Taxibus verbindet Kupferdreh und Nierenhof

Inhaberin Andrea Schulz (M.) und die Mitarbeiterinnen Beate Tobeländer (li.) und Sigrid Langhoff.
Inhaberin Andrea Schulz (M.) und die Mitarbeiterinnen Beate Tobeländer (li.) und Sigrid Langhoff.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Busunternehmen Klingenfuß erhält Zuschlag der Evag für den Pendelverkehr von Kupferdreh nach Nierenhof. Fahrgäste müssen sich anmelden.

Essen-Kupferdreh..  Die Strecke ist nur kurz, und eine Tour dauert gerade mal zwölf Minuten lang. Doch für die Menschen, die regelmäßig zwischen der Bushaltestelle „Essen Altersheim“ in Kupferdreh und dem Busbahnhof Nierenhof pendelten, ist der ÖPNV an dieser Schnittstelle der Stadtgebiete Essen, Hattingen und Velbert wichtig. Und weil dies so ist, bietet Andrea Schulz vom Busunternehmen Gerda Klingenfuß seit dem 1. Januar dieses Jahres einen Taxi-Bus an.

Früher verkehrte auf dieser Strecke noch die Buslinie 177, die noch vor rund drei Jahren bis nach Steele fuhr. Doch dann ging dem Bus – zumindest teilweise – die Luft aus. „Das rechnet sich einfach nicht mehr“, war von der Evag als Konzessionär zu vernehmen. Die Strecke sei nicht genügend ausgelastet. Fortan fuhr der 177er nur noch auf dem Teilstück von Steele bis zum Altersheim in Kupferdreh und machte im Deilbachtal eine Schleife, um wieder nach Steele zurückzukehren.

Lautstarke Proteste

Was damals folgte, waren lautstarke Proteste von Fahrgästen, die in Kupferdreh zum Einkauf fahren wollten sowie von Senioren und Schülern, die den Bus regelmäßig nutzten. Die Evag schrieb den Job also aus und erteilte schließlich der Taxizentrale in Heiligenhaus den Zuschlag, die fortan den Fahrdienst übernahm. Doch auch dieses Agreement war nicht von Dauer. „Der Taxizentrale war wohl die Anfahrt zu weit“, sagt Andrea Schulz. Und bot nach Verhandlungen und im Auftrag der Evag eine Alternative – den Taxibus.

Der Taxibus aus dem Hause Klingenfuß, der im Fahrplan der Evag die Ordnungszahl 176 trägt, verkehrt wie zuvor die Taxizentrale zwischen dem Altersheim in Kupferdreh und dem Busbahnhof Nierenhof und schließt somit die entstandene Lücke. Die Mitarbeiter von Andrea Schulz wurden dafür extra einen Tag lang von der Evag geschult. Gefahren wird immer in der Zeit zwischen 5.35 und 21.35 Uhr bzw. 5.56 und 21.56 Uhr in Gegenrichtung und im Stundentakt. „Die Fahrgäste müssen sich allerdings mindestens eine halbe Stunde vor der planmäßigen Abfahrt anmelden, sonst gehen wir nicht auf Tour“, erklärt Andrea Schulz das Konzept. Eine Anmeldung kann jedoch auch schon Tage vor der geplanten Fahrt erfolgen ( 02052-92 58 505). Davon ausgenommen ist allein der Bus, der die Kinder morgens um 6.55 Uhr zur Schule bringt. „In diesem Fall reicht es, wenn die Eltern zu Beginn des Schuljahres ihren Sprössling einmalig anmelden“, so Andrea Schulz.

Im Grunde genommen funktioniert der Taxibus wie ein Bürgerbus, so wie man ihn beispielsweise auch in Kettwig kennt. Seit dem Start am 1. Januar geht der neue Taxibus derzeit bis zu sieben Mal auf die Strecke. Schulz: „Wir hoffen, dass schon bald möglichst viele Fahrgäste dieses Angebot nutzen. In sechs Monaten wollen wir anhand der Zahlen entscheiden, ob wir weitere Fahrten anbieten können.“

Die Überlegung, einen Bürgerbus in Kupferdreh zu etablieren, gab es übrigens schon einmal vor 15 Jahren, doch das Projekt scheiterte.

Elefanten-Logo

Die Route des neuen Taxibusses verläuft durch das Gebiet dreier Städte: In Essen heißen die Haltestellen Essen Altersheim, Kraftwerkschule, Eisenhammer und Deile. In Hattingen hält der Bus am Dattenberg, Tippelstraße und Kirche Niederbonsfeld. In Velbert liegen die Stationen Kressenberg, Nierenhof Schule und Busbahnhof.

Waren auf der Strecke zuletzt normale Taxen unterwegs, setzt Andrea Schulz auf einen Kleinbus. Aktuell ist dieser zumeist mit drei bis vier Fahrgästen besetzt. Das Fahrzeug ist gut zu erkennen. Zum einen ziert es ein blaues Schild „Taxibus“, zum anderen trägt der Wagen das Wahrzeichen der Klingenfuß` – einen Elefanten.

Warum das Unternehmen Klingenfuß sich einen Elefanten als Logo auserkoren hat, erklärt Gerda Klingenfuß, die Gründerin des Busunternehmens: „Alle in unserer Familie war schon immer Transporteure. Mein Großvater hatte damals mächtige Pferde, die nach dem Dienst in Kolonne zur Tränke liefen – wie eine Elefantenherde.“