PCB-Fund bei Harmuth wird Fall für die Staatsanwaltschaft
27.06.2012 | 10:13 Uhr 2012-06-27T10:13:00+0200
Essen. Der Entsorger Harmuth, bei dem PCB-haltige Abfälle gefunden wurden, ist sich keiner Schuld bewusst. Es sei nicht bekannt gewesen, dass das Material möglicherweise PCB-haltig sei , so der Geschäftsführer. Die Abfall-Entsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet widerspricht der Darstellung.
Nach dem Fund PCB-haltiger Abfälle auf dem Gelände des Recyclingunternehmens Harmuth in Bergeborbeck droht dem Entsorger ein juristisches Nachspiel. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat den Fall inzwischen an die Staatsanwaltschaft und die Stabsstelle Umweltkriminalität des Umweltministeriums weitergeleitet. Es bestehe der Verdacht eines Umweltvergehens, erklärte eine Behördensprecherin auf Anfrage. Harmuth ist sich derweil weiterhin keiner Schuld bewusst.
Das Material wird in drei abgedeckten Containern im so genannten Sicherungsbereich des Firmengeländes gelagert. Es bestehe keinerlei Gefahr für Mensch oder Umwelt, erklärten Bezirksregierung und Harmuth übereinstimmend.
Kontrolleure gingen offenbar konkretem Hinweis nach
Mitarbeiter der Bezirksregierung waren Mitte der vergangenen Woche bei einer unangemeldeten Kontrolle auf dem Betriebsgelände auf vermeintlich schadstoffhaltiges Material gestoßen. Offenbar waren die Kontrolleure einem konkreten Hinweis nachgegangen. Kontrollen würden sonst angemeldet, so die Sprecherin.
Bei dem Fund handele es sich um mehr als sieben Tonnen Bauschutt und Kehricht, „das mehr als 50 Milligramm PCB pro Kilo enthält“. Harmuth hat nach Angaben der Behörde keine Genehmigung, die es erlauben würde Abfälle, die diesen Grenzwert überschreiten, anzunehmen oder zwischenzulagern. Woher das Material komme, sei noch nicht geklärt. Laut Harmuth-Geschäftsführer Stefan Strüngmann stammt es aus der Geschwister-Scholl-Schule in Lünen und dem Bethesda-Krankenhaus in Duisburg. Es handele sich um Deckenplatten und Sandkristalle.
Lieferung kam Mitarbeiter „optisch merkwürdig“ vor
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Es sei nicht bekannt gewesen, dass das Material PCB möglicherweise PCB-haltig sei, so Strüngmann. Einem Mitarbeiter sei die Lieferung aber „optisch merkwürdig“ vorgekommen, worauf die Container im besagten Sicherungsbereich zwischengelagert worden sei - so lange bis der weitere Entsorgungsweg geklärt sei. Proben seien genommen, die Analyseergebnisse stünden aber noch aus.
Derweil widerspricht die Abfall-Entsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet (AGR), Betreiber der Verbrennungsanlage für Sondermüll in Herten, der Darstellung Harmuths, wonach das Entsorgungsunternehmen dort „in vier bis sechs Wochen einen Termin“ habe. Bislang liege von Harmuth keine Anmeldung zur Verbrennung PCB-haltiger Abfälle vor, so AGR-Sprecher Michael Block. Auch die dafür notwendige Probe oder Analyse sei bislang im Hause nicht eingegangen.

16:09
Ich habe in der Berichterstattung über diesen Vorfall einen Transformator gesehen.
Spätestens bei diesem Anblick sollten bei denkenden Menschen alle Alarmglocken angehen.
Klar, die Fa. Harmuth wusste nichts von dem PCB - ja sicher.
Vorgang einen Transformator zeigt, zeigt nur, daß er überhaupt nicht versteht, worum es hier geht.
Den meisten reichen 2 Stichworte : "PCB" und "Entsorger" und dann wird lustig ohne Sinn und Verstand drauflos geschwafelt.
Wenn die Fa. Harmuth, so der versteckte Vorwurf, den Abfall illegal entsorgen wollte, warum steht der eigentlich im Sicherstellungsbereich und wurde nicht unter andere Abfälle ( hier bietet sich Bauschutt oder Baumischabfälle an ) gemischt???
14:49
Erst mal bitte die GELBE KARTE rausholen. Beim nächsten Mal bitte erst die ROTE:
12:35
"Es sei nicht bekannt gewesen, dass das Material PCB möglicherweise PCB-haltig sei , so der Geschäftsführer."
Also ich tippe hier mal auf einen Druckfehler im Text, das erste "PCB" ist wahrscheinlich völlig falsch.
In der Außendarstellung ist es natürlich erstmal verheerend, daß entgegen der Meldung von gestern die Herkunft des Abfalls korrigiert werden muß und daß es offensichtlich noch zu keiner Anmeldung bei der AGR in Herten kam. Ich möchte nicht in der Haut des Mitarbeiters stecken, der seinem GF diese Fehlmeldungen untergejubelt hat.
An dieser Stelle sei auch ausdrücklich auf die Verantwortung des Abfallerzeugers für die richtige Deklaration des Abfalls verwiesen !
10:54
"Es sei nicht bekannt gewesen, dass das Material PCB möglicherweise PCB-haltig sei , so der Geschäftsführer."
Da stellt sich mir doch die Frage, warum sollte das Material den Namen PCB sonst wohl haben, wenn es nicht auch den Stoff enthält. Eine derartig dummdreiste Ausrede allein verdienst schon eine Strafe. Ich würde sagen als GF einer Entsorgungsfirma fachlich nicht geeignet.