Konkurrenten helfen Dachdeckerbetrieb Schulz nach Großbrand

Ein Haufen Kernschrott: Die Fahrzeuge und Maschinen, die noch in der Halle standen, sind nach dem Feuer wohl nicht mehr zu gebrauchen.Fotos:Stephan
Ein Haufen Kernschrott: Die Fahrzeuge und Maschinen, die noch in der Halle standen, sind nach dem Feuer wohl nicht mehr zu gebrauchen.Fotos:Stephan
Foto: Stefan Witte / KDF-TV & Picture 2015
Was wir bereits wissen
Bei einem Brand im Dachdeckerbetrieb Schulz in Essen-Leithe geht der Schaden in die Hunderttausende. Familienbetrieb mit zehn Mitarbeitern in Not.

Essen-Kray.. Ein Großfeuer hat am Mittwochmorgen gegen kurz vor Acht zahlreiche Menschen im Gewerbegebiet an der Adlerstraße in Essen-Leithe und auch drei Löschzüge der Feuerwehr in Atem gehalten. Aus bislang noch ungeklärter Ursache gingen weite Teile des Dachdeckerbetriebs von Herbert Schulz an der Centrumstraße in Flammen auf, aktuell vermuten die Brandermittler der Polizei einen technischen Defekt in einem oder mehreren Fahrzeugen, die in der Halle geparkt waren. Menschen wurden zum Glück nicht verletzt, der materielle Schaden dürfte in die Hunderttausende gehen.

Morgens um Sieben, da war die Welt noch in Ordnung. Wie fast immer ging Herbert Schulz das kurze Stück von seiner Wohnung bis zum Betrieb, und nach einer kurzen Lagebesprechung machten sich zwei Kolonnen mit den meisten seiner zehn Mitarbeiter auf den Weg zur Kundschaft. Der 46-Jährige, der mit seiner Firma 2010 aus Rellinghausen nach Leithe gezogen war, machte sich auf zu einem Büdchen in der Nähe, als ihn der Anruf eines Nachbarn erreichte, der starken Qualm ausgemacht und auch eine Art Explosion gehört hatte.

60 Feuerwehrleute von der Hauptwache, aus Kray und Altenessen im Einsatz

Der Rest war Aufregung pur. Die Sorge galt vor allem den Bewohnern des angrenzenden Wohnhauses, in dem neben einer Mieterin auch einer der beiden ebenfalls als Dachdeckermeister in der Firma arbeitenden Söhne mit Frau und einer sechsmonatigen Tochter lebt.

„Ich bin so froh, dass ihnen allen nichts passiert ist“, war Schulz noch Stunden später sichtlich beeindruckt von den Geschehnissen.

Binnen weniger Minuten war die Feuerwehr vor Ort, „aufgrund der eingegangenen Vorabhinweise hatte wir B3-Alarm ausgelöst und waren vorsichtshalber mit drei Löschzügen angerückt“, so Essens Feuerwehr-Chef Ulrich Bogdahn.

Rund 60 Kollegen von der Hauptwache, aus Kray und Altenessen kümmerten sich zunächst um die Menschen in dem Wohnhaus nebenan, die allesamt mit dem Schrecken davon kamen. Zudem wurden die verschlossenen Tore der Lagerhalle aufgeflext, und innerhalb von etwa anderthalb Stunden war das Feuer gelöscht. Bogdahn: „Zum Glück waren die Gasflaschen, die Dachdeckerbetriebe stets auch auf Lager haben, draußen und sauber gelagert. Ansonsten hätte es wirklich richtig gefährlich werden können.“

Familienbetrieb in Not: „Wir wollen hoffen, dass die Versicherung uns hilft“

Nach Nachlöscharbeiten und der routinemäßigen Brandnachschau war der Spuk dann am Mittag für die Rettungskräfte vorbei, für den klassischen Familienbetrieb, für Herbert Schulz, Frau Kerstin, die Söhne Kevin und Renés sowie die zehn Mitarbeiter aber haben die Sorgen damit erst angefangen. „Wir wollen hoffen, dass die Versicherung uns hilft“, so der Senior-Chef, der befürchtet, dass ihm bereits zugesagte Aufträge nun durch die Lappen gehen könnten.

Feuer Da mehrere teure Spezialmaschinen zerstört wurden, steht die Firma aktuell recht „blank“ da, „aber zum Glück haben gleich vier Dachdeckerbetriebe spontane Hilfe zugesichert. Mitbewerber, das muss man sich mal vorstellen“.

In der Halle sah es mehr als übel aus. Stahlträger waren teilweise geschmolzen, Boden und Dach teilweise verzogen. Dass auch mehrere Spezialfahrzeuge, die Schulz im Rahmen eines Hausmeistergewerbes vornehmlich zum Streuen und Schneeschieben einsetzt, den Flammen zum Opfer fielen, ist ebenfalls bitter. Aber zum Glück ist der Winter noch weit.

Lob für die Feuerwehr, Kritik an Schaulustigen

Ein großes Lob hatte Firmeninhaber Herbert Schulz trotz aller Aufregung für die zahlreichen Rettungskräfte der Feuerwehr parat: „Sie waren unglaublich schnell vor Ort und haben sehr beruhigend auf uns alle hier eingewirkt. Echte Profis halt.“

Was ihn dagegen ärgerte: Das durch den dichten Qualm weithin sichtbare Feuer lockte auch zahlreiche „Handy-Touristen“ an, die erst das Feld räumten, als Schulz etwas lauter wurde. „Ich wollte doch verhindern, dass vielleicht jemandem etwas passiert.“