Haus am Baldeneysee steht zum Verkauf

Das alte Backsteinhaus an der Lanfermannfähre 40.
Das alte Backsteinhaus an der Lanfermannfähre 40.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
An der Lanfermannfähre 40 in Heisingen wohnt seit zwei Jahren niemand mehr. Nun bietet die Stadt das bebaute Grundstück an. Die Untere Landschaftsbehörde schließt Gastronomie jedoch aus

Heisingen.. Ein Haus am See gefällig? Kein Problem, die Stadt hat aktuell eines im Angebot: das alte Backsteinhaus an der Lanfermannfähre in Heisingen. Am Donnerstag beschäftigte sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung (ASP) erneut mit dem Fall. Für mindestens 220 000 Euro – dies entspricht dem Verkehrswert – soll das 1166 Quadratmeter große Grundstück am Baldeneysee verkauft werden; Häuschen inklusive.

Mit dem nun angestrebten öffentlichen Verkauf soll das Thema endlich zu den Akten gelegt werden. Wir erinnern uns: Das Domizil anno 1899 war die längste Zeit bewohnt. Den Mietvertrag hatte die Stadt, die das Objekt im Jahr 1992 von der ehemaligen Mannesmann AG erworben hatte, übernommen. Doch seit Mitte 2013 steht das historische Gemäuer mit der Hausnummer 40 leer, nachdem die damalige Mieterin in ein Pflegeheim übergesiedelt ist. Soweit die Fakten.

„Filetstück von Heisingen“

In der Vergangenheit mehrfach baulich verändert, beherbergte das Backsteinhaus bis in die späten 1930er Jahre eine Gaststätte. Eine Nutzung, die sich beispielsweise CDU-Ratsherr Fabian Schrumpf künftig durchaus vorstellen könnte: „Das Grundstück zählt zu den Filetstücken in Heisingen. Eigentlich wie geschaffen für einen Biergarten oder ein kleines Restaurant mit feiner Küche.“

Mit dem Seezugang und der Nähe zum Parkplatz der Skateranlage würde eine – wie auch immer geartete – Gastronomie genau jene Lücke schließen, die derzeit am Heisinger Seeufer klafft. Schon im August vergangenen Jahres hatte Schrumpfs Vorgänger Norbert Schick diese bei einem Ortstermin mit der Heisinger Bürgerschaft und der örtlichen Werbegemeinschaft als „tote Ecke“ inmitten des Landschaftsschutzgebietes bezeichnet.

Landschaftsbehörde schloss eine gastronomische Nutzung aus

Doch die Sache hat einen Haken: Was damals niemand wusste, aber unsere Zeitung nun erfuhr: Die Untere Landschaftsbehörde schloss nach Prüfung eine gastronomische Nutzung aus, da ein Gaststättenbetrieb – selbst in der kleinsten wirtschaftlich vertretbaren Variante – mindestens acht Stellplätze für das Gasthaus und zwei weitere für die Betriebswohnung erfordern würde. Hierdurch würden insgesamt rund 370 Quadratmeter Vegetationsfläche beseitigt beziehungsweise befestigt. Dieser „erhebliche Eingriff in die Landschaft“ könne jedoch auf dem Gelände nicht ausgeglichen werden. Außerdem sei eine Aufschüttung von bis zu einem Meter Höhe notwendig, um die Stellplätze an die Straße anbinden zu können. Nun fragt sich Ratsherr Schrumpf, warum heute nicht möglich sein soll, was früher war: „Hier würde ich gerne erfahren, ob und wenn ja, welche Alternativen geprüft worden sind.“ Planungsrechtlich sei zudem zu klären, ob es nicht denkbar sei, den notwendigen Parkraum andernorts zu schaffen.

Vorsicht, Ladenhüter Eine alleinige Wohnnutzung schränkt die Zahl möglicher Käufer natürlich ein. Zumal das Haus wohl kernsaniert werden müsste. Erschwerend kommt hinzu, dass es weitere Auflagen gibt: Das alte Backsteinhaus, dem ein „das Bild der Kulturlandschaft prägender Charakter“ bescheinigt wird, genießt Bestandsschutz und darf daher baulich nicht erweitert werden, was die Stadt im Kaufvertrag verankert wissen will. Abschrecken könnte Interessenten auch der Fakt, dass das Haus derzeit vom öffentlichen Kanalnetz abgenabelt ist. Ein Anschluss an die bereits bestehende Druckentwässerung in der Straße Lanfermannfähre sei jedoch möglich. Nach einem „Schnäppchen“ hört sich das alles dennoch nicht an.