Neubau der Kampmannbrücke wird 1,4 Millionen Euro teurer

Der Neubau der sichtbar maroden Kampmannbrücke kommt die Stadt teurer zu stehen als zunächst geplant.
Der Neubau der sichtbar maroden Kampmannbrücke kommt die Stadt teurer zu stehen als zunächst geplant.
Foto: WAZ FotoPool
Auf die Stadt Essen kommen1,4 Millionen Euro Mehrkosten für den Neubau zu. Grund sind zusätzliche Lärmschutzwände und Verstärkung des Unterbaus.

Essen-Kupferdreh/Heisingen.. Der Neubau der Kampmannbrücke als zukunftssichere Verkehrsverbindung zwischen Kupferdreh und Heisingen hat noch nicht begonnen, da wird das Brückenbauwerk teurer als erwartet. Knapp 1,4 Millionen Euro Mehrkosten kommen auf die Stadt zu. Bislang war man von einem Gesamtvolumen von 10.317.700 Euro nach Abzug des Grunderwerbs und der Eigenanteile der Stadtwerke ausgegangen.

Die Preissteigerung erklärt sich durch neue Erkenntnisse über den vorhandenen Baugrund. Diese machen eine zusätzliche „Tiefengründung“ und Verstärkung der Unterbauten notwendig. Somit schlagen allein für den Abbruch und Neubau der Brücke rund zwei Millionen Euro Mehrkosten zu Buche. Hinzu kommen rund 300.000 Euro für eine zusätzliche Lärmschutz- bzw. Stützwand zu einem anliegenden Privatgrundstück. Diesen Mehrkosten stehen Ersparnisse von knapp 1,6 Millionen Euro gegenüber, da auf einen Düker, eine unterirdische Rohrleitung, verzichtet wird, Gas- und Wasser nun seitlich der neuen Brücke verlegt werden.

Stadt will Mehrkosten aus Eigenmitteln decken

Viel Geld also in Anbetracht der überstrapazierten Stadtkasse. Zumal sich die Hoffnung auf Bundesfördermittel früh zerschlugen. Im Jahr 2011 baute die Stadt noch auf das „Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz“ (GVFG), das Kommunen und Gemeinden finanzielle Hilfe gewährt. Bei prognostizierten Zuschüssen von 65 Prozent hätte der städtische Eigenanteil bei ca. 3,9 Millionen Euro gelegen. Doch der Plan scheiterte: auch, weil sich der Erwerb zweier privater, aber für die Realisierung des Projektes zwingend notwendiger Grundstücke, verzögerte. So wurde die neue Kampmannbrücke bei den Fördergebern zwar angemeldet, aber erst zeitverzögert beantragt. Im Jahr 2013 teilte die Bezirksregierung der Stadt mit, dass seitens des Landes keine Finanzhilfe zu erwarten sei. Grund dafür waren Uneinigkeiten zwischen Bund und Land bezüglich der Refinanzierung von Bauprojekten.

Warum die Stadt das Bauvorhaben dennoch alleine stemmt, liegt auf der Hand. Die Bedeutung der Kampmannbrücke ist durch die Aufstufung der Bundesstraße B227 zur Bundesautobahn A44 weiter gestiegen. „Dort bleibt vielen Zweiradfahrern, aber auch den Linienbussen der Weg verwehrt“, sagt der Kupferdreher Ratsherr Dirk Kalweit (CDU). Zudem sei der Brückenbau bei der Stadtteilsanierung – in diesem Fall der Höherlegung der S-Bahn-Linie – unerlässlich. „Vom hohen Wert für den Kupferdreher Einzelhandel ganz zu schweigen“, wie Kalweit ergänzt.

Die Mehrkosten will die Stadt in vollem Umfang aus Eigenmitteln decken – aus dem im Jahr 2014 nicht benötigten Budget des Amtes für Straßen und Verkehr. Dort können beispielsweise bereits gewährte Mittel für Prozess- und Sicherheitstechnik der U-Bahn oder Baumaßnahmen infolge des Kanalbaus genutzt werden. Die Neuberechnungen und der Finanzierungsplan gehen im März in den Bauausschuss. „Danach könnte der Abriss der Brücke schon im April starten“, sagt Kalweit. „Doch angesichts der langen Historie des Bauvorhabens ist diese Prognose natürlich ohne Gewähr.“