Paddeln auf der Ruhr - eine Tour mit dem Steeler Kanu Club

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Was wir bereits wissen
Die Mitglieder des Steeler Kanu Clubs sind regelmäßig auf der Ruhr unterwegs. Einsteiger können mit dem Sport beim „Schnupper-Paddeln“ in Kontakt kommen

Essen.. „Keine Sorge, ,Dickes B’ kippt nicht um“, sagt Hermann Wölki. Der 60-Jährige kniet auf dem Bootsanleger des Steeler Kanu Clubs (SKC) und sichert mit beiden Händen das knallrote Zwei-Mann-Kajak, während sich zunächst der ungelenke Reporter in das Paddelboot hampelt. Als Wölki schließlich selber ins Boot einsteigt, sieht das Einsteige-Prozedere deutlich eleganter aus. Aber er hat das auch schon unzählige Male getan – Hermann Wölki ist nämlich der Erste Vorsitzende des Vereins.

Jeden Mittwoch, immer um 18 Uhr, können Paddel-Neulinge beim SKC den Sport ausprobieren. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie nach einer kurzen Einweisung im Boot „Dickes B“ Platz nehmen.

„Paddeln ist ein Sport für Jedermann“, sagt Wölki. „Und er ist sehr schnell zu erlernen.“ Alle Altersgruppen seien im Club vertreten. Die Mitglieder befahren die Ruhr, unternehmen gemeinsame Ausflüge zu anderen Flüssen – oder beschäftigen sich mit Dingen, die gar nichts mit Wasser zu tun haben: Beachvolleyball, Walking oder Doppelkopf.

Das Boot legt ab. Die Strömung der Ruhr trägt es flussabwärts. Schnell gewinnt „Dickes B“ an Fahrt. Wölki sitzt hinten, er bestimmt mit seinen Ruderschlägen, in welche Richtung sich das Boot bewegt. Der Vordermann hat es leichter: Er muss nur das Paddel durchs Wasser ziehen. Und er darf nicht zu viel zappeln. Sonst gerät selbst das Anfängerboot, das viele Fehler verzeiht, ins Wackeln.

Wildwasser, Kanupolo, Slalom

„Das Schöne am Paddeln ist, man ist unterwegs in der Natur“, sagt Wölki. Das Ufer ist dicht bewachsen, Angler werfen ihre Ruten aus, Mücken tanzen dicht über der Wasseroberfläche, Vögel beobachten das vorbeiziehende Boot – und die Abendsonne taucht alles in warmes Licht. Entspannung pur. Nicht ohne Grund spricht man bei dieser Art der Fortbewegung vom Kanuwandern. „Aber es gibt viele Varianten des Sports. Manche mögen Wildwasserfahrten, andere spielen Kanupolo, und wieder andere haben Spaß an rasanten Slalom-Fahrten.“

Das Vereinsheim des SKC liegt an der Westfalenstraße. Gleich hinter dem Gebäude, nahe des Spillenburger Wehrs, ist ein Nebenarm der Ruhr. Hier werden die Boote ins Wasser gesetzt. Klassische Tagestouren der SKC-Paddler führen bis zum Stauwehr nach Werden oder flussaufwärts bis nach Dahlhausen und zurück. „25 Kilometer pro Tag schafft man ganz gut“, sagt Wölki.

Ungeübte Paddler kommen nicht so schnell voran. Diese Erfahrung macht man beim Schnupper-Paddeln. „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“, beruhigt Wölki. Recht hat er, und es geht ja schließlich nicht darum, auf Anhieb Bestleistungen zu erbringen. „Wir betreiben keinen Leistungssport, sondern machen alles aus reinem Spaß an der Bewegung auf dem Wasser“, sagt er. „Rennen fahren muss hier niemand.“

Dann, gegen Ende der Tour, steht doch noch ein Geschwindigkeits-Kick an. Müssen Höhenunterschiede auf dem Wasser gemeistert werden, nutzen Kanufahrer sogenannte Bootsrutschen: Die Sportler öffnen eine Schleuse, fluten so einen abschüssigen Kanal – und paddeln hinein. Durch Gefälle und Strömung wird das Boot auf kurzer Strecke enorm schnell. Ein Riesenspaß!

Steeler Kanu Club hat 170 Mitglieder

Der Steeler Kanu Club (SKC) wurde 1923 gegründet. Derzeit hat der Verein 170 Mitglieder. Mitglieder brauchen nicht unbedingt ein eigenes Boot. Es gibt beim SKC vereinseigene Boote, die von den Mitgliedern genutzt werden können.

Die Mitgliedschaft kostet zehn Euro im Monat. Jugendliche (13 bis 18 Jahre) zahlen nur sieben Euro. Kinder (bis 12 Jahre) zahlen nichts, allerdings muss ein Erziehungsberechtigter Mitglied werden. Weitere Informationen: www.steeler-kanu-club.de