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Pandemieübung der Feuerwehr Essen mutet an wie ein Katastrophenfilm

14.10.2012 | 17:38 Uhr
Schaurig echt war das Szenario bei der Pandemie-Übung in der Fahrzeughalle der Feuerwehr.Foto: Fotografie Olaf Fuhrmann

Essen.  Das Szenario erinnerte an einen Katastrophenfilm: Die Essener Feuerwehr und das Gesundheitsamt riefen Impfhelfer der Uni Duisburg-Essen und rund 50 Statisten zur Pandemieübung: Damit die Helfer auch auf den schlimmsten Fall vorbereitet sind, muss geübt werden.

Seit zwei Monaten wütet die Grippewelle in Deutschland, in Essen ist ein Drittel der Bevölkerung erkrankt. Die Feuerwehr hat eine Impfstrecke in ihrer Fahrzeughalle eingerichtet, durch die die Massen geschleust werden. Am Rande beobachtet Dr. Rainer Kundt, ärztlicher Leiter des Gesundheitsamtes, zufrieden das Treiben. Er weiß: Das ist nur eine Übung.

Das Szenario ist erschreckend realistisch. Vor den Türen der Halle drängeln sich die Menschen – rund 50 Statisten sind heute zur Hauptwache gekommen – und warten ungeduldig. Im Gebäude ordnen Helfer in Ganzkörperschutzanzügen, maskiert mit Mund-Nase-Schutz, vor der ersten Schranke die Menschen. Ein junger Mann kollabiert, sofort sind zwei Helfer mit Rollbahre zur Stelle, die den schwer Atmenden in einen anderen Teil der Halle fahren.

Geübt wird zwei Mal im Jahr

„Im Notfall geht auch nicht alles geordnet zu“, erklärt Mike Filzen, Pressesprecher der Feuerwehr, warum in der zwei Mal jährlich stattfindenden Übung auch viele kleine und größere Zwischenfälle eingebaut sind. Insgesamt fünf Impfstellen in fünf Turnhallen in Essen – welche sind Verschlusssache – sollen die Lage bei einer Pandemie beruhigen. Und damit die professionellen Helfer sowie die insgesamt rund 80 Impfhelfer dieser Stadt, ehrenamtlich verpflichtete Medizinstudenten, auch auf den schlimmsten Fall vorbereitet sind, muss geübt werden.

Großübung Impfung

Mit einem Infrarotgerät messen die Impfhelfer in grünen Kitteln, Kappen und mit Gesichtsschutz die Temperatur der Wartenden. Erst nach der Beratung dürfen die ins Herz der Strecke, zwei Impfestationen mit Liegen. „Geimpft wird im Liegen, damit niemand umfallen kann“, erklärt Dr. Kundt.

Natürlich steckt in den Spritzen kein Serum, sondern eine Kochsalzlösung. Die wird auch nicht injiziert, nur auf den Arm gespritzt. Die 20 Minuten Wartezeit, die die Geimpften noch im Ruhebereich verbringen sollten, wird ebenfalls nicht ausgeschöpft. Doch der Lerneffekt ist trotzdem da: Im Schutzanzug lässt es sich nach einer Stunde kaum mehr aushalten, die Brillen beschlagen, im Kopf surrt es „und nach zwei Stunden Impfen sieht man nur noch kariert“, so Kundt.

Deshalb tauschen die Verantwortlichen die Impftrupps regelmäßig aus, achten auf Pausen. „Ohne Mampf kein Kampf“, sagt Kundt. Doch auf der Strecke sind keine Pausen vorgesehen, hier soll 24 Stunden durchgeimpft werden. So tummeln sich vor den Absperrungen schon die nächsten „Erkrankten.

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Kommentare
16.10.2012
02:27
Pandemieübung der Feuerwehr Essen mutet an wie ein Katastrophenfilm
von maped | #3

Heute präsentiert uns die Pharmalobby doch schon Impfstoffe für Grippeviren die erst im Winter kommen.... ein Schelm, wer böses dabei denkt.

15.10.2012
22:49
Pandemieübung der Feuerwehr Essen mutet an wie ein Katastrophenfilm
von DrDr | #2

So, so jetzt mutet die Realität an wie ein Film. Früher war das mal andersherum, da muteten Filme noch wie Realität an. Hat sich unser Wahrnehmungshorizont schon so verschoben, dass die Filmbilder in unserem Kopf zu Referenz unseres Wirklichkeitsbezugs werden?

15.10.2012
19:48
Katastrophenfilm
von bearny | #1

Ich fürchte, eine echte Pandemie wäre doch noch anders zu werten als ein Katastrophenfilm, da in Letzterem meistens rechtzeitig ein Gegenmittel gefunden wird?
Man überlege sich, wie lange nun der Kampf gegen z.B. AIDS oder Ebola dauert.
Was würde passieren, wenn auf einmal resistente Peststämme, eine Grippe wie von 1919/ 1920 oder Vergleichbares auftauchen?
Da würde wohl kein Hollywoodfilm mitkommen..

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