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Natural Born Fimfreaks retten das Open-Air-Kino im Lukas

31.07.2012 | 17:19 Uhr
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Über 50 Jahre alt ist der Projektor, über die Gerd Blanke die Filmrollen laufen lässt. Zu alt für viele Streifen, die heute nur noch in digitaler Form auf den Markt kommen.Foto: Sebastian Konopka

Essen-Kupferdreh.   Das Angebot an Open-Air-Kinos in Essen ist geschrumpft. Doch die Freiluft-Spielstätte im Lukas in Kupferdreh stemmt sich tapfer gegen den Trend. Möglich macht dies das Engagement von zwölf Freunden. Sie nennen sich "Natural Born Filmfreaks".

Freunde des Freiluft-Kinos haben es nicht leicht momentan. Nicht zuletzt der verregnete Sommer im vergangenen Jahr hat dafür gesorgt, dass das einstmals breite Angebot in der Stadt fast komplett verschwunden ist. Fast. Doch dass mit dem Lukas-Open-Air-Kino die älteste Reihe dieser Art noch existiert, ist vor allem dem Engagement von zwölf Freunden zu verdanken, deren Motivation mit dem Namen, den sie sich verliehen haben, bestens beschrieben ist: „Natural Born Filmfreaks“.

Dabei sah es zuerst so aus, dass knapp 30 Jahre, nachdem erstmals ein Film am alten Kupferdreher Bahnhofsgebäude gezeigt wurde, auch diese Tradition in diesem Jahr abrupt enden würde. Denn der bisherige Betreiber Michael Meyer, der mehrere Lichtspielhäuser in Gelsenkirchen, Bochum und Dorsten betreibt, hat aufgegeben. „Er will seine Tätigkeiten nun gänzlich aufs nördliche Ruhrgebiet konzentrieren“, so Gerd Blanke, der Kopf der „Natural Born Filmfreaks“. „Und die miesen, wetterbedingten Einspielergebnisse aus dem letzten Jahr werden ihn auch nicht gerade motiviert haben, mit dem Open-Air-Kino weiterzumachen.“

„Zelluloid“ war sein Hoby

Die besten Orte im Ruhrgebiet

Blanke hat sein Geld zwar als chemischer Informatiker verdient, das Kino hat jedoch immer einen wichtigen Platz in seinem Leben eingenommen. So begann er 1977, sich im „Zelluloid“, dem kommunalen Kino im damaligen Jugendzentrum Essen an der Papestraße, zu engagieren. Zehn Jahre lang half er, das Programm mitzugestalten, organisierte Filmseminare, kümmerte sich um die Technik. Währenddessen gründete er zudem den ersten deutschen Super-8-Dokumentarfilmverleih „Gegenlicht“ und hob das Uni-Kino der Asta in Düsseldorf aus der Taufe. Darüber hinaus war er von 1987 an acht Jahre lang an der Organisation des Internationalen Kinderfilmfestivals im Ruhrgebiet beteiligt und gründete vor elf Jahren die Dokumentarfilm-Plattform „www.onlinefilm.org“. „Letztes Jahr half ich beim Lukas-Open-Air als Filmvorführer“, so Blanke. Meyer wusste da schon, dass dies seine letzte Saison sein sollte. „Er wollte diese Tradition jedoch nicht sterben lassen und überredete mich, den Betrieb zu übernehmen.“

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