„Notinsel“ Nummer 368

Engagiert: Oliver Kern mit Mara, Marie, Yvonne, Daniel und Ben Martzock (v.l.) an der Bochumer Landstraße 265, einer neuen „Notinsel“ des VKJ
Engagiert: Oliver Kern mit Mara, Marie, Yvonne, Daniel und Ben Martzock (v.l.) an der Bochumer Landstraße 265, einer neuen „Notinsel“ des VKJ
Foto: VKJ
Mittlerweile gibt es in der Stadt 368 „Notinseln“ des VKJ. Der neueste Unterstützer: das Freisenbrucher Umzugsunternehmen Martzock.

Essen-Freisenbruch..  Essen und das Ruhrgebiet sind zwar keine direkten kriminellen Hochburgen, Verbrechen auch an Kindern aber wird es leider auch hier immer geben. Und daher ist es richtig und wichtig, dass etwa auch das VKJ-„Notinsel-Netzwerk“ immer weiter wächst, denn am Ende zählt: sicher ist sicher. 367 „Notinseln“ gab es bisher in Essen, nun kam die 368. hinzu.

Immer häufiger werden Kinder auch in Deutschland Opfer von Gewaltverbrechen. Sie werden grundlos angesprochen, belästigt, misshandelt. Von Unbekannten, aber auch von so genannten Freunden und Verwandten. Auf dem Schulweg, dem Spielplatz, dem Schulhof oder auf der Straße. Und gerade in solchen Situationen können „Notinseln“ wie die des Vereins für Kinder- und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten Ruhrgebiet e.V. (VKJ) oft beruhigende, mitunter aber auch eine rettende Wirkung haben.

Einer, der mehr als nur ein offenes Ohr für solche Situationen und auch selbst Kinder hat, ist Daniel Martzock. Seit 38 Jahren lebt er im eher beschaulichen Freisenbruch, seit 15 Jahren betreibt er dort ein Umzugsunternehmen. Jetzt möchte der zweifache Familienvater seinen „Heimvorteil“ in Freisenbruch noch anders nutzen und ein Zeichen für den Kinderschutz setzen. „Etwas Besseres als die Notinseln gibt’s gar nicht“, braucht Martzock nicht lange, um seine Entscheidung zu begründen. „Viel kann man immer tun, aber vor der eigenen Haustür sollte man anfangen.“

Bochumer Landstraße 265

Mit einem richtig großen und kaum zu übersehenden Aufkleber an der Eingangstür zu seinem Büro an der Bochumer Landstraße 265 und einem Plakat, das man durch das Schaufenster gut sehen kann, signalisiert er mit seinem Team den gebräuchlichen Wiedererkennungs-Slogan: „Wo wir sind, da bist Du sicher“. Viele Kinder wissen bereits auch in Freisenbruch: Wo sie das „Notinsel-Zeichen“ sehen, „da hilft man mir weiter, wenn ich Angst habe“. Wovor auch immer.

Den VKJ kennt Daniel Martzock schon lange, half bereits und natürlich ehrenamtlich beim Umzug des benachbarten Kinderhauses der „Kleinen Füße“ an der Märkischen Straße. Auch beim Umzug der Hauptverwaltung vom Pferdemarkt in die Brunnenstraße packte Martzock tatkräftig mit an. VKJ-Geschäftsführer Oliver Kern: „Als unser Überruhrer Kinderhaus Wirbelwind erweitert wurde, war er übrigens auch dabei.“

Aber nicht nur angepackt wird im Hause Martzock. Die Kinder Ben und Marie besuchen das Kinderhaus „Kleine Füße“ – und die Eltern sind voll des Lobes für das engagierte Team. „Dort sind unsere Kinder einfach in guten Händen“, freut sich Yvonne Martzock, die von der Idee ihres Mannes begeistert war, den Firmensitz zu einer „Notinsel“ werden zu lassen.

Dass er ein Führungszeugnis vorlegen musste, um Partner zu werden, hat Daniel Martzock keineswegs abgeschreckt. „Ich finde das super. Wer nichts zu verbergen hat, hat da doch auch kein Problem mit.“ Bereichert hat ihn sein Entschluss schon jetzt. „Wir haben eine tolle Handlungsanweisung bekommen“, sagt er und zeigt auf das einlaminierte Schriftstück. „Das Projekt finde ich toll, war aber anfangs etwas unsicher, was ich denn machen muss, wenn ein Kind plötzlich hier steht und Hilfe braucht. Was ist dann das Richtige? Das geht zum Glück prima aus der Handlungsanweisung hervor.“

Gut versorgt sind jetzt also nicht nur die Kids, sondern auch der Papa. Oliver Kern: „Man kann uns ja auch immer anrufen. Wichtig ist im ersten Schritt, dass ein Kind in einer Notsituation einen ersten Zufluchtsort hat. Und das an so exponierter Stelle mit der Bushaltestelle vor der Haustür und Schulen und Kindergärten in direkter Nachbarschaft.“

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