Sportler ziehen in Kupferdreh wieder zurück in die Turnhalle

Michael Alfermann (re.), erster Vorsitzender der Turnabteilung des TV Kupferdreh, rollt mit den Mitgliedern die Bodenmatten wieder aus.
Michael Alfermann (re.), erster Vorsitzender der Turnabteilung des TV Kupferdreh, rollt mit den Mitgliedern die Bodenmatten wieder aus.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Sportler ziehen wieder in ihre Turnhalle
  • Flüchtlinge sind dort wieder ausgezogen
  • Einige Kurse werden neu organisiert

Essen-Kupferdreh.. Mit Bodenmatten, Mini-Trampolinen und Sprungbrett zogen die Turner am Mittwochabend wieder zurück in die Sporthalle an der Prinz-Friedrich-Straße, einen Tag später folgten die Teakwondoka. Sie alle waren im Oktober in andere Sportstätten ausgewichen, weil die Stadt Flüchtlinge in der großen Kupferdreher Halle untergebracht hatte.

Die Mitglieder des Turnvereins 1877 Kupferdreh (TVK) sind einerseits erleichtert, gleichwohl hat der Verein rund 150 Mitglieder verloren (Stand Dezember 2015). Das bedeutet im Vergleich eine Zunahme von etwa 50 Prozent bei den Kündigungen. Und Michael Alfermann verschweigt nicht, dass es eine ganze Weile dauern wird, bis sie zurück in den sportlichen Alltag finden. „Wir haben nun noch einen Berg Arbeit vor uns“, sagt der Leiter der Turnabteilung mit Blick etwa auf Kurse, die mitunter völlig neu organisiert werden müssen. Das Jungen-Turnen gehört dazu, das künftig wie gewohnt donnerstags in drei Gruppen angeboten werden soll.

Wettkampftraining auf gewohnter Fläche

Insgesamt habe bei der ganzen Improvisation auch die Qualität des Trainings gelitten. Es habe einen regelrechten Ringtausch innerhalb der Abteilungen gegeben, während etwa die Parkour-Sportler an der Schwermannstraße trainierten, zogen die Damen in den Übungsraum Bramsiepe, einer ehemaligen Gaststätte. Die ganz Kleinen turnten mit den Erwachsenen, „so ist unser Trainingskonzept natürlich nicht aufgegangen“, fasst Alfermann zusammen.

Auch die Taekwondo-Abteilung ist glücklich darüber, dass die alte Sportstätte nun zur Verfügung steht: „Das Wettkampftraining kann wieder auf gewohnter Fläche von 100 m² ausgerichtet werden“, sagt Abteilungsleiter Lazar Simikic, der sich gleichzeitig für das Engagement und die Geduld innerhalb der Abteilung bedankt.

Verein wirbt um Neumitglieder

In jeder Krise stecke aber eine Chance, sagt der Verein nun optimistisch, denn es wurden neue Raumkapazitäten geschaffen. Der Raum Bramsiepe, den die TVK Teakwondoka während des Übergangs-Trainings nutzten, stehe jetzt für zusätzliche Trainingszeiten, Kurse, Workshops und verstärktes leistungsorientiertes Gruppentraining bereit. Das berge langfristig Potenziale, um den Sportbetrieb weiterzuentwickeln. Den Anfang macht das neue Angebot „Taekwondo für Kids“ (siehe Infotext).

Und nach dem nicht unerheblichen Mitgliederschwund wirbt der Verein nun zudem um Neumitglieder, kann dabei aus dem Vollen schöpfen. Simikic: „Aktuell gibt es durch die neue Situation nun in allen Trainingsgruppen und auch zu allen Trainingszeiten ausreichend freie Kapazitäten für Neu- und Wiedereinsteiger – ganz gleich ob für Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Senioren.“