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Neues Licht für sechs Kirchen

18.02.2010 | 19:38 Uhr

Steele/Kray.Welche Bedeutung hat das Kreuz eigentlich? Steht es für den Tod oder für die Auferstehung? Ludger Hinse befasst sich seit 13 Jahren mit dem Symbol des Kreuzes.

Gemälde und Installationen aus verschiedensten Materialien wie Glas, Metall, Marmor und Metall sind ab Sonntag in sechs Essener Kirchen anzuschauen. Hinse möchte die Bedeutung des Kreuzes mit seinem Projekt „Das Wort vom Kreuz... Eine Gotteskraft“ darstellen. „Das Kreuz wird oftmals als Leidenszeichen wahrgenommen, nicht als Auferstehungszeichen. Es soll aber das Leben nach dem Tod symbolisieren.“

Hinse hat sich mehrere Kirchenräume in Essen angesehen. Besondere Bedeutung legt der Künstler auf den Lichteinfall in der Kirche, da das Kreuz für ihn ein Lichtzeichen ist und er häufig damit arbeitet. In der Alten Kirche in Kray und in der Friedenskirche in Steele hat er einige seiner Objekte installiert. In Steele hängen drei neue Lichtgestalten von der Decke. Drei Paletten aus Plexiglas symbolisieren das Schweben gen Himmel. In Kray hängen zwei Radierungen. Die Spur des Glaubens wird durch Farbspuren auf Glas dargestellt.

Bärbel Wilmschen, Pfarrerin in der Alten Kirche, ist vom Kreuzprojekt begeistert. „Das Kreuz ist ein sehr wichtiges Symbol in der Kirche und ebenfalls im Alltag. Jeder Mensch assoziiert etwas anderes damit.“ Wilmschen möchte als Repräsentant der Kirche den Leuten die eigentliche Bedeutung des Kreuzes bewusst machen.

Die Aufteilung der Installationen auf die verschiedenen Kirchen, führen Kunstliebhaber und Kirchengänger zusammen. Andreas Volke, Leiter des evangelischen Kulturbüros, koordiniert die Projekte im Ruhrgebiet. Dadurch, dass die Werke in sechs verschiedenen Kirchen angebracht sind, kommen die Menschen in Bewegung, erklärt er. „Das Projekt öffnet die Kirchen. Die Leute sehen, dass jede Kirche unterschiedlich ist.“ Volke wertet den Anreiz zur Diskussion, den die Werke bieten, als sehr bedeutend. Denn jeder Mensch hat einen eigenen Zugang zu den Symbolen der Kirche und eine eigene Weltanschauung. „Die Kirche muss sich damit arrangieren, dass jeder eigens interpretiert. Ich wünsche dem Projekt, dass sich die Besucher von Hinse inspirieren lassen und die Gemeinde die verschiedenen Ansichten toleriert.“

Das Projekt vernetzt sechs Kirchengemeinden in Essen und steht unter der Schirmherrschaft des Kirchenkreises Essen. „Ich freue mich sehr, dass sich die Kirchenkreise so vernetzten“, betont Werner Sonnenberg, Kurator und Pfarrer in der Notkirche, in dessen Kunstraum ebenfalls Werke von Ludger Hinse ausgestellt werden.

Miriam Birkel

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