Kein Wohnneubau am Tennisplatz

Im Fokus der Stadtplaner: Die Verwaltung sieht im Areal „Im Heimberge“ Potenzial für Wohnneubau.
Im Fokus der Stadtplaner: Die Verwaltung sieht im Areal „Im Heimberge“ Potenzial für Wohnneubau.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die SPD aus Burgaltendorf erteilt dem Verwaltungsvorschlag an der Straße „Im Heimberge“ eine klare Absage. TC Burg fürchtet um seine Anlage.

Burgaltendorf..  Die Liste möglicher Areale für eine künftige Wohn- und Gewerbebebauung, die die Verwaltung der Stadt Essen vor rund drei Monaten vorlegte, ist lang. Auch Burgaltendorf geriet dabei in den Fokus der Stadtplaner, bietet doch gerade dieser eher ländliche Stadtteil Potenzial für Wohnen im Grünen. „Doch irgendwann ist die Grenze des Machbaren erreicht“, sagt Ulrich Malburg, Chef des SPD-Ortsvereins.

Drei Flächenvorschläge für Wohnbebauung im Bezirk 8 präsentierten die Planer – und alle drei liegen in Burgaltendorf. „Ein Unding“, wie Malburg sagt. Gerade Burgaltendorf habe in den vergangenen 30 Jahren einen überproportional hohen Anteil neuer Wohnbauflächen erhalten, beruft sich Malburg auf den 1983 genehmigten Flächennutzungsplan. Dieser bezifferte nicht weniger als 23,4 Prozent neuer Wohnbauflächen in Burgaltendorf. Mehr als irgendwo sonst in der Stadt.

„Auf Grund dieses für die Gesamtstadt geleisteten Beitrags zur Wohnentwicklung ist die städtebaulich zu verantwortende Grenze für neue Wohnbebauungen im Freiraum unserer Meinung nach erreicht“, erklärt Malburg und rechnet vor: „Während die Einwohnerzahl in Burgaltendorf seit 1980 konstant bei etwa 10 000 Personen liegt, hat die gesamte Stadt Essen in dieser Zeit fast 80 000 Einwohner verloren.“ Dies sei bezeichnend.

Besonders der Verwaltungsvorschlag für eine umfangreiche Wohnbebauung im Bereich der Straße „Im Heimberge“ findet bei den örtlichen Sozialldemokraten keine Zustimmung. Das 4,7 Hektar große Areal würde neben Ackerflächen und Wald auch die Tennisanlage des TC Burg in Anspruch nehmen, dessen 240 Mitglieder dort seit 30 Jahren den „weißen Sport“ betreiben. Unlängst nahm Malburg Kontakt zum Vereinsvorsitzenden Holger Ahrens auf, der bestätigte, dass der Verein einen „langfristigen Pachtvertrag“ abgeschlossen habe.

Hohe Erlebnisqualität

Gegen eine weitere Bebauung des Areals spräche auch dessen hohe Erlebnisqualität für Erholungssuchende mit Wanderweg und einmaligen Sichtachsen bis hin zur Skyline der Essener City. Malburg: „Eine Bebauung an dieser Stelle ist sozial und ökologisch nicht zu verantworten“. Zudem gestalte sich die mit einer Neubebauung einhergehende verkehrliche Erschließung als problematisch.

Die von der Verwaltung präsentierte Liste hält Malburg eh für wenig ausgereift. „Dies hat der zweite Vorschlag für Burgaltendorf, das Gebiet an der Windmühle, nachhaltig bewiesen. Dort wollte man einen erst kürzlich eingeweihten Kunstrasenplatz überplanen. Doch zum Glück wurde dieser Plan bereits im Rat gekippt.

Generell alles beiseite wischen, möchte Malburg indes nicht: „Die vorhandene Bebauung im Bereich Am Stern/Überruhrstraße – der dritte Vorschlag der Stadtplaner – könnte aus Sicht des Ortsvereins moderat erweitert werden, sofern bestehende Grenzen zum Freiraum nicht überschritten werden.“