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VKJ expandiert weiter

18.02.2010 | 19:45 Uhr
VKJ expandiert weiter

Frillendorf/Freisenbruch.Irgendwie hängt Tyler-Leon in der „Warteschleife“. Zwar hat der Vierjährige einen gesetzlichen Regelanspruch auf einen Kindergartenplatz – doch Anspruch und Realität halten sich in Essen derzeit nicht die Waage.

Weswegen sich Jugendamt, Verein für Kinder- und Jugendarbeit (VKJ) und Allbau AG nun auf eine Interimslösung verständigten. „Der Allbau hat uns eine 148 Quadratmeter große Wohnung an der Burggrafenstraße angeboten“, berichtet Kern, „in der wir gern eine Betreuung für Unter-Dreijährige anbieten wollten“.

U3-Betreuung geht erst im August „ans Netz“

Die Krux: Die Räume sind umgebaut, kindgerechte Bäder installiert, Spielzeug stapelt sich, doch mitten im Kindergartenjahr kann die neue U3-Einrichtung nicht „ans Netz“ gehen. So entstand Plan B: Der Kindergarten wird vorerst als „Spielgruppe“ betitelt, statt der U3-Kinder zogen am 1. Februar Über-Dreijährige ein. Bleiben werden sie bis zum Beginn des Kindergartenjahres im August. „Anschließend wechseln die zwölf Kinder, die wir momentan an vier Tagen in der Zeit von 7 bis 12 Uhr betreuen, in den Kindergarten an der Kaisershofstraße.“

Es folgt Plan A: Aus der Spielgruppe wird die Kita „Zauberstern“, Unter-Dreijährige ziehen ein mit dann deutlich erweiterten Betreuungszeiten. Täglich von 7 bis 17 Uhr werden drei Erzieherinnen eine zehn Kinder starke Gruppe betreuen. „In jedem Jahr werden deutlich mehr U3-Plätze vom Job-Center angefragt, als wir zur Verfügung stellen können“, sagt Kern. Der Druck auf Mütter, rasch in den Beruf zurück zu kehren, wachse – sprechende Betreuungsplätze würden jedoch noch kaum angeboten. Dabei sei der Wert der U3-Betreuung nicht zu unterschätzen, unterstreicht Kern: „Früher wuchsen Kinder in Großfamilien auf, sie lernten voneinander, hatten soziale Kontakte.“ Ein Sozialnetzwerk, das heute häufig fehle.

Projekt für Senioren, Familien und Kinder

Ein ungleich größeres Projekt plant der VKJ an der Märkischen Straße. Bereits im Jahre 1992 richtete der Verein in einem Mehrfamilienhaus in der ehemaligen Obdachlosensiedlung den Kindergarten „Kleine Füße“ ein; 45 Kinder im Alter von vier Monaten bis zum Schuleintritt finden dort in drei Gruppen Platz. Gemäß Kinderbildungsgesetz und den damit verknüpften Richtlinien zur Kostendeckung nach „Kopfpauschalen“ jedoch müsste eine Mindestteilnehmerzahl von 17 bis 20 Kindern realisiert werden. „Das geben die kleinen Räume aber nicht her“, sagt Kern. Das Haus ist längst ausgebaut, am Limit. Ein Familienzentrum wuchs in der Einrichtung - und soll weiter wachsen in Nebengebäuden, zusätzlich ein Mehrgeneration-Projekt eröffnen.

Interesse am entsprechenden Ausbau signalisierte nun die Allbau AG. „Wir haben der Stadt ein Angebot für das Haus und die angrenzenden Flächen gemacht“, sagt Allbau-Vorstand Dirk Miklikowski. Über die Pläne äußert sich der Allbau-Chef vorsichtig. Ein Mehrgeneration-Projekt soll nach dem Abriss der ehemaligen Obdachlosen-Heime entstehen. „Wir wollen dort keine Einfamilienhäuser errichten“, erklärt er. Senioren- und Familiengerecht soll gebaut werden. Und auch die Kita „Kleine Füße“ des VKJ spielt in den Plänen eine Rolle: „Wir würden die Häuserzeile sanieren und an die Kita vermieten“, erklärt Miklikowski.

250.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II

Oliver Kerns Vorstellungen von einem Mehrgenerationenhaus mit Anbindung zu Kita und Familienzentrum findet in den Allbau-Plänen Berücksichtigung. Einen Teil der rund 2 Millionen Euro teuren Umbaumaßnahmen will Kern dem Wohnungsbau-Unternehmen zur Verfügung stellen. „Rund 300 000 Euro für die Maßnahme haben wir schon gesammelt“, erklärt Kern. 250 000 Euro stammen aus dem Konjunkturpaket II, der Rest aus Privat-Spenden.

Ob die Stadt die Fläche mit leerstehenden Obdachlosen-Heimen und Kita an den Allbau veräußert, könnte - so eine Schätzung von Dieter Remy, Allbau-Sprecher - bis Mitte des Jahres entschieden sein.

Claudia Pospieszny

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