Wasserretter weihen Anbau am See ein

Ehrenamtliche und Ehrengäste feierten die Einweihung des Anbaus der DLRG-Rettungsstation.
Ehrenamtliche und Ehrengäste feierten die Einweihung des Anbaus der DLRG-Rettungsstation.
Foto: Essen
Was wir bereits wissen
Die DLRG hat ihre Fläche in Heisingen verdoppelt und hat jetzt mehr Platz für Boote und Schulungen. Helfer sind rund 300 Mal pro Jahr im Einsatz.

Essen-Heisingen.. Über mehr Platz für Boote und Schulungen sowie über moderne Sanitäranlagen freuen sich die ehrenamtlichen Helfer der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) an der Lanfermannfähre in Heisingen. Gestern wurde der Anbau der Rettungsstation in Anwesenheit vieler Ehrengäste und Mitarbeiter feierlich eingeweiht.

Mit dem lange geplanten Anbau hat die DLRG ihre Fläche am Baldeneysee fast verdoppelt. Rund 200 Quadratmeter auf zwei Etagen stehen jetzt neu zur Verfügung. Von den insgesamt rund 40 Ehrenamtlichen sind an den Wochenenden und Feiertagen von März bis November jeweils zehn im Einsatz. Sie können in der Rettungsstation jetzt nicht nur mehr Material lagern, sondern auch an regelmäßigen Schulungen teilnehmen.

DLRG-Helfer auch im Katastrophenschutz aktiv

Die Aufgaben der DLRG gehen weit über die eigentliche Wasserrettung hinaus. „Wir sind auch im Sanitätsdienst eingebunden, kommen zusätzlich zur Feuerwehr, wenn über die 112 ein Notruf eingeht“, erklärt Ann-Christin Schluchtmann, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Das beziehe sich auf Notfälle im Uferbereich, vom Herzinfarkt eines Spaziergängers bis zu Rad- und Skater-Unfällen. „Wir sind in drei bis vier Minuten per Boot eigentlich an jeder Stelle des Sees, so dass es Sinn macht, die Erstversorgung zu übernehmen, bis die Feuerwehr da ist“, erklärt Schluchtmann. Auch im Katastrophenschutz sind die DLRG-Helfer aktiv, wurden schon bei Großereignissen wie Überschwemmungen oder bei Pfingststurm Ela eingesetzt. Im Neubau ist jetzt Platz für die sechs Boote im Erdgeschoss, die bisher einzige Dusche wurde durch moderne Sanitäranlagen ersetzt. Im erstem Stock befindet sich der große Schulungs- und Übungsraum, der durch eine schalldichte Faltwand unterteilt werden kann. Auch die Geschäftsstelle zog von Altendorf in den Neubau um.

Die Arbeiten, die vorwiegend Langzeitarbeitslose und Jugendliche der Essener Arbeit übernahmen, begannen im April 2014. „An den Kosten von rund 400.000 Euro beteiligten sich Alfried-Krupp-Stiftung, Sparkasse, Sport- und Bäderbetriebe, Bundes- und Landesverband der DLRG. Einen Teil haben wir aus Eigenmitteln beigesteuert“, erklärt Andreas Wieser, stellvertretender Bezirksleiter der DLRG, die in Essen ihr 90-jähriges Bestehen feiert. Die Zahl der Einsätze liege relativ konstant bei rund 300 im Jahr. „Wir betreuen auch Segel- und Ruderregatten und fahren Streife“, sagt Ann-Christin Schluchtmann.

Privat würde sie sich freuen, wenn das Baden im See erlaubt werde. „Aus DLRG-Sicht könnte es aber schon sein, dass dann mehr Einsätze auf uns zukommen. Da müsste man sich mal genauer Gedanken über das Konzept machen.“