darüber nicht besonders froh.
Tierschützer in Uniform. Die Essener Polizei ist darüber nicht besonders froh.
Foto: Knut Vahlensieck / Funke Foto Services
  • Viele fragen sich: Dürfen Tierschützer Pelz-Polizei auf ihre Uniformen drucken?
  • Ja, aber die Essener Ordnungshüter sind nicht begeistert
  • Die Tierschützer missbrauchen das Image der Polizei

Essen. Wo Polizei drauf steht, muss nicht immer Polizei drin sein. In der Essener City gehen momentan uniformierte Tierschützer umher. Ihre Mission: Passanten darüber aufklären, ob ihre Winterjacke vielleicht doch nicht aus Kunst- sondern Echtpelz ist.

Ein ehrbares Vorhaben. Aber: Sie tragen dafür eine blau-schwarze Uniform, auf deren Vor- und Rückseite prangen die Worte: „Pelz-Polizei“. Doch dürfen die Türschützer ihre Jacken überhaupt einfach so mit dem Wort Polizei schmücken? Das haben sich viele DER WESTEN-Nutzer gefragt. Und wir haben bei der Essener Polizei mal nachgefragt.

Tierschützer missbrauchen das Image der Ordnungshüter

Die Essener Beamten sind nicht besonders glücklich über die Jackenwahl der Türschützer. Weil diese das Image der Polizei für ihre Zwecke missbrauchen. „Das Wort Polizei wird dazu genutzt, dass Passanten stehen bleiben. Der erste Eindruck vermittelt: Da ist die Polizei, das ist seriös", sagt Polizeisprecherin Sandra Steinbrock.

Dagegen tun, könne die echte Polizei aber nichts. Denn: „Der Begriff ist rechtlich nicht geschützt", so Steinbrock. Deshalb darf das Wort Polizei zum Beispiel auch auf Karnevals-Kostümen stehen.

Auch wenn die Verwechslungsgefahr zwischen Polizeiuniform und Tierschützer-Kluft nicht groß sei, sollten sich Passanten immer fragen: „Ist das wirklich die Polizei, die mich da anspricht“, rät Steinbrock.

Die „Pelz-Polizei“ in der Essener City schaut sich ganz genau an, was für ein Winteroutfit du trägst