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Foto-Shooting

Regieanweisungen für den lässigen Auftritt

26.05.2010 | 10:02 Uhr
Regieanweisungen für den lässigen Auftritt

Kupferdreh. Immer mehr Fotografen bieten Komplett-Arrangements mit Frisör und Stylist für ihre Aufnahmen an. Unser Mitarbeiter wagte den Selbstversuch im Scheinwerferlicht.

Es ist noch gar nicht so lange her, da galten gebügeltes Hemd, gekämmtes Haar und leicht aufgefrischter Teint als durchaus taugliche Grundlage für einen Besuch beim Fotografen. Doch zunehmend werben nun Fotografen mit „Shootings“, bei denen Frisör und Stylist zugegen sind, um dem Durchschnitts-Model zum glanzvollen Auftritt im rechten Licht zu verhelfen.

Der Fotograf Tom Filary setzt unseren Mitarbeiter ins rechte Licht. Foto: Walter Buchholz

Aber wie fühlt man sich - des Posens vor der Kamera ungeübt - im Scheinwerferlicht? Unser Mitarbeiter Tobias schlüpfte für einen Nachmittag in die Rolle des Models – und war, für ihn eher unüblich, verblüffend unentspannt. „Was ziehe ich an? Wie stelle ich mich hin?“ Ein Anruf beim Fotografen bringt Klarheit. „Ein formelles Outfit und ganz legere Kleidung, so, wie man halt immer rumläuft, genügen“, sagt Tom Filary. Ihm sind solche Fragen nicht neu. Nach Jahren in der Werbung, in der professionellen Fotografie, weiß er um die Nervosität vor dem Scheinwerferlicht. „Oft kommen die Leute sogar mit ganzen Koffern, in denen sie Klamotten mitbringen, weil sie sich nicht entscheiden können.“

Auf der anderen Seite jedoch gibt es die, die ganz genau wissen, was sie möchten: „Da reicht es dann nicht, wenn man bei der Nachbearbeitung der Bilder einen Pickel verschwinden lässt. Der eine kommt mit einem Bild aus einer Zeitung und möchte in genau dieser Pose abgelichtet werden“, sagt Filary. Der nächste hingegen hätte gern die Nase von „der Schiffer“, die schlanke Taille, die langen Beine ... ach, der Wunschbaukasten ist unerschöpflich.

Zurück zu unserem „Eintags“-Model Tobias. In einen Anzug schlüpft er, die Krawatte legt er - weisungsgemäß - lässig unter den Kragen und bezieht auf einer langen Bahn weißen Fotokartons, rechts und links von einer Blitzlichtanlage flankiert, Stellung. Das erste Bild ist Makulatur, „wir prüfen jetzt nur das Licht“, erklärt der Fotograf. Dann geht es an die Feinheiten. „Es kommt Dir vielleicht ein bisschen komisch vor, so zu stehen, wie ich es sage, aber die Bilder werden am Besten, wenn Du Dich daran hältst.“

 

Man merkt dem Model ein leichtes Unbehagen an. Die Brust nach rechts gedreht, den Kopf im Profil, „dreh den ruhig noch ein bisschen weiter nach links und nimm das Kinn leicht runter.“ Probleme macht auch die Fußstellung. Breitbeinig, leicht in die Knie gehen, das Gewicht auf dem vorderen Fuß ruhend, steht der Kameraneuling. „Das geht in die Beine“, moniert er, mit Krämpfen rechne er. Und da ist es, dieses Heidi Klum-Klagen über die Widrigkeiten des Model-Daseins. Überhaupt rechnet der „Dressman“ nicht damit, dass die Bilder hinterher „schön oder natürlich“ aussehen – dennoch macht er weiter mit, schlüpft in Jeans und T-Shirt, greift sich an die Brille, schaut gen Studio-Decke, denn die Regieanweisungen reißen nicht ab.

Zur Sichtung der Bilder gibt’s ein weiteres Highlight – der Fotograf startet den Beamer, schon flimmern die Aufnahmen in Postergröße über die Wand. Sehr zur Überraschung des Models sieht plötzlich nichts mehr gezwungen oder gestellt aus, auch von der Unsicherheit im Vorfeld ist nichts mehr zu erkennen. „Insgesamt“, so das Fazit, „bin ich im Laufe der Aufnahmen immer lockerer geworden.“

Was auf den Bildern deutlich zu erkennen ist. Fotograf und „Motiv“ wählen einige Bilder aus, schränken die Auswahl weiter ein, bis noch drei Fotos übrig sind. „Eigentlich“, sagt Tobias, „kann ich mich auf Bildern nicht gut sehen.“ So findet er Details, die ihm nicht gefallen, „doch die verschwinden ohnehin bei der Nachbearbeitung“, sagt der Fotograf.

Ob sich das „Eintages-Model“ nun vorstellen kann, privat den Gang zum Profi-Fotografen anzutreten? Nun, es erscheine ihm nicht mehr ganz so abwegig. Bilder für private Zwecke, etwa Bewerbungen, würde er machen lassen, „interessant war es auf jeden Fall. Und Spaß hat’s am Ende auch gemacht.“

Claudia Pospieszny



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