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Stiller Feiertag

Ostern - Bars und Discos in Essen ignorierten das Musik- und Tanzverbot

06.04.2012 | 14:47 Uhr
Ostern - Bars und Discos in Essen ignorierten das Musik- und Tanzverbot
Karfreitag ist ein "stiller Feiertag" - deshalb gilt ein Tanzverbot. Viele Kneipen und Clubs ignorieren das aber.Foto: Friedhelm Geinowski/WAZ FotoPool (Archiv)

Essen.   Viele Bars und Discos in Essen ignorierten das Musik- und Tanzverbot am stillen Feiertag. Das Ordnungsamt will daher an Karfreitag verstärkt kontrollieren. Kleinere Verstöße kosten 150 Euro Bußgeld. Außerdem kann der Gewinn eingezogen werden. Uneinsichtige Betreiber müssen mit Geldstrafen von bis zu 3000 Euro rechnen.

„Am Gründonnerstag ist ab 18 Uhr öffentlicher Tanz verboten“, so steht’s im NRW-Feiertagsgesetz. Viele Betreiber von Bars und Discos scheint dies nicht zu interessieren, wie eine Stichprobe der NRZ ergab: Im „Frida“, im „Déjá Vu Club“, im Pupasch, dem „total verrückten Kneipodrom“, im „Panic Room“, im „Naked“ sowie im „Turock“ steigen am Gründonnerstag Tanz-Partys. Hingegen bleiben der „Solid Club“ und das „Rü Dekadance“ geschlossen, wie viele kleine Clubs und Bars in der ganzen Stadt. Obwohl den Betreiber im Vorfeld vom Ordnungsamt klar gemacht wurde, was am „stillen Feiertage“ gesetzlich verboten ist, rühmen sich diese, wie etwa das „Naked“ im Internet mit ihren Partys. „Komm vorbei und du wirst sehen:) Wir haben auf ;)“, schreibt die Disco auf ihrer Facebook-Seite.

In der Nacht von Karfreitag auf Ostersamstag kontrolliert die Stadt daher verstärkt . Kleinere Verstöße kosten 150 Eu­ro Bußgeld. Außerdem kann der Gewinn eingezogen werden. Uneinsichtige Betreiber müssen mit Geldstrafen von bis zu 3000 Euro rechnen. „Wir werden das dieses Jahr etwas stringenter handhaben, wegen der Vorgeschichte in den vergangenen Jahren“, betont Ordnungsamt-Leiter Günther Kraemer. Er schreckt nicht davor zurück, dieses Jahr auch die Gewinne abzuschöpfen. „Das ist natürlich alles viel aufwändige für uns, weil wir die Kosten gegenrechnen müssen, aber bei schwierigen Fällen ist es scheinbar notwendig“, so Kraemer. Es werde individuell geprüft, was machbar ist, sagt er.

Feiertagsgesetz: Nicht alles ist erlaubt

„Stille Feiertage“ sind Allerheiligen, Totensonntag, der Volkstrauertag und Karfreitag. Was an diesen Tagen untersagt ist, zusätzlich zu den Verboten üb­licher Sonn- und Feiertage, regelt das NRW-Feiertagsgesetz. An Karfreitag gelten die strengsten Re­geln: Sportliche und ähnliche Veranstaltungen, Pferderennen und -leistungsschauen, Zirkusveranstaltungen, Volksfeste und der Be­trieb von Freizeitanlagen, so­weit dort tänzerische oder ar­tistische Darbietungen angeboten werden, sind verboten. Und zwar in der Zeit von Karfreitag, 5 Uhr, bis zum nächsten Tag, 6 Uhr. Ostersonntag gilt ein Öffnungsverbot für Verkaufsstellen, deren Angebot überwiegend aus Back- und Konditorwaren oder Pflanzen und Blumen besteht. In Cafés dürfen Ostersonntag nur zum sofortigen Verzehr zubereitete Speisen verkauft werden; Brot, Brötchen und Ähnliches gehören nicht dazu. Geändert wurde das „Gesetz über die Sonn- und Feiertage“ zuletzt 1989. Mehr Infos: www.recht.nrw.de.

Pascal Hesse



Kommentare
07.04.2012
10:05
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07.04.2012
09:32
Alle Feiertage streichen!
von maxim | #35

Am besten wird nur noch Silvester gefeiert, der Jahreswechsel ist ja für (fast) alle gleich,
dann gibt es auch keine Diskussion mehr, wer für oder gegen Kirche oder für diese oder andere Religion ist.

07.04.2012
09:21
Ostern - Bars und Discos in Essen ignorierten das Musik- und Tanzverbot
von Herby52 | #34

Wer meint, dass man diesen stillen Feiertag nicht braucht, soll doch arbeiten gehen.
Aber das wollen die ja auch nicht, denn dann kann man ja nicht Feiern.
In meinen Augen sind das M........

07.04.2012
08:37
Ostern - Bars und Discos in Essen ignorierten das Musik- und Tanzverbot
von Stefan3 | #33

Und was kam dabei raus ? GIbt es noch einen Folge-Artikel ?

07.04.2012
08:14
Ostern - Bars und Discos in Essen ignorierten das Musik- und Tanzverbot
von willi_wurst | #32

Man sollte gleiches Recht für alle anwenden und auch den Kirchen das lärmende Bimmeln der Glocken, den Krach aus den Orgeln und ihre Veranstaltungen verbieten - oder die nach Grundgesetz strikte Trennung von Staat und Kirche endlich durchführen.

Aber für die Kirche gelten eigene Gesetze neben dem Grundgesetz, da wird bereits mit der Taufe die Kirchensteuerpflicht von Säuglingen begründet, ohne dass der Säugling sich dagegen wehren kann. Das ist auch ein Missbrauch der Kinder.

Niemand zwingt Menschen, die an Lügen der Kirche glauben, in ein Tanzlokal zu gehen. Tretet erst mal alle aus der Kirche aus, damit diesem Hokuspokus der finanzielle Nährboden entzogen wird, und dann kann man gegen die Vermischung von Staat und Kirche vorgehen. Die CDU / CSU kann sich dann auch gleich warm anziehen...

Gibt es eigentlich schon die MDU / MSU = Muslimisch Demokratische / Soziale Union und deren Parteitag auf dem Gebetsteppich mit Kopf gen Mekka? Das wär was für den grünen Özdemir!

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #32-1

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07.04.2012
06:00
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Name von Moderation entfernt | #31

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2 Antworten
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Ostern - Bars und Discos in Essen ignorierten das Musik- und Tanzverbot
von Pit01 | #31-2

Ein bischen Nachhilfe täte Ihnen gut. Die genannten Religionen werden nicht den Sekten zugerechnet.

07.04.2012
00:49
Ostern - Bars und Discos in Essen ignorierten das Musik- und Tanzverbot
von nothdurft | #30

PAHH.. ich leg mir ´n Ei.

07.04.2012
00:09
Solides Halbwissen :-)
von DasKorrektiv | #29

„Am Gründonnerstag ist ab 18 Uhr öffentlicher Tanz verboten“

Das stimmt, aber wenn nach 0 Uhr in den besagten Clubs getanzt wird, ist das durchaus legal: Da ist der Gründonnerstag vorbei, und man kann nach belieben bis fünf Uhr tanzen - erst dann greift die Karfreitagsregelung. Manche Clubs machen da seit Ewigkeiten ein Ritual daraus, die Gäste bei ruhiger Musik "ohne Tanz" einzulassen und dann ab 0 Uhr aufzudrehen. Das ist keine neue Erkenntnis und kein Skandal, dafür hätte man keine Redakteure in die Clubs schicken müssen.


"In der Nacht von Karfreitag auf Ostersamstag kontrolliert die Stadt daher verstärkt."

Das nenne ich dann mal eine lange Nacht: Ostersamstag ist der erste Samstag NACH Ostern. Der Samstag VOR Ostern, der direkt auf den Karfreitag folgt, ist der KARsamstag, darum spricht man von der Karwoche.

06.04.2012
22:49
Ostern - Bars und Discos in Essen ignorierten das Musik- und Tanzverbot
von RiddlerGE | #28

Schafft die Feiertage ganz ab und schickt die Leute lieber arbeiten. Ist schon schlimm genug, dass wir Unternehmer den ganzen Arbeitsausfall allein tragen müssen.
Und jetzt beschweren sich diese Drückeberger auch noch, dass sie nicht tanzen dürfen.

06.04.2012
21:38
Ostern - Bars und Discos in Essen ignorierten das Musik- und Tanzverbot
von 1980yann | #27

@25
Also der Dezembertermin funktioniert prima als entchristianisiertes Schenkfest - und es ist dreist jegliche Freizeit zur christlichen Errungenschaft umzudeklarieren, um hierfür quasi im Gegenzug einzufordern, dass jedermann zumindest "passiv feiern" muss, indem er die Zeit nicht anders verbringen darf.

@17
Ich find den Zombievergleich schon etwas überzogen ... Rotkäppchen passt schon eher - sie geht auch auf ein dickes Buch zurück, für dessen Wahrheitsgehalt es keinerlei Anhaltspunkte gibt, das teilweise naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht, aber auch lehrreich auf das menschliche Miteinander eingeht.
Man kann daraus Kraft ziehen, aber man sollte es nicht missbrauchen, um seine Mitmenschen zu gängeln.

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