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Markus Krebs, David Werker und Marek Fis bei der Comedy Open Air Night im Stadtgarten Steele

05.08.2012 | 17:40 Uhr
Markus Krebs, David Werker und Marek Fis bei der  Comedy Open Air Night im Stadtgarten Steele
Langzeitarbeitsloser mit viel Humor: Markus Krebs schoss im vergangenen Jahr wie ein schwergewichtiger Komet in den Comedy-Olymp hinauf. Am 26. August tritt er im Stadtgarten Steele auf.Foto: Christoph Reichwein

Essen-Steele. Hape Kerkeling hat es schon immer gewusst: Witzigkeit kennt keine Grenzen. Und auch der Stadtgarten Steele zeigt sich zunehmend dem Comedy-Genre zugeneigt. So ist es eigentlich kaum verwunderlich, dass die „Attacke Comedy Open Air Night“, die sich in den vergangenen Jahren auf dem Gelände der Roten Mühle in Heisingen etabliert hat, am 26. August auf dem Gelände des Stadtgartens ausbreitet – zwar ohne Kerkeling im Line-Up, aber immerhin mit drei Künstlern, die man getrost als Shooting Stars in dem Zwerchfell kitzelnden Genre bezeichnen darf.

Markus Krebs zum Beispiel: Optisch erinnert der Duisburger mit seiner Wollmütze, Sonnenbrille, Drei-Tage-Bart und voluminöser Statur eher an einen Türsteher der Heavy-Metal-Szene. Doch besitzt er einen äußerst treffsicheren Humor, wie er im vergangenen November während des RTL-Comedy-Grand-Prix bewies: Bei diesem bundesweiten Wettbewerb hat er das Zuschauervoting für sich entschieden.

Hartz-IV-Gründungsmitglied

Krebs macht auf der Bühne das, was sich in der gerade durch die USA geprägten Stand-Up-Comedy etabliert hat: Er erzählt seine eigene Geschichten und überspitzt seine Erlebnisse gekonnt. Das Ganze würzt er noch mit dem ihm eigenen Ruhrpott-Rabauken-Charme.

Markus Krebs gibt gerne den Verlierer, der sich von Job zu Job schlägt, nur beim Arbeitsamt einen festen Vertrag hat und sich als „Gründungsmitglied von Hartz IV“ bezeichnet. Von einer seiner unzähligen Erfahrungen als Jobber berichtet er so: „Bei meinem letzten Job gab es eine Explosion. Die drei Sekunden, die ich in der Luft war, haben sie mir vom Lohn abgezogen.“ Inzwischen dürfte er solch gefährliche Einsätze in der Arbeitswelt nicht mehr nötig haben, gehört er doch jetzt zu den gefragtesten Künstlern seiner Zunft.

Mit Arbeit hat sein Kollege David Werker nicht so viel Erfahrung, nicht zuletzt sein Motto „Morgens, 15:30 Uhr in Deutschland“ verrät es: Er gibt den Studenten. Und spart bei dessen Darstellung nicht an entsprechenden Klischees.

Als Germanistikstudent an der Uni Siegen hat er offenbar genügend brauchbares Material gesammelt, um sich auf Comedybühnen zu behaupten: Bereits 2007 gewann er einen Talentwettbewerb des Quatsch Comedy Clubs Berlin. Gut Ding will Weile haben, weiß man als Langzeitstudent und so dauerte es vier Semester, bis er ein eigenes Soloprogramm auf die Beine gestellt hatte.

Damit ist er auch beim Radio gelandet: Bei der Comedy-Abteilung des Jugendsenders „Eins Live“ gehört er mit seiner „Werkerpedia“ zum Stammpersonal. Und beweist immerhin mehr Talent als Jimmy Breuer.

Der Quatsch Comedy Club war auch die erste Stufe auf der Karriereleiter von Marek Fis. Der polnische Comedian konnte dort 2006 den zweiten Platz einheimsen und war seitdem bei etlichen Humor affinen Fernsehshows wie TV total, Nightwash, der Oliver Pocher Show, Cindy & Die Jungen Wilden (RTL), dem WDR Fun(k)haus, Müller and Friends im SWR, und bei der RTL2- Comedysendung Fun Club zu Gast. Bei letzterer gehörte er von der zweiten Staffel an sogar zum festen Ensemble.

Wie auch seine beiden Kollegen, mit denen er beim Open Air im Stadtgarten auftritt, nimmt auch Fis sich selbst gern aufs Korn. Hier zielt er überwiegend auf seine Nationalität und spielt geschickt mit Vorurteilen. So gehört nicht nur sein polnischer Akzent zu seinen Markenzeichen, auch tritt er stets mit Jogginghose und rotem T-Shirt mit „Polska“-Schriftzug auf. Zudem wusste er die Fußball-Europameisterschaft in seinem Heimatland zu verwerten: Sein Song „Polska“ ist diesem Ereignis gewidmet.

Gordon K. Strahl



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